Bombenentschärfung am 12. Januar

Mega-Evakuierung legt Dortmund lahm - 13.000 Menschen und hunderte Patienten betroffen

Dieser große Bereich in der Dortmunder Innenstadt muss am 12. Januar geräumt werden.
+
Dieser große Bereich in der Dortmunder Innenstadt muss am 12. Januar geräumt werden.

Dortmund steht vor einer Mega-Evakuierung wegen möglicher Bombenentschärfungen in der Innenstadt. 13.000 Menschen müssen am 12. Januar ihre Häuser verlassen. Auch Hauptbahnhof, Wall-Ring und Krankenhäuser sind betroffen.

  • Verdacht auf Fliegerbomben: Am 12. Januar müssen 13.000 Menschen die Innenstadt Dortmund verlassen.
  • Von der Evakuierung betroffen sind 13.000 Menschen, Krankenhäuser, Seniorenheime, Hauptbahnhof und Wall-Ring.
  • Die Stadt Dortmund hat eine Liste mit den betroffenen Straßen veröffentlicht.

Dortmund - Die Stadt Dortmund bereitet sich wegen vermuteter Weltkriegsbomben in der Erde auf eine große Evakuierung von Kliniken und Teilen der Innenstadt vor. Die aufwendige Aktion ist für das zweite Januar-Wochenende geplant.

Bis am 12. Januar drei Verdachtspunkte in mehr als drei Metern Tiefe freigelegt werden können, müssen mehr als 13.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Die Bevölkerung wird gebeten, an dem Sonntag eigenständig ihre Wohnung bzw. ihr Gebäude bis 8 Uhr zu verlassen. Mit den Ausgrabungen wird der Kampfmittelräumdienst bereits am Samstag beginnen.

Die drei Bombenverdachtspunkte liegen an der Beurhausstraße, der Luisenstraße und im Kreuzungsbereich Rheinische Straße und Westentor in der Nähe des "Dortmunder U".

Evakuierung in Dortmund: Aufwand enorm hoch

Der lange Vorlauf für die Entschärfung ist möglich, da man sich bei planmäßig aufgespürten Blindgängern Zeit lassen kann. Er ist auch nötig, denn der Aufwand für die Evakuierung ist enorm. Zwei der größten Krankenhäuser von Dortmund rund um die Beurhausstraße - Klinikum, Kinderklinik und Johannes-Hospital mit Intensivstationen - sowie mehrere Seniorenheime müssen geräumt werden.

Vor allem die Räumung der Kliniken mit voraussichtlich rund 400 Patienten bedürfe einer langfristigen Vorbereitung, hieß es. 114 von ihnen werden in das Ende Oktober geschlossene Marienhospital in Iserlohn verlegt. Dort werden sie für ein paar Tage von Krankenhauspersonal aus Dortmund versorgt. 

Dortmund-City: Klinikviertel von Evakuierung betroffen

Der Hauptbahnhof Dortmund wird an dem Sonntag ebenfalls nur eingeschränkt erreichbar sein. Auch der Wall-Ring, der die Dortmunder Innenstadt umschließt, Hotels sowie das Opernhaus und Theater sind betroffen. Im Bombenradius liegen u.a. auch der Westpark, die S-Bahn-Strecke über Möllerbrücke, die Hohe Straße und das Rathaus Dortmund.

Borussia Dortmund hat an dem Wochenende kein Spiel. Der BVB kehrt am 12. Januar vom Trainingslager aus Marbella (Spanien) zurück.

Evakuierung in Dortmund: Diese Straßen sind gesperrt

Die Stadt Dortmund hat eine Liste mit Adressen veröffentlicht, die von der Evakuierung am 12. Januar betroffen sind. Damit Krankentransporte freie Fahrt haben, werden bereits ab Freitag, 10. Januar, in diesen Straßen Halteverbotszonen im Klinikviertel eingerichtet.

Bombenentschärfung in Dortmund: 13.000 Luftbilder ausgewertet

Mitten in der Innenstadt Dortmund haben Experten des Kampfmittelräumdienstes nach der Auswertung von 13.000 Luftbildern, die Briten nach Luftangriffen auf Dortmund während des Zweiten Weltkriegs gemacht haben, und Bohruntersuchungen drei Punkte ausgemacht, an denen wahrscheinlich Weltkriegsbomben von einer Größe bis zu 500 Kilogramm schlummern, die entschärft werden müssen.

Was genau sich in der Tiefe verbirgt, kann man aber erst mit Sicherheit sagen, wenn die Punkte freigelegt sind, so der Kampfmittelräumdienst.

Aktuelle und zukünftige Bauprojekte haben diese vorbereitenden Arbeiten nötig gemacht", erklärte Baudezernent Arnulf Rybicki.

Evakuierung: 1000 Einsatzkräfte in Dortmund

An dem Wochenende selbst werden laut Feuerwehr rund 1000 Einsatzkräfte tätig sein. Wie lange die Evakuierung dauert, steht noch nicht fest. Sie dürfte mehrere Stunden dauern.

Die Stadt Dortmund hat eigens für die Mega-Evakuierung eine Hotline eingerichtet. Die Informationsstelle des städtischen Call-Centers, DOline, ist ab Samstagmorgen, 11. Januar, 6 Uhr, bis zum Ende der Maßnahme unter 0231/50-13247 - zeitgleich mit dem Bürgertelefon der Polizei unter 0231/1325555 - geschaltet.

Bombenentschärfung an Bahnstrecke in Dortmund

Es nicht lange her, dass es in Dortmund Verkehrseinschränkungen wegen einer Entschärfung von Fliegerbomben gab. Eine Bahnstrecke musste für Stunden gesperrt werden.

Auf der A2 in Dortmund ist zu einem Unfall gekommen, weil ein Mann einen Herzstillstand erlitt. Wer den Mann dann rettete, ist kurios. In Dortmund-Kruckel lief ein 16-Jähriger über Eisenbahngleise. So reagierte der Lokführer. Der Streik der Eurobahn hat Auswirkungen auf den Verkehr rund um Dortmund.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare