Top-Neuheit
Aquamagis baut 2024 keine Kamikaze-Rutsche – „Bin extrem enttäuscht“
Eigentlich sollte im Sommer 2024 eine riesige Kamikaze-Rutsche im Aquamagis eröffnen. Aber das wird nichts. Das Spaßbad in NRW hat Probleme mit einer Behörde.
Plettenberg – Eigentlich sollte es im Aquamagis in Plettenberg (NRW) im Sommer 2024 eine riesige Neuheit geben. Nachdem es immer wieder zu kleineren Neuerungen wie der Umgestaltung des Rutschenturms und neuen Lichteffekten in einigen Rutschen gekommen war, sollte die Kamikaze-Rutsche ab Juli 2024 die spektakuläre Top-Attraktion werden. Doch daraus wird wohl nichts. Zumindest vorläufig.
„Bin extrem enttäuscht“: Aquamagis baut 2024 keine Kamikaze-Rutsche
Bei der Kamikaze-Rutsche klettert man vom Rutschenturm durch eine seitliche Wendeltreppe auf eine Plattform. In etwa 20 Metern Höhe geht die Rutsch-Partie erst einmal in einer geschlossenen Röhre harmlos los. Doch dann öffnet sich die Rutsche halbseitig, man passiert eine Art Stern – und dann geht es steil abwärts. Das Abenteuer endet schließlich in einem Auffangbecken.
Bis zum 1. Juli 2024 sollte die neue Attraktion fertiggestellt sein, so die vertragliche Vereinbarung. Doch daraus wird nichts. Das erklärte Bad-Geschäftsführer Dr. Uwe Allmann auf Anfrage von wa.de. „Ich bin extrem enttäuscht, denn da sind einige Sachen nicht so gelaufen, wie wir uns das erhofft hatten“, sagt Allmann.
Unter anderem hat die Vorgabe eines Kreis-Mitarbeiters, einen Extrem-Unfall abzubilden, für viele Probleme gesorgt. „Das Szenario sah so aus, dass sich ein Nutzer der neuen Rutsche den Fuß bricht und zugleich noch einen Herzinfarkt bekommt“, erzählt Allmann. Das Sicherheitskonzept wurde der Stadt Plettenberg bereits im September 2023 vorgelegt. Die Stadt habe ihrerseits die Brandschutzdienststelle beteiligt. Das habe zu dem besagten Ausgangsszenario geführt.
Probleme mit der Behörde: Keine Kamikaze-Rutsche am Aquamagis
Dann kam der Vorschlag vom Geschäftsführer der Thallessa GmbH, dass man in einem solchen Unglücksfall die DRF Luftrettung in Dortmund verständige. „Die haben uns bestätigt, dass sie eine Anflugzeit von acht bis zehn Minuten haben und auch über eine Rettungswinde verfügen“, erklärt der Bad-Geschäftsführer. Allerdings sei dieser Vorschlag überwiegend auf taube Ohren bei dem Brandschutzexperten gestoßen. Die Begründung: Eine solche Rettung sei vor allem Sache der Feuerwehr.
Doch genau dort liegt das Problem: Der Rutschenturm ist bereits mit vielen Rutschen bestückt. Wegen der ausladenden Röhren ist der Turm somit nicht per Drehleiter erreichbar. „Das ist aber eine bekannte Tatsache“, sagt Allmann. Im Team gebe es ausgebildete Ersthelfer mit Defibrillator-Rucksäcken. Diese können in kürzester Zeit am Einsatzort sein.
Uwe Allmann gab bei der Genehmigungsfrage noch etwas Grundsätzliches zu bedenken: „Wenn diese Vorgaben überall so umgesetzt würden, dann dürfte nirgendwo mehr ein Aussichtsturm gebaut werden. Noch dazu muss man wissen, dass die Klientel, die die Kamikaze-Rutsche nutzt, nicht unbedingt herzinfarktgefährdet ist.“
So oder so führe das langwierige Baugenehmigungsverfahren, das nun wohl erst im April oder Mai 2024 zum Abschluss komme, dazu, dass nicht mehr rechtzeitig mit den Arbeiten begonnen werden könne. „Wir verlieren zu viel Zeit und können im Sommer nicht bauen, weil dann im Außenbereich Hochbetrieb herrscht. Damit verlieren wir eine komplette Sommersaison und können die neue Kamikaze-Rutsche voraussichtlich erst im Frühjahr 2025 eröffnen“, so Allmann. Die Elemente könne man auch noch nicht vorproduzieren. Denn die genaue Ausgestaltung und Höhe des Turms sind aktuell noch offen.