Rund 90 Feuerwehreinsätze

Meterhohes Wasser in Essen – Gullydeckel fliegen Feuerwehr entgegen

In Essen ist es durch Gewitter zu rund 90 Feuerwehreinsätzen gekommen. Teilweise stand Wasser meterhoch, Gullydeckel flogen der Feuerwehr entgegen.

Essen – Eine Gewitterzelle hat in der Nacht auf Donnerstag gegen 1 Uhr in Essen für rund 90 Feuerwehreinsätze gesorgt. „Das damit einhergehende Starkregenereignis sorgte für zahlreiche Einsätze, besonders in den nördlichen Stadtteilen. Keller waren vollgelaufen, Souterrain-Wohnungen standen zum Teil bis unter die Zimmerdecke voll Wasser“, teilt die Feuerwehr der Stadt mit. „Auf der Anfahrt zu einer ausgelösten Brandmeldeanlage in einem Hotel, ebenfalls ausgelöst durch Wassereinbruch in einem Rauchmelder, flogen den Einsatzkräften die Gullydeckel entgegen. Durch den enormen Wasserdruck wurden sie regelrecht aus der Straßendecke katapultiert“, heißt es weiter.

Feuerwehr Essen muss wegen Gewitterzelle ausrücken – Wohnsiedlung mit Wassermassen überflutet

In Essen flogen den Feuerwehr-Einsatzkräften durch den Wasserdruck Gullydeckel entgegen.
  • Wo? Essen, NRW
  • Wann? Nacht zum Donnerstag, 17. August, gegen 1 Uhr

Im Bereich des Graitenwegs war eine Wohnsiedlung durch die Wassermassen überflutet. „Zahlreiche abgestellte Fahrzeuge waren bereits voll Wasser gelaufen. Das Wasser stand hier an der tiefsten Stelle rund einen Meter hoch“, so die Feuerwehr. Bei rund zehn Wohneinheiten der Reihenhäuser habe das Wasser dadurch bedingt bereits im Erdgeschoss gestanden. „Die Bewohnerinnen und Bewohner konnten in höherliegenden Geschossen oder auch im Erdgeschoss verbleiben. Glücklicherweise war keines der Gebäude unterkellert“, erklären die Brandbekämpfer. Am Autobahnkreuz Herne rettete sich ein Mann auf das Dach seines Autos, da der Wagen von Wasser eingeschlossen wurde.

Der Graitenweg in Essen wurde von den Wassermassen überschwemmt.

Die Feuerwehr Essen informiert auch auf Twitter die Bevölkerung. „Durch das Gewitter sind zahlreiche Keller vollgelaufen und Gullydeckel hochgekommen. Fahren Sie bitte vorsichtig. Fahren Sie nicht durch überflutete Unterführungen! Die Feuerwehr ist mit zahlreichen Kräften im Einsatz“, heißt es dort. Bei vielen dürfte zudem die Frage im Raum stehen, welche Versicherung nun die Kosten für Schäden bei Unwetter übernimmt.

Letzte Einsätze in Essen laufen nach Gewitterzelle – auch Überflutung in Gelsenkirchen

Aufgrund mangelnder Leistungsfähigkeit der mitgeführten Pumpen mussten sogar eine weitere Hochleistungspumpe organisiert werden. „Mit dem sogenannten Hytrans-Fire-System kann eine große Menge Wasser gefördert werden. Aktuell werden an der Einsatzstelle rund 6000 Liter pro Minute abgepumpt“, erklärt die Feuerwehr. Aktuell ist die Feuerwehr mit den letzten offenen Einsätzen beschäftigt. Doch nicht nur in Essen gab es heftige Gewitter: Auch in Gelsenkirchen waren Tunnel überflutet, die Feuerwehr musste mit Schlauchbooten ausrücken. Auch in anderen NRW-Städten war es zu Unwetter-Ereignissen gekommen. (mo)

Rubriklistenbild: © Feuerwehr Essen (2)

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