Schnellere Züge

Bahnstrecke zwischen Münster und Lünen wird zweigleisig – aber der Ausbau wird dauern

Schnellere Züge, kein Warten mehr: Die Bahnstrecke zwischen Münster und Lünen soll zweigleisig werden – endlich. Der Ausbau wird aber dauern.

Münster - Bahn frei für eines der wichtigsten Infrastruktur-Projekte in Nordrhein-Westfalen. Die 42 Kilometer lange Zugstrecke zwischen Münster und Lünen, ein wichtiger Bestandteil der Verbindung nach Norddeutschland, soll zweigleisig ausgebaut werden – endlich. Für Pendler zwischen Münster und Dortmund geht in Zukunft schneller.

Zweigleisiger Ausbau der Bahnstrecke zwischen Münster und Lünen

Der Abschnitt zwischen Münster und Lünen ist Reisenden und Verkehrsplanern seit Jahrzehnten ein Dorn im Auge. Er gilt als ärgerlicher Flaschenhals für Güterverkehr, Personenfern- und Nahverkehr. Auf der Strecke sind von der Regionalbahn bis zum ICE alle Zugarten unterwegs. Immer wieder müssen hier Züge auf entgegenkommende Bahnen warten. Die Strecke wird ihrer Funktion als Teil des Schnellverkehrsnetzes der Deutschen Bahn (DB) längst nicht mehr gerecht.

Das alles ist schon lange bekannt, dennoch scheiterte der seit Jahrzehnten von Städten und Wirtschaft geforderte zweigleisige Ausbau der Strecke an der Finanzierung – bis jetzt.

Nun gibt es ein grünes Signal für das Mammut-Projekt. Bund, Land NRW und der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe unterzeichnen bei einer Regionalkonferenz zum sogenannten Deutschlandtakt, mit dem die Bahn den Fernverkehr in der Bundesrepublik besser vernetzen will, eine entsprechende Rahmenvereinbarung, in der es vor allem um die Verteilung der Kosten geht. Die sind nicht von Pappe: Es geht es um mehr als 400 Millionen Euro.

Bahnstrecke zwischen Münster und Lünen seit Jahrzehnten ein Ärgernis

Durch den zweigleisigen Ausbau sollen nicht nur die Kapazitäten auf der Strecke erhöht werden, sondern auch die Fahrgeschwindigkeiten. Pendler und Reisende dürfen sich über die Weichenstellung in der Verkehrspolitik freuen, allerdings nicht auf eine schnelle Lösung. Verkehrsexperten gehen von einem Baubeginn nicht vor Ende des Jahrzehnts aus.

Auf der Strecke fährt unter anderem die RB 50 („Der Lüner“) mit Haltestellen in Werne, Capelle, Ascheberg, Davensberg und Münster-Amelsbüren. Sie ist Teil des ehrgeizigen Mega-Projekts „S-Bahn Münsterland“ und soll dem Konzept zufolge zur S1 werden. Doch es gibt noch viele Probleme. Für die neue „S8“ wird ein 21 Kilometer langer Streckenabschnitt zwischen Münster und Sendenhorst reaktiviert. Allerdings verzögert sich die Reaktivierung der Bahnstrecke etwas.

Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth / dpa

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