Polizei ist informiert

„Das ist unglaublich“: Welpe vor Tierheim ausgesetzt – mitten in der Besuchszeit

Die Tierschützer in Ahlen sind fassungslos: Jemand setzte einen Welpen während der Öffnungszeiten vor dem Tierheim aus. Die Behörden wurden verständigt.

Ahlen - Immer, wenn Tierschützer denken, sie hätten schon alles miterlebt, kommt jemand und toppt alles. So wie bei dem Vorfall am 30. Juli 2025 vor dem Tierheim in Ahlen. Am Tor fanden Besucher eine Box, in der ein Welpe kauerte. Bei ihm lag ein Impfpass. Der kleine Rüde wurde ausgesetzt – mitten am Tag, während der Öffnungszeiten des Tierheims. Die Mitarbeiter sind fassungslos.

„Er ließ sich erst gar nicht anfassen und hat wild um sich gebissen, als wir ihn aus der Box nehmen wollten“, erzählt Christiane Schäfer im Gespräch mit wa.de. Sie ist die Erste Vorsitzende des Tierschutzvereins Ahlen und Umgebung, der Träger des Ahlener Tierheims. Der kleine Rüde, mutmaßlich eine Französische Bulldogge, sei „sehr dünn“ und „sehr, sehr hungrig“ gewesen. Erst, nachdem sich eine Tierpflegerin intensiv mit dem Welpen beschäftigte, habe er allmählich Vertrauen gefasst.

Welpe in Box vor Tierheim ausgesetzt – er ist maximal sechs Monate alt

Christiane Schäfer und ihr Team schätzen, dass der Welpe maximal ein halbes Jahr alt ist. Er habe einen Impfausweis bei sich gehabt und sei auch gechippt – allerdings nicht registriert. Somit sei eine Identifizierung des Besitzers nicht möglich. Den möchten die Tierschützer aber zwingend ausfindig machen. Nicht nur, um etwas über die Herkunft und den Gesundheitsstatus des Rüden herauszufinden.

Der Welpe war sehr verängstigt, als ihn die Mitarbeiter des Tierheims aus der Box befreiten.

Denn das Aussetzen von Tieren ist in Deutschland verboten und kann als Ordnungswidrigkeit oder sogar als Straftat geahndet werden. Erleidet das Tier durch das Aussetzen Schmerzen, ist der Tatbestand der Tierquälerei erfüllt. Die Höhe der Strafe ist entsprechend unterschiedlich. Möglich sind Geldbußen bis 25.000 Euro, bei Tierquälerei droht eine Freiheitsstrafe. Das Tierheim Ahlen hat die Polizei bereits über den ausgesetzten Welpen informiert.

Welpe herzlos vor Tierheim ausgesetzt: Erste Spur?

Die Tierschützer sind laut Schäfer bereits über ein Facebook-Posting informiert worden, in dem jemand den Welpen wegen einer Allergie abgeben wollte. Ob es sich dabei wirklich um den kleinen Rüden handelt, der vor dem Tierheim ausgesetzt wurde, kann nicht zweifelsfrei gesagt werden. Schäfer spricht aber von einer „großen Wahrscheinlichkeit“.

Während der Besuchszeiten des Tierheims wurde die Box vor dem Tor abgestellt.

Der Welpe habe äußerlich keine Verletzungen gehabt. „Was für seelische Schäden ein Tier mit sich trägt, kann man natürlich erst später feststellen“, erklärt Schäfer. „Wenn so ein kleines Tier, er ist ja noch ein Baby, so durch die Gegend geruppt wird, hinterlässt das Spuren.“ Die Tierschützer vermuten, dass der Welpe „aus dem Kofferraum oder bei Kleinanzeigen“ gekauft wurde. Denn: „Ein seriöser Züchter nimmt sein Tier zurück.“

„Wir sind immer wieder todtraurig, wie man so mit einem Tier umgehen kann“, sagt Christiane Schäfer. „Das ist unglaublich.“ Die Tierschützer erleben immer wieder in ihrem Alltag tragische Schicksale. Dass Haustiere lieblos ausgesetzt oder sogar wie Müll weggeworfen werden, kommt leider immer wieder vor. Doch: „Während der Besuchszeiten einen Hund hier hinzustellen, das hat schon was.“

Rubriklistenbild: © Mammut Tierheim Ahlen

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