„Königreich Deutschland“
Kampfsportschule in Düsseldorf ist Reichsbürger-Nest: Szene verstärkt Aktivitäten in NRW
Die „Reichsbürger“-Gruppe „Königreich Deutschland“ weitet ihre Aktivitäten in NRW aus. Sie steht mit einer Kampfsportschule in Düsseldorf in Verbindung.
Düsseldorf – Eine Kampfkunstschule in Düsseldorf ist kürzlich aufgrund ihrer Verbindungen der zur Reichsbürger-Szene zählenden Splittergruppe „Königreich Deutschland“ (KRD) in die Schlagzeilen geraten. Jetzt heißt es: Die Reichsbürger-Gruppe hat ihre Aktivitäten in Nordrhein-Westfalen intensiviert. Das teilte der Verfassungsschutz NRW auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Düsseldorf mit. Das sogenannte „Königreich Deutschland“ wird im Verfassungsschutzbericht im Kapitel Rechtsextremismus erwähnt. Die Gruppierung wurde 2012 in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) gegründet und wird von Peter Fitzek, dem Gründer und selbst ernannten „König von Deutschland“ angeführt.
„Reichsbürger“-Gruppe mit Kontakten zu Düsseldorfer Kampfkunstschule – sie will eigenen Staat aufbauen
Im Unterschied zu den meisten sogenannten Reichsbürgern leugne das „Königreich“ weder Existenz noch Legitimität der Bundesrepublik. Stattdessen wolle es aber einen eigenen Staat aufbauen als „einzige Alternative zum derzeitigen System“, hieß es. Dabei erwecke das „Königreich“ den Anschein, man könne sich durch einen „Übertritt“ zum „Königreich“ der Geltung der deutschen Gesetze entziehen und sich von der Steuerpflicht befreien. Mit der Kampagne „Leucht-Turm“ versuche das KRD seit diesem Jahr vermehrt, Vor-Ort-Veranstaltungen durchzuführen. Für das Seminar „Systemausstieg“ verlange das KRD 374 Euro.
Verbindungen zur „Reichsbürger“-Szene: Düsseldorfer Kampfsportschule im Verfassungsschutzbericht
Im Februar dieses Jahres habe die Bundesfinanzaufsicht (BaFin) die Schließung der „Gemeinwohlkasse“ in Menden durchgesetzt. Die Geschäftsräume seien von der Polizei versiegelt worden. Das „Betriebsregister 2022“ des „Königreichs“ führe eine in Düsseldorf ansässige Kampfsport-Schule als dem „Königreich“ zugehörig auf. Die Schule wird auch im April erschienenen Verfassungsschutzbericht erwähnt. Im Juli 2020 habe das KRD vergeblich in Köln-Holweide ein Restaurant zu eröffnen versucht. Die Stadt Köln ließ das Restaurant aber wegen fehlender Konzession schließen. „König“ Fitzek sei damals vergeblich zur Eröffnung angereist.
„Königreich Deutschland“ hat bundesweit 5400 Anhänger – werden „Staatsangehörige“ genannt
Nach Angaben des KRD selbst hat die Gruppierung bundesweit 5400 Anhänger, von der Gruppe als „Staatsangehörige“ bezeichnet. Allerdings neige die Gruppe zur Übertreibung, um sich so groß wie möglich darzustellen, heißt es beim Verfassungsschutz. (dpa/mo)
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