Rund um Grugahalle

Viele Demos in Essen gegen AfD-Parteitag geplant – mit „mehreren Zehntausenden Teilnehmern“

In Essen findet am Wochenende ein AfD-Parteitag statt. Rund 30 Demos sind geplant. Die Rede ist von Zehntausenden Teilnehmern.

Essen – Am Wochenende wird es voll in Essen. Das dürfte allerdings nicht nur an der Fußball-EM 2024 liegen, sondern viel eher an dem AfD-Parteitag in der Grugahalle. Die Polizei rechnet mit dem „größten Einsatz, den es je in Essen gab“ – und bereitet sich sogar auf Ausschreitungen vor. Die Rede ist von Straßensperrungen, Halteverboten und einer Zone mit 45 Kontrollstellen. Denn aufgrund des Bundesparteitages der rechten Partei soll es zu zahlreichen Massendemos am Wochenende kommen.

Am Wochenende finden in Essen zahlreiche Demos zum AfD-Parteitag statt.

Demos gegen AfD-Parteitag in Essen: Rund 30 Veranstaltungen angemeldet

Auf Facebook, Instagram, X (ehemals Twitter) und Reddit werden schon jetzt unzählige Aufrufe für Demos gepostet, geteilt und kommentiert. Sowohl von Privatpersonen als auch von Gruppen, Organisationen und Parteien.

Allein bis Mittwoch, 26. Juni, wurden offiziell rund 30 Versammlungen angemeldet. „Das variiert aktuell allerdings noch“, erklärt eine Polizeisprecherin am Mittwochmittag gegenüber wa.de. Denn immer wieder werden neue Demos angemeldet und andere Versammlungen zusammengelegt.

Neben kleinen Versammlungen sind auch riesige Demozüge durch Essen geplant. Darunter zum Beispiel die Versammlung „Gemeinsam Laut – Gesicht zeigen gegen Hass und Hetze“ und die Rave-Demo „Bass gegen Hass“ mit Musik-Trucks. Die angemeldete Teilnehmerzahl variiert pro Versammlung stark. Aktuell ist eine genaue Einschätzung der Teilnehmeranzahl schwierig, heißt es weiter. Insgesamt ist die Rede allerdings von „mehreren Zehntausenden“, so die Sprecherin weiter.

AfD-Parteitag in Essen: Diese Gegendemos sind geplant (Auswahl)

  • Rave-Demo „Bass gegen Hass“ am Freitag ab 19 Uhr
  • Demonstrationen & massenhaftes Widersetzen, vor der Grugahalle am Samstag ab 6 Uhr
  • Kundgebung „Gegen den Bundesparteitag der AfD“ am Samstag ab 9 Uhr
  • Großdemonstration “Gemeinsam Laut – Gesicht zeigen gegen Hass und Hetze” am Samstag ab 10 Uhr
  • Markt der Möglichkeiten am Samstag ab 13 Uhr
  • Mahnwache am Sonntag ab 9 Uhr
  • Zusätzlich sind gesamten Wochenende Konzerte und Reden geplant
  • Hinweis: Änderungen und Anpassungen möglich

AfD-Parteitag sorgt für „größten Polizeieinsatz, den es in Essen jemals gab“

Bis zu 100.000 Gegendemonstranten werden am Rande des AfD-Parteitages in Essen erwartet.
Bereits am Freitagabend feierten etliche Menschen gemeinsam unter dem Motto „Bass gegen Hass“.
Zigtausende Menschen zogen in einem Demonstrationszug gegen den AfD-Parteitag vom Essener Hauptbahnhof in Richtung Grugahalle.
Demonstranten stehen und sitzen auf einer Zufahrtsstraße zum Gelände des AFD-Parteitags der Polizei gegenüber
AfD-Parteitag sorgt für „größten Polizeieinsatz, den es in Essen jemals gab“

AfD-Parteitag in Essen: „Sind nicht so blauäugig zu glauben, dass es keine Störungen geben wird“

Doch auch wenn die Polizei davon ausgeht, dass die Mehrheit der Demonstrantinnen und Demonstranten friedlich sind, sind Ausschreitungen in Essen am Wochenende denkbar. „Wir sind nicht so blauäugig zu glauben, dass es keine Störungen geben wird“, so Einsatzleiter Detlef Köbbel bei einer Pressekonferenz am Dienstag.

Er rechne damit, dass mehrere hundert gewaltbereite Störer extra aus ganz Deutschland nach Essen reisen würden. „Wir wissen auch, dass es gezielt Trainings gab, um sich auf die Verhinderung des Parteitags vorzubereiten“, so der Einsatzleiter weiter.

Von Freitag, 28. Juni, bis Sonntag, 30. Juni, ist darum besonders mit Einschränkungen in Rüttenscheid und insbesondere rund um die Grugahalle zu rechnen. Der Stadtteil wird nur schwer zu erreichen sein. Die Ruhrbahn hat schon im Vorfeld Einschränkungen angekündigt. Und damit nicht genug: Wie die Polizei Essen mitteilt, sind nicht nur das Gruga-Gelände dicht und viele Straßen gesperrt. Sogar eine Autobahn-Anschlussstelle ist während des AfD-Parteitages von Einschränkungen betroffen.

Rubriklistenbild: © Markus Matzel/Imagl

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