Polizei zieht Bilanz

„Deutlich weniger Feiernde“ an Weiberfastnacht in Köln – Ermittlungen nach mutmaßlicher Vergewaltigung

Die Polizei zieht Bilanz: An Weiberfastnacht 2026 waren „deutlich weniger Feiernde“ in Köln unterwegs. Es kam mutmaßlich zu schwerwiegenden Straftaten.

Tausende Jecken haben an Weiberfastnacht in Köln und auch in Leverkusen den Straßenkarneval gestartet. Darüber berichtete die Polizei Köln in einer Pressemitteilung. Die Stimmung war zunächst friedlich, doch im Laufe des Tages mussten die Beamten mehrfach eingreifen. Besonders in den Feier-Hotspots kam es zu Auseinandersetzungen. Die Polizei berichtet von einer mutmaßlichen Vergewaltigung.

Polizisten patrouillierten an Weiberfastnacht in der Zülpicher Straße.

Seit den frühen Morgenstunden war am 12. Februar ein großes Polizeiaufgebot im Einsatz, um die Sicherheit der Karnevalisten zu gewährleisten. Die Besucherzahlen lagen laut Polizei deutlich unter dem Niveau der vergangenen Jahre, die Polizei spricht von „deutlich weniger Feiernden“ als in den Vorjahren. Kein Wunder: Das Wetter spielte am Donnerstag nicht mit, es regnete in Strömen.

Bis zum Nachmittag verlief das Feiern weitgehend ruhig. Doch mit steigendem Alkoholkonsum nahmen die Konflikte zu – vor allem an den beliebten Feierplätzen griffen die Einsatzkräfte ein, um Streitereien zu beenden.

Polizei-Bilanz von Weiberfastnacht in Köln: Frau mit Machete bedroht

Ab etwa 18 Uhr begannen laut Polizei viele Feiernde, die üblichen Plätze in der Domstadt zu verlassen. Bis 19 Uhr wurden zwölf Menschen in Gewahrsam genommen – unter anderem, um Platzverweise durchzusetzen. Die Polizei ermittelt nach mehreren angezeigten Straftaten, darunter sexuelle Belästigungen, Körperverletzungen und Diebstähle.

Ein besonders schwerer Fall ereignete sich mutmaßlich in der Weidengasse: Dort soll ein Mann einer Frau das Mobiltelefon geraubt haben, das sie ihm zuvor kurz ausgeliehen hatte. Laut Polizei gab er das Gerät nicht zurück und bedrohte die Frau anschließend mit einer Machete, bevor er die Flucht ergriff. Die Ermittlungen zu diesem Vorfall stehen noch am Anfang.

Polizei ermittelt nach mutmaßlicher Vergewaltigung eines Mannes in Köln

Im Zülpicher Viertel hat die Kriminalpolizei Ermittlungen wegen des Verdachts einer Vergewaltigung unter Männern aufgenommen, wie die Polizei mitteilte. Einer der beiden Männer soll den anderen zum Oralverkehr gezwungen haben. Auch hier befinden sich die Untersuchungen noch in einem frühen Stadium – weitere Details liegen der Polizei nach eigenen Angaben zum jetzigen Zeitpunkt nicht vor.

Auch Einsatzkräfte wurden nach Angaben der Polizei Opfer von Gewalt. Ein Randalierer soll einem Zivilpolizisten einen Kopfstoß ins Gesicht gegeben haben, als dieser die Pöbeleien des Mannes unterbinden wollte, berichtete die Polizei. Der Beamte erlitt so schwere Verletzungen, dass er seinen Dienst nicht mehr fortsetzen konnte.

Striktes Mitführverbot für Messer aller Art bei öffentlichen Karnevalsveranstaltungen

An Weiberfastnacht waren mehr als 1400 zusätzliche Polizistinnen und Polizisten im Einsatz – zusätzlich zum personell verstärkten regulären Wachdienst, wie die Polizei Köln bereits in einer Mitteilung vom 6. Februar angekündigt hatte. In Leverkusen unterstützte die Bereitschaftspolizei die örtliche Inspektion während der Karnevalstage. Die Polizei setzte auch in diesem Jahr auf bewährte Einsatzkonzepte und führte erneut Personen- sowie Taschenkontrollen durch.

Dabei galt ein striktes Mitführverbot für Messer aller Art bei öffentlichen Karnevalsveranstaltungen. Der Leitende Polizeidirektor Martin Lotz hatte bereits vorab betont, dass alle Jecken sicher nach Hause kommen sollen – und dass Messer sowie gefährliche Gegenstände nicht zu den Veranstaltungsflächen gebracht werden dürfen.

Rubriklistenbild: © Thomas Banneyer/dpa

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