Grav-Insel in Wesel (NRW)
Hochwasser-Gefahr: Hunderte müssen Deutschlands größten Campingplatz verlassen
Teile vom größten Campingplatz Deutschlands mussten wegen Hochwasser-Gefahr am Rhein in NRW geräumt werden. Der Eigentümer sprach von einem „Hochwässerchen“.
Wesel - Der Dauerregen der vergangenen Tage lässt die Pegelstände am Rhein in Nordrhein-Westfalen steigen. Das hat Folgen: Die Grav-Insel, Deutschlands größter Campingplatz, muss in Teilen evakuiert werden. Für viele Camper wird es in dem Areal westlich von Wesel am Niederrhein zu gefährlich.
Hochwasser-Gefahr: Hunderte müssen Grav-Insel in Wesel am Rhein verlassen
„Achtung Hochwasser“, steht fett und in Großbuchstaben auf der Homepage der Grav-Insel, und darunter: „Die Sicherheit unserer Gäste hat für uns oberste Priorität“. Um mögliche Risiken zu vermeiden, müssen Camper und Besucher den direkt am Rhein gelegenen Tagesplatz bis Mittwoch, 5. Juni, Punkt 20 Uhr verlassen haben. Die Hochwasserzentrale hat für alle angrenzenden Bereiche des Rheins in NRW – von Bonn im Süden bis an die Grenze zu den Niederlanden – eine Vorwarnung herausgeben.
Die Grav-Insel ist nicht irgendein Campingplatz. Er ist mit rund 5000 Dauercampern und einer Gesamtkapazität von etwa 15.000 Besuchern der größte in Deutschland. Die Grav-Insel liegt auf einer Halbinsel zwischen dem Rhein und einem Altarm im Westen von Wesel und verfügt unter anderem über:
- Bootshafen
- Streichelzoo
- Spielplätze
- Strand
- Geschäfte
- Restaurants
- ca. 35 km Wege
Tagesplätze auf größter Campingplatz Deutschlands werden überflutet
Wer am Rhein lebt, lebt mit dem Rhein – und mit dessen Hochwasserphasen. „Die Bereiche am Wasser werden 10 bis 15 Zentimeter überflutet werden“, sagt Franz Seibt, Eigentümer des gigantischen Campingplatzes, im Gespräch mit wa.de. Das dahinter liegende Areal sei dagegen höher gelegen und hochwassersicher. „Die Lage bei uns ist nicht zu vergleichen mit der im Süden. Für uns ist das hier zum Glück nur ein Hochwässerchen“, sagt Seibt. Die Bilder aus Bayern und Baden-Württemberg wecken bei Menschen in NRW böse Erinnerungen an die Flutkatastrophe im Jahr 2021 mit fast 200 Toten.
Bedrückende Bilder: Wetterextreme der vergangenen Jahre in NRW




Bereits an Pfingsten, als NRW unter Gewittern, Starkregen und sogar lokalen Unwettern ächzte, mussten Teile der Grav-Insel wegen eines hohen Wasserstandes geräumt werden.
Seibt bezeichnet die Aufforderung zum Verlassen der bedrohten Plätze als „reine Vorsichtsmaßnahme, damit Camper ohne Stress ihr Hab und Gut in Sicherheit bringen können“. 400 Personen waren von der Evakuierung betroffen, die meisten von ihnen sind bereits abgereist. Mit einer erneuten Öffnung der Tagesplätze ist wohl erst zu Beginn der kommenden Woche zu rechnen. Erst müsse die Überflutung zurückgehen, dann der Bereich trocknen, so Seibt.
Auf dem Rhein in NRW werden bis Mittwoch steigende Wasserstände erwartet. In Köln werde nach einer der Prognose die Hochwassermarke eins bei einem Pegel von 6,20 Meter überschritten. Dann müssen Schiffe mit verringerter Geschwindigkeit in der Mitte des Flusses fahren. Für den Raum Bonn und Köln werde die Scheitelwelle des Rheines am Mittwoch erwartet. Im Raum Duisburg, etwa 30 Kilometer südlich von Wesel gelegen, wird am Donnerstag mit dem höchsten Wasserstand gerechnet.
Auch in Köln wurde aufgrund des steigenden Rheinpegel bereits die erste Hochwassermarke erreicht – erste Rad- und Fußgängerwege wurden bereits gesperrt.
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