Maharani-Inhaber
Alexander Wahi verlässt Hamm und eröffnet Restaurant auf Mallorca – „Game-Changer“ engagiert
Alex Wahi kehrt Hamm den Rücken und eröffnet ein Restaurant auf Mallorca. Der TV-Koch glaubt, den „Game-Changer“ schon verpflichtet zu haben.
Hamm – Dort arbeiten, wo andere Urlaub machen, ist ein geflügeltes Wort, um Arbeitskräfte zu locken. Alexander Wahi folgt dem Ruf nach Sonne, Meer und Sommer. Der bekannte TV-Koch aus Hamm geht nach Mallorca. Am 1. April 2024 eröffnet er im „Monaco der Insel“, in Port Andratx, gemeinsam mit seiner Verlobten Pernilla Ostendorf ein Restaurant.
TV-Koch Alexander Wahi aus Hamm eröffnet Restaurant auf Mallorca – „Game-Changer“ bereits engagiert
„Es war eine Idee von Pernilla“, sagt Wahi. Er ist der Inhaber des „euro-indischen“ Spezialitäten-Restaurants Maharani an der Martin-Luther-Straße in Hamm. Er schaut positiv auf den Start „ins erste Corona freie Jahr“. Warum also jetzt der Aufbruch in andere Gefilde, wo die heimische Küche doch selten kalt bleibt, der Umsatz hoch wie nie ist? „Es bleibt wenig übrig“, erklärt der TV-Koch.
Denn die Auflagen in Deutschland würden immer radikaler. Größtes Fluchtmotiv sei aber die drohende Rückkehr der 19 Prozent Mehrwertsteuer – sie war als Unterstützung für die Gastronomen während des Corona-Lockdowns gesenkt worden. „Das steht ja im Raum, da fehlt dir die Planungssicherheit als Gastronom.“
33 Jahre kocht die Familie bereits in Hamm, Alexander und Vater Vipan Wahi vermitteln die gewürzintensive indische Küche zudem in einer Kochschule. Das Publikum sei nach der Pandemie auch verändert zurückgekehrt – irgendwie unzufriedener, im Corona-Blues. Kritik hätte es zum Beispiel wegen der fehlenden Speisekarte gegeben.
Alex Wahi geht nach Mallorca: Die Idee hatte seine Verlobte Pernilla
Die Gerichte findet der Gast des Maharani per QR-Code auf seinem Smartphone oder dem Leihtablet. Das kommt offenbar nicht bei jedem gut an. Hat aber seine Vorteile: „Wir sind ja hier hochgradig digitalisiert, arbeiten strukturiert ab“, erklärt Wahi. „Die Wege zum Tisch werden weniger, die Küche hat durchgehend zu tun, der Gast bekommt schneller sein Essen.“
Und schon bald bekommen die Mallorquiner und alle Urlauber sein Angebot auf den Tisch, wenn er seit Restaurant auf der beliebten spanischen Insel eröffnet. „Wir sind schon seit über zehn Jahren regelmäßig auf der Insel und lieben sie“, erzählt der Koch. Auf die Idee, gemeinsam mit Pernilla dort etwas aufzubauen, sei er sofort angesprungen: „Alleine hätte ich es nicht gemacht.“
Ursprünglich sollte das Restaurant in der Inselhauptstadt Palma platziert werden. „Das Konzept stand“, so Wahi. Dann entdeckten die beiden im Frühsommer zufällig ein leer stehendes Lokal in erster Reihe im Hafen von Port Andratx. Der Eigentümer: ein Deutscher, Betreiber eines großen Computer-Online-Handels, war offen für die Ideen des Hammer Paars.
„Der Laden ist perfekt. 100 Quadratmeter Terrasse, 70 im Erd-, 70 im Obergeschoss. Dort kommt eine neue Küche rein, die auch fernsehtauglich ist. Wir werden dort Kochvideos drehen“, erklärt Wahi. Schließlich bietet er über einen Partner auch Online-Kurse an und ist Markenbotschafter für verschiedene, renommierte Küchengeräte-Hersteller.
TV-Koch Alexander Wahi geht Mallorca – Spanisch? „Wir werden es lernen“
Glück für die beiden: Das Lokal können sie nach eigenen Vorstellungen einrichten. Die Gestaltung übernahm „Innenarchitektin“ Ostendorf. „Es ist leer, normalerweise bekommst du ein Restaurant nur ‘traspasso’, also mit Einrichtung und Schanklizenz.“ Lizenz und Genehmigung gingen sehr fix in Spanien. „In zwei bis vier Wochen hast du die vorläufige Lizenz, innerhalb von zwei Jahren überprüft die Bauverwaltung die Angaben des einreichenden Architekten, und du bekommst die endgültige Genehmigung.“ Spanisch? „Ein bisschen, aber wir werden es lernen“, bestätigen die beiden Auswanderer.
Ostendorf, von Haus aus promovierte Juristin, hält die Fäden in der Hand. Wahi hat schließlich viele Projekte am Laufen, ob Sat.1-Frühstücksfernsehen, das Schreiben von Kochbüchern oder das Testen von neuen Rezepten, das Entwickeln von Gewürzmischungen. „Sie hat aber ein sehr gutes kulinarisches Verständnis“, sagt Wahi: „Wir ergänzen uns gut.“
Alex Wahi hat den „Game-Changer“ für sein Restaurant auf Mallorca schon bestellt
In Covid-Zeiten half Ostendorf als personelle „Notlösung“ beim Außer-Haus-Verkauf. Und wie sieht es in Spanien aus mit Personal für die Gastronomie? Schließlich ist die Restaurantdichte extrem hoch auf Mallorca. „Es ist ähnlich schwierig. Du brauchst schon ein vernünftiges Konzept, wie auch in Deutschland“, erklärt Wahi. „Wir haben aber den Game-Changer schon engagiert“, freut sich der Koch. „Eugenio! Er sagt, nennt mich einfach ‚Eugen‘. Er ist der beliebteste und beste Kellner in Port Andratx. Wir konnten ihn abwerben. Er wird das Restaurant leiten und hat ein Riesen-Netzwerk.“
Der Name des Restaurants ist noch in Arbeit. „‘Alex‘ vielleicht, oder ‚Oskar‘ (der Name des Hundes von Wahi, Anm. d. Red.)“, denkt der Hammer. „Es soll ein einfacher sein, der nicht auf eine Küche hinweist.“ Wahi will eine Cross-Over-Küche aus verschiedenen Elementen auf den Tisch bringen. „Mediterran natürlich, aber nicht so wie die Nachbarn. Und ich werde einen Twist zu meinen Wurzeln versuchen. Das Butter-Chicken wird zum Beispiel mit umziehen.“
Neues Restaurant auf Mallorca: Sieben Tage die Woche Frühstück, Mittag und Abendessen
Fernsehmann Wahi und Verlobte Ostendorf lassen sich auf ihrem Weg in den Süden medial begleiten. Zwei Folgen für die Vox-Doku-Soap „Goodbye Deutschland“ seien bereits abgedreht. „Die Auswahl des Objekts, eins in Palma, stand auch im Drehbuch. Witzigerweise sind die Makler Alex und Britt Jolig – er ist ja bekannt aus Big Brother“, erzählt Wahi, der wa.de vor Weihnachten 2022 Alternativen für Senf verriet.
„Es ist ein Wagnis und nicht günstig. Die Mieten in Port Andratx sind saftig. Aber wir werden sieben Tage in der Woche Frühstück, Mittag und Abend anbieten. Die Gegend ist auch, anders als Cala Ratjada, ganzjährig besucht. Es kommen viele Festlandspanier rüber.“
Mit auf die Insel wird ein weiterer umtriebiger Hammer kommen: Spediteur Frank Jäschke liefert die Küche aus, die Wahi zunächst nach Hamm liefern lässt. „Wir werden Hamm auch treu bleiben“, sagt der TV-Koch und verspricht stetige Besuche in der Heimat. Das „Maharani“ wird sein Auszubildender Febrian Sefa weiterführen. „Er schmeißt den Laden ja jetzt schon.“
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