Wetter
Warnung vor Schnee-Unwetter in NRW bis Donnerstag: „Sehr gefährliche Wetterlage“
Am Mittwoch fällt in NRW kräftig Schnee. Die Unwetter-Warnung vom Deutschen Wetterdienst (DWD) gilt bis Donnerstag. Welche Regionen besonders betroffen sind.
Hamm - Es hatte sich schon lange angekündigt: Eine sogenannte Luftmassengrenze schob sich am Mittwoch, 17. Januar, über Deutschland und beschert Teilen von Nordrhein-Westfalen ordentlich Schnee. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat eine bis Donnerstagmorgen, 18. Januar, geltende Unwetter-Warnung für einige Regionen herausgegeben. Dort könnte ab Mittwoch so viel Schnee fallen wie noch nie in diesem Winter. In anderen Teilen von NRW gelten die Warnstufen 1 und 2. Der Schneefall begann im Süden am Mittwochmorgen, im Osten von NRW erst gegen Mittag anfangen. Die aktuelle Schnee-Lage in NRW begleitet wa.de im Newsticker.
Schon in der vergangenen Woche haben Meteorologen die Luftmassengrenze vorhergesagt, die am Mittwoch für teils brenzliges Wetter in Deutschland sorgen wird. Dabei treffen zwei Luftmassen unterschiedlicher Temperatur aufeinander. Die Grenze wird aller Voraussicht nach über der Mitte von Deutschland verlaufen. Das führt dazu, dass es im Norden kalt wird und im Süden mild. Im Grenzbereich der Luftmassen entwickelt sich laut Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net eine „sehr gefährliche Wetterlage“.
Schnee-Unwetter am Mittwoch: „Da wird morgen nichts mehr gehen“
Das Stichwort: Eisregen. Der wird aber eher südlich von Nordrhein-Westfalen niederprasseln. So warnt der DWD etwa für den Süden von Rheinland-Pfalz vor „extremem Glatteis“ und gibt die höchste Warnstufe heraus, wie Merkur berichtet. „NRW bleibt im kalten Sektor“, erklärt der Dominik Jung am Dienstag auf Nachfrage von wa.de. „Es bleibt bei Schnee, viel Schnee.“
Vor allem trifft es laut Jung den Süden von NRW. „Da wird morgen nichts mehr gehen“, so der Meteorologe weiter. Ein Chaos sei „wahrscheinlich“. Die Schneefallgrenze sinkt laut Jung deutlich ab. Der Schnee falle „bis runter an den Rhein“. In Zahlen bedeutet das laut DWD: 5 bis 15 cm in 6 Stunden, 10 bis 20 cm in 12 Stunden und 15 bis 30 cm in 24 Stunden. Es müsse mit größeren Beeinträchtigungen im Straßen- und Schienenverkehr gerechnet werden.
Unwetter-Warnung für NRW per App – „Vermeiden Sie alle Autofahrten!“
Die Unwetterwarnung des DWD wurde am in der Nacht noch einmal ausgeweitet. Bei vielen Menschen haben in der Nacht die Handys geklingelt. Über die App „Nina“ wurden Warnungen verschickt. „Straßen können stellenweise unpassierbar sein. Unter anderem können Bäume unter der Schneelast zusammenbrechen“, mahnten die Behörden. Konkret appellierten sie: „Vermeiden Sie alle Autofahrten! Fahren Sie nur mit Winterausrüstung!“
Die Unwetter-Warnung gilt von Mittwoch, 8 bis 11 Uhr, bis Donnerstag, 9 Uhr, und betrifft folgende Regionen ganz oder in Teilen*:
Unwetterlage am Mittwoch: Hier soll laut DWD am meisten Schnee fallen
- Kreis Euskirchen
- Bonn
- Rhein-Sieg-Kreis
- Städteregion Aachen
- Kreis Siegen-Wittgenstein
- Kreis Olpe
- Kreis Düren
- Köln
- Rhein-Erft-Kreis
- Rheinisch-Bergischer Kreis
- Oberbergischer Kreis
- Hochsauerlandkreis
*Stand 17. Januar, 6.30 Uhr
Weiter nördlich schwachen die Wetter-Warnungen immer weiter ab. So gilt vom Kreis Heinsberg über Leverkusen, Düsseldorf, Wuppertal und dem Märkischen Kreis bis zum nördlichen Hochsauerland die Warnstufe 2. Am Niederrhein, im Ruhrgebiet, Münsterland und in Ostwestfalen gilt die Warnstufe 1. Die Schneefälle ziehen von Süden nach Norden, halten aber in der Südhälfte von NRW deutlich länger an, berichtet 24RHEIN. Für die von den Unwetter-Warnungen betroffenen Landkreisen fällt am Mittwoch in den Schulen sogar der Präsenzunterricht aus.
Schnee-Warnung für NRW – der Norden bleibt erstmal außen vor
Für den kompletten Norden gilt zunächst keine Schnee-Warnung. Der DWD weist allerdings darauf hin, dass „die genaue räumliche Einordnung“ noch unsicher seien. Meteorologin Ulrike Zinkner vom Deutschen Wetterdienst in Essen erklärt diesbezüglich im Gespräch mit wa.de: „Die Luftmassengrenze kann sich auch noch weiter nach Norden arbeiten.“ Aber auch das Gegenteil könne eintreffen. NRW ist am Mittwoch das einzige Bundesland, das durch die Luftmassengrenze komplett gespalten ist.
Die Meteorologen würden verschiedene Modelle für ihre Prognosen heranziehen, um zum Beispiel Schneefall so genau wie möglich vorhersagen zu können. Es sei aber immer möglich, dass „die Natur dann doch ein bisschen was anderes macht“. Deshalb würden die Warngebiete grundsätzlich immer etwas gröber gefasst.
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