Im Waldsee
Alkoholisierter Mann nach Badeunfall wiederbelebt
Ein 62-Jähriger entging dem Tod nur knapp. Er musste nach einem Badeunfall wiederbelebt werden. Sein Zustand ist kritisch. Er war wohl alkoholisiert.
Paderborn – Ein 62-Jähriger sprang am Donnerstag, 8. Juni, bei einem Badeunfall in Paderborn (NRW) dem Tod noch einmal von der Schippe. Er musste am Waldsee an der Husarenstraße wiederbelebt werden. Wie die Polizei Paderborn mitteilt, sprang der Betroffene laut Zeugenaussagen gegen 19.35 Uhr offenbar alkoholisiert ins Wasser. Zehn Minuten später schrie wohl ein Zeuge am Strand um Hilfe. Er sah den leblosen Körper des Mannes im Wasser treiben.
Reanimation nach Badeunfall im Waldsee: Mutiger Ersthelfer
Ein 34-jähriger Ersthelfer, der die Hilferufe vernahm, sprang sofort ins Wasser und zog gemeinsam mit einem weiteren Helfer den bewusstlosen Mann ans Ufer. Der Rettungsdienst wurde alarmiert. Der Notarzt reanimierte den Mann. Der Verunglückte wurde in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht. Aktuell wird sein Zustand als kritisch beschrieben.
Reanimation nach Badeunfall im Waldsee: Kreis warnt
Der Vorfall lenkt erneut die Aufmerksamkeit auf die Gefahren beim Schwimmen in Baggerseen. Der Kreis Paderborn warnt nachdrücklich vor den Risiken und weist auf bestehende Badeverbote hin. In einer Warnmeldung auf der Webseite des Kreises wird darauf hingewiesen, dass eiskalte Unterströmungen und die begrenzte Sichttiefe ernste Gefahren darstellen.
Schwimmer gerieten oft in Panik, wenn sie plötzlich mit kaltem Wasser konfrontiert würden oder keinen festen Untergrund mehr unter den Füßen spürten. Viele Unfälle ereignen sich, wenn Menschen unüberlegt und leichtsinnig ins Wasser springen, ohne ihre Kräfte und Entfernungen richtig einzuschätzen. Besonders unter Alkoholeinfluss erhöht sich das Risiko für leichtsinniges Verhalten.
Reanimation nach Badeunfall im Waldsee: Der „leise Tod“
Der Reflexmechanismus des Körpers spielt ebenfalls eine Rolle bei Badeunfällen. Wenn ein völlig verschwitzter Mensch ins kühle Wasser springt, kann es zu Bewusstlosigkeit führen. Herzrhythmusstörungen und Veränderungen der Gefäßsteuerung im Körper sind dabei maßgeblich beteiligt. Mediziner bezeichnen dieses Phänomen als atypisches Ertrinken oder auch den „leisen Tod“. Die Betroffenen versinken ohne einen Kampf im Wasser. Kürzlich ereignete sich am Tuttenbrocksee in Beckum ein tödlicher Badeunfall. Ein Wassersportler kam ums Leben.
Reanimation nach Badeunfall im Waldsee: Jede Minute zählt
Der Vorfall am Waldsee verdeutlicht die Wichtigkeit einer schnellen Reaktion im Falle eines Badeunfalls. Zeugen werden aufgefordert, umgehend über den Notruf 112 Hilfe zu holen. Jede Minute kann lebensrettend sein. Die Polizei appelliert an die Bevölkerung, die Warnungen und Badeverbote ernst zu nehmen. Insbesondere Eltern werden gebeten, ihre Kinder über die Gefahren aufzuklären und ein wachsames Auge auf sie zu haben. Es ist von größter Bedeutung, dass sich alle Schwimmer bewusst sind, dass Baggerseen nicht mit offiziellen Badegewässern vergleichbar sind und erhebliche Risiken bergen.
Rubriklistenbild: © Heiko Rebsch/dpa