Stimmt‘s oder stimmt‘s nicht?

Die 40-Tage-Wette: Ein einziger Tag entscheidet, ob der Frühling in NRW kommt oder der Winter bleibt

Die Wettervorhersage für den Frühling könnte stehen und fallen mit einer einzigen Legende. Es ist eine Geschichte von Tod und Kälte – sie könnte wochenlangen Sonnenschein bringen.

Die 40-Märtyrer-Regel gehört zu den bekanntesten Lostagen des deutschen Volksglaubens – und ihre Geschichte ist so dramatisch wie kaum eine andere. Wissenschaftlich belastbar ist die dranhängende 40-Tage-Prognose nicht. Doch bei der aktuellen Frühlingswetterlage in NRW wäre es schön, wenn die alten Männer mit ihrer Weisheit recht behielten.

Am 10. März steht der besondere Lostag an: der Tag der 40 Märtyrer. Eine alte Bauernregel besagt: „Wie das Wetter an Vierzigritter fällt, vierzig Tage dasselbe anhält.“ Bei der aktuellen Wetterlage in NRW könnte das eine gute Nachricht sein – denn der Deutsche Wetterdienst meldet für diese Woche Temperaturen bis 19 Grad und viel Sonnenschein. Doch hält die Bauernregel wirklich, was sie verspricht?

In Essen ist der Frühling ausgebrochen. Die Bauernregel besagt, dass das gute Wetter Bestand haben könnte.

Das verspricht die Bauernregel für NRW

Der 10. März erinnert an eines der erschütterndsten Martyrien der Kirchengeschichte. Im Jahr 320 n. Chr. wurden 40 römische Soldaten der 12. Legion in Sebaste – dem heutigen Sivas in der Türkei – zum Tode verurteilt. Ihr Vergehen: Sie bekannten sich zum christlichen Glauben, während Kaiser Licinius das Christentum brutal verfolgte. Das belegt das Ökumenische Heiligenlexikon in seinem Eintrag zu den Vierzig Märtyrern von Sebaste.

Die Hinrichtung war grausam kalkuliert. Die Soldaten wurden gezwungen, nackt auf einem zugefrorenen See zu stehen – so lange, bis sie erfroren. Wer dem Glauben abschwor, durfte sich ans Ufer retten und in ein beheiztes Bad eintreten. Keiner der 40 Männer wich. Dieser dramatische Bezug zur Kälte machte den Gedenktag zum Wetter-Lostag schlechthin – und die Bauernregel lebt bis heute fort.

Sieben beeindruckende Waldgebiete in NRW – spannende Ziele für Naturliebhaber

Eines der bekanntesten Waldgebiete in NRW ist der Teutoburger Wald.
Die wohl eindrucksvollste Sehenswürdigkeit in dem Waldgebiet sind wohl die Externsteine.
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Die Regel ist eindeutig in ihrer Aussage: Das Wetter am 10. März soll für die nächsten 40 Tage Bestand haben. Sonnenschein am Märtyrertag bedeutet demnach 40 weitere Tage mit schönem Wetter – also bis zum 19. April. Regen oder Frost hingegen sollen ebenso lange anhalten. Weitere Varianten der Regel, die überliefert sind, unterstreichen diesen Gedanken: „Regen, den die Vierzig senden, wird erst in vierzig Tagen enden“ und „40 Ritter mit Eis und Schnee, tun dem Ofen noch lange weh“. Alle Versionen transportieren dieselbe Botschaft: Der 10. März ist ein Schlüsseltag für das Frühjahreswetter.

Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) klingen die aktuellen Daten für NRW vielversprechend. Eine stabile Hochdrucklage beschert dem Land derzeit frühlingshaftes Wetter mit Temperaturen zwischen 16 und 19 Grad im Flachland. In den Hochlagen des Sauerlandes werden immerhin noch 13 bis 15 Grad erreicht. Niederschlag ist vorerst nicht in Sicht, der Sonnenschein dominiert.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es allerdings: In Tal- und Muldenlagen des Sauerlandes kann es nachts noch leichten Frost bis minus 1 Grad geben. Tagsüber spielt das jedoch kaum eine Rolle – die Frühlingsgefühle sind unverkennbar. Sollte diese milde und trockene Wetterlage bis zum 10. März anhalten, würde die Bauernregel nach ihrer eigenen Logik einen traumhaften Frühling bis Ostern versprechen.

Modelle stoßen an ihre Grenzen: 40 Tage Vorhersagen sind illusorisch, sagt ein Wetterexperte

Meteorologen stehen der Regel skeptisch gegenüber. Eine wissenschaftliche Bestätigung der 40-Tage-Prognose gibt es nicht. Der März gilt als klassischer Übergangsmonat mit hoher Wettervolatilität – stabile Verhältnisse können innerhalb weniger Tage kippen.

Eine Wettervorhersage über 40 Tage hinweg liegt schlicht außerhalb des meteorologisch Verlässlichen. Selbst modernste Computermodelle stoßen nach etwa zehn bis vierzehn Tagen an ihre Grenzen. Das erklärte der Wetterexperte Daniel Jose-Tüns vom DWD auf Nachfrage von wa.de.

Und dennoch: Ein Körnchen Wahrheit enthält die alte Weisheit durchaus. Stabile Großwetterlagen – etwa durch beständige Hochdruckgebiete über Mitteleuropa – können tatsächlich mehrere Wochen anhalten. Nicht wegen überlieferter Bauernregeln, sondern aufgrund atmosphärischer Strömungsmuster. Ob das im März 2026 der Fall sein wird, bleibt aber abzuwarten.

Rubriklistenbild: © imago/Kerstin Kokoska

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