Trauriges Schicksal

„Als Gebärmaschine missbraucht“: Niemand suchte nach Dackeldame Wilma

Dackeldame Wilma zeigt Anzeichen eines Tumors, was ein Tierheim alarmierte. Inzwischen vermuten die Helfer: Der Hund wurde als Gebärmaschine missbraucht.

Dormagen – Die Geschichte von Dackeldame Wilma ist geprägt von Leid, Vernachlässigung und Missbrauch. Seit kurzem ist sie eine der Bewohnerinnen des Tierheims Dormagen im Rhein-Kreis Neuss. Laut eines Facebook-Beitrags des Tierheims war die Hündin erst kürzlich gefunden worden – „allein, vernachlässigt und voller Sorgen in ihren Augen“. Eine tierärztliche Untersuchung lässt vermuten: Die kleine Hündin hat wohl Schlimmes erlebt.

Angekommen im Tierheim, ist den Mitarbeitern zunächst eine Art Wucherung an Wilmas Bauch aufgefallen. „Zuerst dachten wir, sie hätte einen Tumor.“ Dann habe sich allerdings herausgestellt, dass es sich doch „nur“ um eine schwere Entzündung der Gesäugeleiste handelte. Doch sorgte das bei den Mitarbeitern des Tierheims Dormagen für einen traurigen Verdacht.

„Als Gebärmaschine missbraucht“: Dackeldame Wilma wurde von niemandem vermisst

Der Grund für den gesundheitlichen Zustand der Dackeldame sei „erschütternd“, schreibt das Tierheim-Team weiter. „Wilma wurde sehr wahrscheinlich als Gebärmaschine missbraucht und viel zu früh von ihren Babys getrennt.“ Das genaue Alter von Wilma ist demnach nicht bekannt. Aber: In ihren fünf bis sechs Lebensjahren habe sie schon viel ertragen müssen.

Das soll sich nun aber ändern. Inzwischen bekommt der mutige Vierbeiner Medikamente, die ihr bei ihren Leiden Linderung verschaffen sollen. Und: Im November folge dann eine Operation, „damit sich keine Tumore mehr in ihrer Gesäugeleiste entwickeln können“.

Leidensgeschichte sorgt für Entsetzen: „Wie kann man einem Tier so etwas antun?“

Wilmas Leidensgeschichte sorgte auf Facebook für eine große Anteilnahme. Innerhalb weniger Tage wurde der Beitrag des Dormagener Tierheims mehr als 800-mal geteilt. Unzählige Nutzerinnen und Nutzer sprachen der kleinen Dackeldame ihr Mitleid aus und wünschten ihr alles Gute für die Zukunft. Bei anderen sorgte die Tatsache, dass es überhaupt so weit kommen musste, für Entsetzen. „Für mich gibt es da keine Worte“, schreibt eine Nutzerin, „wie kann man einem Tier so etwas antun?“

Von nun an solle Wilmas Leben ein anderes werden: „voller Fürsorge, Liebe und Geborgenheit“. So schreibt das Tierheim abschließend: „Wilma darf nie wieder zum Objekt gemacht werden. Sie soll erfahren, was es bedeutet, gewollt zu sein.“ Schon bald soll sie ein neues Zuhause finden. Interessenten können sich hierfür per E-Mail an das Tierheim Dormagen wenden.

Hund Thibaut wurde als Welpe in einer Kiste ausgesetzt – schutzlos in der prallen Sonne Griechenlands. Jetzt sucht der kranke Hund in NRW ein neues Zuhause. Das Tierheim Essen klagt indes in einem Facebook-Post: Die Zahl abgegebener alter Tiere steigt kontinuierlich. Viele verenden schließlich im Tierheim.

Rubriklistenbild: © Tierheim Dormagen

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