Hochhausentwicklungskonzept

Essen plant neue Hochhäuser – sogar echte Wolkenkratzer sind möglich

Die Innenstadt von Essen soll sich stark verändern: Neue Hochhäuser sind geplant, auch echte Wolkenkratzer sind theoretisch möglich.

Essen – Mit 18 Gebäuden über 50 Metern befinden sich bereits heute etliche Hochhäuser in Essen. Doch in Zukunft sollen es noch deutlich mehr werden. Die Stadtverwaltung erarbeitet dafür derzeit ein sogenanntes „Hochhausentwicklungskonzept“, welches Orte und Bedingungen für zukünftige Hochbauten festhält. Wa.de zeigt, wo neue Hochhäuser in Essen genau entstehen könnten und warum auch Bürgerinnen und Bürger davon profitieren sollen.

Laut Stadt-Konzept: An diesen Orten könnten in Essen neue Hochhäuser entstehen

  • An der Schützenbahn
  • Südlich vom Hauptbahnhof
  • Im Bereich der Weststadt
  • Im Bereich der Universität DUE
  • Über der A40 im möglichen Olympischen Dorf
  • An der Bahntrasse entlang der Hache- und Hollestraße
  • An der Huyssenallee

Das Hochhausentwicklungskonzept ist zwar noch in einem eher frühen Stadium, jedoch hat die Stadtverwaltung Essen bereits konkrete Vorstellungen: „Geeignete Räume für neue Hochhäuser knüpfen vorwiegend an bestehende Hochhausensembles an“, sagte eine Sprecherin gegenüber wa.de zusammenfassend. Diese befinden sich vor allem östlich vom Stadtkern an der Schützenbahn, südlich vom Essener Hauptbahnhof sowie westlich und nördlich des Stadtkerns im Bereich der Weststadt und der Universität. Also einmal um den ganzen Stadtkern herum.

Ein weiterer „bedeutender Eignungsraum“ für Hochhäuser ist laut Stadt Essen das potenzielle Olympische Dorf. Dieses könnte über der Autobahn A40 entstehen, wenn die Rhein-Ruhr-Region in NRW sich für die Olympischen sowie Paralympischen Sommerspiele 2036 bewirbt und auch den Zuschlag erhält. „An diesen Standorten können die höchsten Hochhäuser gebaut werden“, sagt die Stadtsprecherin. Denn eine Höhenbegrenzung würde dort nicht vorgegeben, womit theoretisch auch echte Wolkenkratzer über 150 Meter möglich wären.

Jedoch seien „Megahochhäuser, wie in amerikanischen oder asiatischen Weltstädten, nicht zu erwarten“. Stattdessen würden diese sich an den bisher höchsten Gebäuden der Stadt orientieren. Mit 127 Meter (bzw. 162 bis zur Spitze) ist bisher der Westenergie-Turm das größte Hochhaus in Essen.

Sollte ein Olympisches Dorf in Essen entstehen, könnten dort die höchsten Hochhäuser gebaut werden.

Essen: Hochhäuser entlang der Citybahn und an der Huyssenallee müssten Extra-Bedingungen erfüllen

An der Bahntrasse der neuen Citybahn entlang der Hache- und Hollestraße könnten ebenfalls neue Hochhäuser entstehen. Wegen der Nähe zu bestehenden Hochhausensembles und zum Stadtkern wären aber nicht ganz so hohe Gebäude erlaubt. Auch an der Huyssenallee könnten Hochhäuser nur unter bestimmten Bedingungen gebaut werden. Diese sollten sich laut der Stadt Essen „behutsam in die Nachbarschaft einfügen“. Da dort überwiegend zusammenhängende Gebäude stehen, sollen keine sogenannten „Solitäre“, also frei stehende Hochhäuser, platziert werden.

Abseits der genannten Orte könnten Hochhäuser auch an anderen Stellen in Essen gebaut werden. Zum Beispiel an „großen Stadtstraßen und wichtigen Knotenpunkten“, sagt die Stadt-Sprecherin. Diese sollen durch eine „höhere Geschossigkeit aufgewertet werden“. Denn die aktuellen Gebäudehöhen halten oftmals nicht „mit der Dimensionierung der Straßenräume Schritt“, was laut Stadt ein „ungünstiges stadträumliches Verhältnis“ ergibt. Abschließend betont die Sprecherin: „Nicht überall sind ‚Hochhäuser‘ gefragt, aber ‚höhere Häuser‘ wären an vielen Stellen hilfreich für das Stadtbild.“

Keine Hochhäuser im Essener Stadtkern geplant – Konzept wird noch 2023 diskutiert

Die Essener Skyline soll in Zukunft weiter anwachsen, aber nicht im Stadtkern.

Der Essener Stadtkern bleiben soll dagegen komplett frei von neuen Hochhäusern bleiben. Die Stadtverwaltung möchte das dortige, von Kirchturmspitzen geprägte Stadtbild beibehalten. Lediglich in Ausnahmefällen könnte „an geeigneten Stellen, wie Eingangstoren eine behutsame Ergänzung erfolgen“. Wie zum Beispiel bei der Aufstockung des Eickhauses, bei der die Höhe auch hinsichtlich des Denkmalschutzes geprüft wurde.

Ein erster Entwurf des neuen Hochhausentwicklungskonzeptes wurde Ende 2022 im Arbeitskreis „Essen 2030“ und Anfang 2023 im und Bund Deutscher Architekten Essen (BDA) vorgestellt. Als Nächstes soll sich der Stadtrat mit den Plänen beschäftigen. Die Verwaltung bereitet derzeit ein entsprechendes Dokument vor, welcher der Politik „voraussichtlich im ersten Halbjahr 2023“ vorgelegt wird. In Duisburg soll derweil auf dem Loveparade-Gelände ein neuer Wolkenkratzer entstehen, berichtet 24RHEIN.

Grünflächen und Dachterrassen: Diese Merkmale sollen neue Hochhäuser in Essen erfüllen

  • Begrünung im direkten Hochhausumfeld
  • Hohe Nachhaltigkeit
  • Multifunktionalität
  • Öffentliche Geschosse
  • Vorzugsweise öffentlich begehbare Dachterrasse

Im Hochhausentwicklungskonzept wird auch festgehalten, was beim Bau der neuen Hochhäuser beachtet werden soll oder muss. Grundsätzlich sollten die neuen Hochbauten „einen stadtplanerischen Mehrwert erzeugen“, erklärt die Stadt-Sprecherin gegenüber wa.de. Dafür sind einige konkrete Ziele formulierte (siehe Liste oben). Unter anderem sollten Hochhausumfelder „aufgewertet“ werden, zum Beispiel durch Grünflächen.

Generell sei es laut der Stadtverwaltung wichtig, dass ein neues Hochhaus „einen Mehrwert für die Allgemeinheit liefert“. Weshalb auch Dinge wie eine öffentlich begehbare Dachterrasse bevorzugt würden. (os)

Rubriklistenbild: © AS+P Albert Speer + Partner GmbH, Visualisierungen: REDVERTEX, Sofia / Stadt Essen

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