Sonnige und warme Zeitspanne

Altweibersommer in NRW: Wer Angst vor Spinnen hat, muss jetzt stark sein

Der Altweibersommer bringt sonnige und warme Tage nach NRW. Aber was hat es mit dem Begriff auf sich? Wetter-Experten erklären, was Spinnen damit zu tun haben.

Hamm - In wenigen Tagen startet der Herbst in Deutschland – zumindest kalendarisch. Und auch das Wetter in Nordrhein-Westfalen stimmt sich bereits auf die anstehende Jahreszeit ein. Der Sommer scheint vorbei zu sein und viele Menschen haben ihre Sonnenbrillen bereits gegen eine Übergangsjacke eingetauscht. Doch wer sich jetzt schon voll und ganz auf herbstliche Temperaturen eingestellt hat, wird vermutlich enttäuscht sein. Der Grund: Der Altweibersommer.

Dieser sorgt nämlich dafür, dass der Herbst schon nach rund einer Woche wieder eine Pause einlegt. Ab Mitte September wird es wieder wärmer und der Sommer feiert sein Comeback. Aber was hat es mit dem Begriff auf sich?

Es wird wieder warm in NRW: Was Spinnen mit dem Altweibersommer zu tun haben

Der Altweibersommer bezeichnet eine Periode sonniger und warmer Tage zwischen Mitte September und Anfang Oktober. Als Kriterien für diesen Zeitraum gelten Höchsttemperaturen über 20 Grad, mindestens drei sonnige und warme Tage und mindestens sieben bis acht Sonnenstunden pro Tag. 

Übrigens: Für Menschen, die Angst vor Spinnen haben, kann der Altweibersommer eine Herausforderung darstellen. In dieser Zeit scheint die Zahl der Spinnen nämlich zuzunehmen. Dem ist aber nicht so. Denn: Spinnen sind nach dem Sommer ausgewachsen und daher lediglich besser zu sehen. Wer die Krabbeltiere vertreiben möchte, kann auf zwei natürliche Stoffe zurückgreifen, die „stark abstoßend“ wirken.

Und nicht nur die Spinnen selbst lassen sich zur Zeit des Altweibersommers besser erkennen. „Da die Nächte nach den relativ warmen Tagen sehr kühl werden, bildet sich Tau. Dieser haftet auch an den Spinnenbauten, die dadurch besser sichtbar werden“, erklärt Birgit Heck von Wetter Online.

Dies trifft insbesondere auf die Netze der winzigen Baldachinspinnen zu, die nur wenige Millimeter groß sind. Im Unterschied zu anderen Spinnenarten, nutzen sie ihre Fäden auch im Erwachsenenalter, um sich vom Wind und der Thermik durch die Lüfte tragen zu lassen. Dabei hinterlassen sie auffällige Fäden.

Sonnige Tage: Verschiedene Bezeichnungen für den Altweibersommer

„Dieses Phänomen könnte ein Motiv für den Namen ‚Altweibersommer‘ sein. Möglicherweise leitet sich der Wortteil ‚weiber‘ vom althochdeutschen Wort ‚weibon‘ ab, das ‚umhertreiben‘ oder ‚sich hin und her bewegen‘ bedeutet“, so Heck.

In verschiedenen Regionen existieren für den Altweibersommer auch andere Bezeichnungen wie „Witwensommer“ oder „Ähndlsommer“, die mit „Ahnensommer“ oder „Großvatersommer“ übersetzt werden können. Einige Sprachwissenschaftler vermuten, dass der Ausdruck den „zweiten Frühling“ älterer Menschen symbolisiert. Die genaue Bedeutung des Begriffs ist wissenschaftlich jedoch nicht eindeutig geklärt. Daher kann sich jeder für die Interpretation entscheiden, die ihm am plausibelsten erscheint.

Der Altweibersommer bringt Sonne und warme Tage.

Prognose für den Altweibersommer in NRW: Bis zu 25 Grad möglich

Und wie steht es um die Wetter-Prognose für den Altweibersommer? „Bereits am Dienstag, 17. September, wird es von Osten her zunehmend freundlicher und wärmer. In der zweiten Wochenhälfte nimmt der Tiefdruckeinfluss von Süden her aber langsam wieder zu“, erklärt Birgit Heck von Wetter Online. Diplom-Meteorologe Dominik Jung von Wetter.net spricht von einem „brachialen Wetterumschwung“ in NRW, bei dem sich fast überall die Sonne durchsetzen kann. Bis zu 25 Grad seien möglich.

Meteorologe Niklas Weise von Wetter Online spricht von einem Hoch, das sich von der Nordsee bis zum Baltikum aufbaut. „Über Südeuropa liegt dagegen tiefer Luftdruck. Dazwischen wird mit östlichen Winden warme Luft zu uns geführt. In der Nordhälfte zeigt sich häufig die Sonne bei 21 bis 26 Grad. Im Süden bleibt es etwas kühler. Dort bilden sich nach freundlichem Beginn einzelne Schauer“, so der Wetter-Experte.

Zum Wochenende steige von Südwesten her das Schauerrisiko generell wieder etwas an. In der Mitte und im Norden des Landes könnte es aber zunächst noch spätsommerlich bleiben. 

Rubriklistenbild: © Thomas Warnack/dpa

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