Borgers aus Bocholt

Auto-Unternehmen aus NRW nach mehr als 150 Jahren insolvent - so geht es weiter

Der Autozulieferer Borgers aus Bocholt (NRW) geht in die Insolvenz. So soll es beim Traditionsunternehmen jetzt weitergehen.

Bocholt - Die anhaltende Krise in der Automobilzuliefer-Branche hat ein weiteres Unternehmen getroffen. Der traditionsreiche Autozulieferer Borgers SE & Co. KGaA mit Sitz in Bocholt (NRW) hat Insolvenz angemeldet. Die Produktion soll weiterlaufen.

UnternehmenBorgers SE & Co. KGaA
SitzBocholt (NRW)
Gründung1866

Borgers: Automobilzulieferer aus NRW meldet Insolvenz an

Der Gang ins Insolvenzverfahren wurde am Montag (17. Oktober) bekannt gemacht. Am Dienstag wurden die deutschlandweit rund 1.900 Mitarbeiter, davon mehr als 800 am Stammsitz im münsterländischen Bocholt, über das weitere Vorgehen informiert. Ziel sei es, einen Investor zu finden. Die Beschäftigten erhalten laut WDR mindestens bis Jahresende Insolvenzgeld. Parallel spricht der vorläufige Insolvenzverwalter, der Düsseldorfer Rechtsanwalt Frank Kebekus, mit Zulieferern und Kunden wie VW.

Borgers, gegründet vor mehr als 150 Jahren und damals Hersteller von Polstermaterial für Kutschen, gilt nach eigenen Angaben als Spezialist für textile Bauteile in Fahrzeugen. Die Gruppe besteht aus der Borgers SE & Co. KGaA als Holdinggesellschaft sowie operativ tätigen Gesellschaften in Europa, China und den USA. Die Traditionsfirma stellt Dämpfungen, Verkleidungen und Isolationen für Autos her.

Borgers: 1.900 Mitarbeiter in Deutschland, davon mehr als 800 in Bocholt

Die Borgers-Gruppe hatte nach eigenen Angaben Ende 2020 noch 6.166 Vollzeitkräfte. Der Umsatz war 2020 gegenüber dem Vorjahr um 204 Millionen auf 660 Millionen Euro gesunken. Im Sommer 2022 hatte Borgers die Maschinenbau-Sparte mit den Unternehmen Olbrich GmbH und R+S Automotive GmbH an die US-Firma Matthews International Corporation veräußert. Im größten Geschäftsbereich Automotive wiederum werden den Angaben zufolge rund 80 Prozent des Gruppenumsatzes vor allem mit textilen Produkten für Pkw und Nutzfahrzeuge getätigt.

Spritschleudern der Autogeschichte: 43,5 Liter auf 100 Kilometer

Ein Chevrolet Camaro.
Ein roter Lamborghini Countach.
Rolls Royce Corniche Cabrio Baujahr 1984
Ein Dodge Charger.
Spritschleudern der Autogeschichte: 43,5 Liter auf 100 Kilometer

Autozulieferer standen zuletzt weltweit unter Druck. Die extrem hohen Energie- und Rohstoffkosten sorgen aktuell zusätzlich für Belastungen. Erst im September hatte der bayerische Autozulieferer Dr. Schneider Insovenz angemeldet. In sauerländischen Lüdenscheid hat die Kostal-Gruppe angekündigt, alle Produktionsstandorte der Automobil-Elektrik-Sparte in Deutschland bis Ende 2024 auslaufen zu lassen.

Nicht nur Automobilzulieferer stecken in der Krise. Der Süßigkeitenhersteller Bodeta ist insolvent. Die Eukalyptus-Bonbons mit grüner Verpackung der Traditionsfirma kennt fast jeder. (mit dpa)

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa

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