Ab Montag

Drastische Warnung wegen Bauernprotesten in NRW – „haben sie genug Essen dabei“

Tausende Landwirte werden ab Montag gegen Sparpläne der Ampel protestieren. Die Polizei warnt in vielen Städten in NRW vor Verkehrsbeeinträchtigungen.

Köln – Trotz der jüngsten Zugeständnisse der Bundesregierung gehen die Proteste von Landwirten in Deutschland weiter. Grund für die sogenannten Bauernproteste sind geplante Kürzungen von Subventionen in der Landwirtschaft. Die Sparpläne sind auch innerhalb der Ampel umstritten. Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat zu einer Aktionswoche ab Montag (8. Januar) aufgerufen. An zahlreichen Orten in Deutschland soll der Verkehr gestört und blockiert werden. Auch in NRW müssen die Menschen dann mitunter viel Geduld mitbringen. Viele Polizeibehörden warnen – und raten zum Teil zu drastischen Maßnahmen.

Bauernproteste legen NRW am Montag lahm – Autofahrer müssen Zeit einplanen

Mit Traktoren soll bei den Bauernprotesten am Montag der Verkehr lahmlegt werden. Bei der Aktionswoche gegen geplante Subventionskürzungen stehen vor allem Blockaden von Autobahnauffahrten, Sternfahrten in größere Städte und langsam fahrende Kolonnen auf dem Programm, wie die Landesbauernverbände mitteilen. Im Vorfeld haben Landwirte in großen Teilen von NRW Demonstrationen angemeldet, beispielsweise in Aachen und Bonn. In Köln rechnet die Polizei mit „erheblichen Verkehrsstörungen“. Besonders in Großstädten wird mit einem massiven Aufkommen an Zugmaschinen gerechnet, wie wa.de berichtet.

Schon in den vergangenen Tagen machten Landwirte ihrem Ärger angesichts der Sparpläne der Ampel Luft, wie hier am 29. Dezember 2023 in Siegen.

Bauernproteste legen Straßen in NRW lahm

Über alle Entwicklungen zu den Bauernprotesten in NRW berichtet 24RHEIN im Ticker.

„Haben Sie genug Essen und Getränke dabei“: Polizei warnt vor langen Wartezeiten im Auto

Polizeibehörden im ganzen Land warnen im Vorfeld vor erheblichen Verkehrsstörungen. So spricht die Polizei aus dem Kreis Borken beispielsweise von circa 1100 teilnehmenden Fahrzeugen im gesamten Kreisgebiet. Nach Möglichkeit sollen die Menschen dort auf alternative Verkehrsmittel setzen oder auf Fahrten in den betroffenen Bereichen zu verzichten. Die genauen Routen der Landwirte standen am Freitagnachmittag zunächst nicht fest. In Herne wird der betroffene Bereich zwischen der Baarestraße und der Bruchstraße während der Proteste gar voll gesperrt.

Auch in Münster rechnet die Polizei mit mehreren hunderten Teilnehmern aus der Landwirtschaft, große Straßen und Ringstraßen sollen weiträumig umfahren werden. Die Einsatzkräfte aus Düsseldorf warnen vor möglichen Beeinträchtigungen auf den Auf- und Abfahrten der Autobahnen in ihrem Zuständigkeitsbereich (A40, A52, A59, A57, A46, A44 und A61). Die Polizei aus dem Kreis Wesel rät den Menschen dazu, sich auf lange Wartezeiten im Auto einzurichten. „Haben Sie genug Essen und Getränke dabei. Fahren Sie nicht auf Kraftstoffreserve. Wer kann, sollte Möglichkeiten, wie Home-Office, nutzen“, so der drastisch klingende Appell.

Viele Polizeibehörden aus NRW informieren am Montag im Live-Ticker über Bauernproteste

Viele der Einsatzkräfte berichten am Montag per Live-Ticker auf Social Media über die aktuellen Entwicklungen des Bauernprotestes. Die Polizeibehörden kündigen an, alles Mögliche dafür zu tun, die Auswirkungen der Bauernproteste auf die Menschen möglichst gering zu halten. Klar ist aber auch: Vielerorts wird es Einschränkungen geben. Nach dem Auftakt am Montag dürfte die Intensität der Proteste in den meisten Regionen zurückgehen. Die Aktionswoche gipfelt bei einem Protest am 15. Januar in Berlin, zu dem laut Polizei mehr als 10.000 Teilnehmer angemeldet wurden.

Der Deutsche Bauernverband will mit den Aktionen dafür sorgen, dass die Bundesregierung geplante Streichungen von Subventionen vollständig zurücknimmt. Die Ampel-Koalition hatte am Donnerstag angekündigt, einen Teil der angedachten Kürzungen nicht umzusetzen. Den Landwirten reicht das jedoch nicht aus. Konkret geht es um Subventionen beim Agrardiesel, die laut den aktuellen Regierungsplänen schrittweise abgeschafft werden sollen. Die ursprünglich geplante Abschaffung der Kfz-Steuerbefreiung für Landwirtschaft und Forst ist kein Thema mehr. (mg, mit dpa)

Rubriklistenbild: © Rene Traut/Imago

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