Wie in Hambach und Garzweiler

Riesen-See in NRW: Hier entsteht bald eine große Erlebnis-Landschaft

Am Tagebau Inden entsteht in den kommenden Jahren ein gigantischer See. Visualisierungen zeigen, wie es auf dem Gelände künftig aussehen soll.

Inden – Als „Land der tausend Seen“ ist NRW im Gegensatz zu Finnland oder der Mecklenburgischen Seenplatte nicht zwingend bekannt – mit Blick auf einige Naturprojekte könnte sich dies in den kommenden Jahren jedoch ein Stück weit ändern. Denn: Am Tagebau Garzweiler entsteht derzeit ein riesiger See. Erst seit kurzem ist klar, dass die fünf umliegenden Dörfer am Tagebau nicht abgebaggert werden und erhalten bleiben – auch diese Orte könnten Teil eines Tourismuskonzepts in der Tagebauregion werden. Auch am Tagebau Hambach ist ein solches Gewässer geplant. Und auch der Tagebau Inden wird sich stark verändern – und spätestens ab 2030 zum Indesee. Doch wie ist der aktuelle Stand bei diesem Projekt? 24RHEIN hat bei der Indeland GmbH nachgefragt, die die Planungen für den Indesee vorantreibt. Und das ziemlich konkret, wie aktuelle Visualisierungen zeigen.

Tagebau HambachTagebau GarzweilerTagebau Inden
Beginn der Seebefüllung2030Voraussichtlich 20362030
Voraussichtliche Dauer40 Jahre40 Jahre30 Jahre
Herkunft des SeewassersRheinRheinRur
Oberflächerund 4.200 Hektarrund 2.300 Hektarrund 1.200 Hektar
max. Tiefe360 Meter165 Meter180 Meter

Indesee soll am Tagebau Inden entstehen – „Planung dort am weitesten fortgeschritten“

Am Tagebau Inden soll künftig ein für Anwohnende und Touristen nutzbarer Sandstrand entstehen (Visualisierung).

„Im Gegensatz zu den geplanten Seen in Hambach und Garzweiler ist beim Indesee das Besondere, dass die Planung dort am weitesten fortgeschritten ist“, sagt Daniel Albrecht von der Indeland GmbH im Gespräch mit 24RHEIN. Dadurch, dass das Ende des Tagebau-Betriebs dort schon immer im Jahr 2030 erfolgen sollte, habe man sich bereits „Anfang der Nullerjahre“ Gedanken darüber gemacht, was damit passieren sollte. Denn den ursprünglichen Plan, das Baggerloch mit Abraum aus dem etwa fünf Kilometer entfernten Hambach zu erfüllen, stieß bei den Anwohnenden nicht unbedingt auf Gegenliebe.

See „wirtschaftlich und strukturell“ von Vorteil für Inden – auf dem Gebiet des ehemaligen Tagebaus

Der Tagebau Inden wird sich in den kommenden Jahren stark verändern; ab spätestens 2030 ist dort die Einrichtung eines Sees geplant (Visualisierung).

Weil diese an der Stelle des Tagebaus einen See bevorzugten, wurde 2009 der Braunkohleplan, der vorschreibt, was mit den ehemaligen Tagebaugebieten passiert, geändert. „Da wurde ersichtlich, dass die Schaffung eines Sees wirtschaftliche und strukturelle Vorteile mit sich bringt“, so Albrecht weiter. So wurde schon 2012 der erste Rahmenplan geschaffen, der den Endzustand des Sees abbildet, wenn er fertig ist. „Was noch erarbeitet werden muss, sind die Pläne für die Zwischennutzung“, also ab wann das Gebiet rund um den See von Anwohnenenden genutzt werden kann. Wann dies geschehen soll, steht noch nicht fest.

Am Indesee soll Freizeitnutzung entstehen – schon während der See noch mit Wasser verfüllt wird

Das Gesamtlayout, wie es am Indesee künftig aussehen soll.

Dennoch sind schon einige Details zur Nutzung des künftigen Indesees, der mit Wasser aus der Rur und dem Grundwasser verfüllt wird, bekannt. So soll in unmittelbarer Nähe zur A4 ein regionaler Strand entstehen, die Sandfläche dafür soll bereits in zwölf Jahren, also 2035, angelegt sein. „Im Braunkohleplan wurde zudem festgelegt, dass schon während der Füllphase ein Freizeitangebot gemacht werden soll“, so Albrecht. Heißt: Eine große Erlebnis-Landschaft wird schon in wenigen Jahren dort entstehen. Beispielsweise eine Mountainbike-Strecke oder ähnliches könnte dann in dem Gebiet gebaut werden, und auch nach Ende der Verfüllung nutzbar bleiben.

Planung von Indeland GmbH bislang noch inoffiziell – politische Gremien sollen beraten

Riesige Tagebauseen in NRW: Kritik an dem Vorhaben

Die Entnahme des Wassers für die Tagebauseen sorgte für gleich von mehreren Seiten für Kritik: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fürchtet, dass der Rhein zukünftig sowieso schon zu wenig Wasser führen könnte und zweifelt an der Durchführbarkeit des Projekts. Auch Anwohner zeigten sich mit dem Vorhaben von RWE rund um den Tagebau Hambach unzufrieden.

Bei der bisherigen Planung handelt es sich um eine inoffizielle Planung, die gemeinsam von der Indeland GmbH, der Kommune Inden und der Stadt Düren erarbeitet wurde. „Dabei handelt es sich noch nicht um eine belastbare sowie rechtlich verbindliche Planungsgrundlage“, erläutert Albrecht. Der Entwurf soll dann in den betroffenen politischen Gremien beraten werden. Sodass die Befüllung des Sees spätestens 2030 starten kann. (mo)

Rubriklistenbild: © Indeland GmbH

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