Auf der Bolkerstraße
„Herz der Altstadt“ geht in Insolvenz – nur sechs Monate nach der Eröffnung
Der Bierstadl in Düsseldorf ist pleite. Nach nur sechs Monaten muss die Ballermann-Disco schließen. Ein Insolvenzverfahren wurde eingeleitet.
Düsseldorf –Düsseldorf gilt als Mekka für Malle-Fans in NRW. Immerhin reihen sich in der Altstadt Discos und Kneipen wie das „Ballermann 6“, der „Kuhstall“ oder das „Oberbayern“. Die Bolkerstraße ist somit weit über die Stadtgrenze hinaus als rheinische „Playa“ bekannt. Doch eine Ballermann-Disco bleibt nun dicht. Nur sechs Monate nach der Eröffnung muss der Bierstadl Düsseldorf schließen.
Bierstadl in Düsseldorf pleite: Insolvenzverfahren eröffnet
Um genau 11.57 Uhr haben die Geschäftsführer beim Amtsgericht Düsseldorf am Dienstag, 2. Juli, Insolvenz angemeldet. Nur 202 Tage nach dem die große Eröffnungsparty in der Kellerdisco gefeiert worden ist. Mit dem „Herz der Altstadt“ – wie sich der Club selbst nannte – ist es jetzt vorbei. Ab sofort bleibt der Laden in der Bolkerstraße 23-25 geschlossen.
Als vorläufiger Insolvenzverwalter ist der Düsseldorfer Sanierungsexperte Markus Kier von der Kanzlei Pipenburg bestellt. Sein Job ist es jetzt, festzustellen, wie hoch die Schulden sind, wie viel Geld noch da ist und welche Anteile die Gläubiger bekommen. „Der vorläufige Insolvenzverwalter wird ermächtigt, Bankguthaben und sonstige Forderungen der Schuldnerin einzuziehen sowie eingehende Gelder entgegenzunehmen“, heißt es auch in dem Insolvenzeröffnungsverfahren. Insolvenzverfahren sind dabei keine Seltenheit: Zuletzt musste das Modehaus Aachener Insolvenz anmelden.
„Bierstadl ist nie gut gelaufen“: War die Miete zu hoch?
Auf Facebook machte der Bierstadl in den letzten sechs Monaten viel Werbung für die Veranstaltungen. Buchte Malle-Sänger wie „Malle Anja“ und „Schürze“ für Auftritte. Doch der Erfolg blieb offenbar aus. Zwei Kenner der Düsseldorfer Altstadtgastronomie sagen gegenüber der RP: „Der Bierstadl ist nie gut gelaufen.“ Dabei solle die Miete gigantisch sein. Die Rede sei von 30.000 Euro – pro Monat.
Der Insolvenzverwalter äußert sich laut RP zu konkreten Zahlen nicht, er habe erst am Mittwoch die beiden Betreiber zur ersten Besprechung getroffen. Ein Sprecher der Kanzlei Piepenburg betont jedoch: „Die Hintergründe werden wir uns noch genauer anschauen, aber grundsätzlich kann man feststellen, dass es zu wenige Gäste bei so hohen Kosten gab.“
Bierstadl ist pleite: Nachfolger für Ballermann-Disco in Düsseldorfer gesucht
Schon jetzt soll nach Nachmietern gesucht werden. Wie der Verpächter des Lokals, der weltweit agierende Bierkonzern AB Inbev, sucht nach eigenen Angaben schon nach einem neuen Betreiber. „Das Konzept soll ähnlich bleiben“, heißt es von dem Konzern gegenüber RP. Konkrete Details gibt es allerdings noch nicht.
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