Nach Insolvenz

Erste Flugreise für Sohn (8) nach FTI-Insolvenz auf der Kippe – „Bitter enttäuscht“

Nach der FTI-Insolvenz sieht eine Familie aus Welver ihren Türkei-Urlaub in Gefahr. Es sollte der erste Flug für den achtjährigen Sohn sein.

Welver – Für den acht Jahre alten Sohn sollte es die erste Flugreise überhaupt werden. Und seine Eltern hatten sich auf einen ruhigen, gemeinsamen Strandurlaub in der Türkei gefreut. Jetzt weiß die Familie aus dem Kreis Soest nicht, ob der Urlaub überhaupt noch stattfinden kann: Gebucht wurde die Pauschalreise nach Kusadasi über FTI. Der Reiseveranstalter hat Insolvenz angemeldet.

UnternehmenFTI Tourismus GmbH
SitzMünchen
BrancheTourismus

FTI-Pleite: „Sohn ist traurig und enttäuscht“

„Man freut sich ja schon lange auf den Urlaub. Der Sohn ist natürlich traurig und enttäuscht, dass die Flugreise vielleicht nicht stattfinden kann“, sagt Stefan Eising aus Welver und schildert, wie die FTI-Pleite die Familie in Unsicherheit versetzt hat – so wie viele andere Urlauber.

„Es ist ja auch diese belastende Ungewissheit und, ob sich der Sohn dann stattdessen auf Tagesausflüge in seinen Sommerferien freuen soll“, erklärt der Vater, der selbst wenig optimistisch ist, dass der über FTI gebuchte Urlaub stattfinden wird. „Aber man muss jetzt erstmal abwarten, was passiert“, findet er. Denn beeinflussen könne man es schließlich nicht.

FTI-Pleite: Viele Fragen sind für Urlauber noch offen

Unsicher sei er sich darüber, ob eine Stornierung sinnvoll wäre oder nicht. „Dann müssen wir dieses Jahr zu Hause bleiben und die Flugreise im nächsten Jahr in Angriff nehmen.“ In den Herbstferien hätten die Eltern nicht ganz so viel Urlaub genommen – und den Rest des Jahres wolle man schließlich auch noch ein paar Tage freihaben.

Schwierig sei es ohnehin, jetzt noch eine Alternative für den Sommerurlaub zu finden – auch wenn man wie Familie Eising ein Wohnmobil hat. „Familienfreundliche Campingplätze sind jetzt hoffnungslos belegt. Da muss man ein Jahr im Voraus buchen“, weiß Eising, dass die Branche seit der Corona-Pandemie boomt und sich großer Beliebtheit erfreut.

FTI-Pleite: An den Badeort Kusadasi sollte es gehen

Ebenso wenig käme infrage, einen neuen Urlaub mit Flug und Hotel zu buchen. Das würde die Familie schließlich nochmal bis zu 1500 Euro kosten, schätzt Eising. Ob die Urlauber aus Welver das Geld vom Reiseanbieter FTI überhaupt wiedersehen, ist auch noch offen.

Auf einen entspannten Strandurlaub in der Türkei hatte sich Familie Eising aus Welver gefreut. Wegen der FTI-Pleite ist unklar, ob diese nun stattfinden kann.

Gefreut hatte sich die Welveraner Familie auf einen entspannten Strandurlaub und auf etwas Sonne tanken. Ein Arbeitskollege des Vaters, der selbst aus Izmir stammt, habe der Familie den westlich der Ägäisküste liegenden Badeort Kuşadasi als „super Reiseziel“ empfohlen. „Es soll nicht zu überlaufen und ein eher ruhiger Urlaubsort sein.“

Und im August habe man nahezu eine Garantie dafür, dass das Wetter in der Türkei gut ist. In Deutschland habe man das nicht unbedingt. Die Frau von Stefan Eising wisse noch von fünf Arbeitskollegen, die auch zum Kreis der betroffenen Urlauber gehören.

FTI-Pleite: Alle Leistungen bei Pauschalreisen stornieren

Der drittgrößte Reiseveranstalter in Deutschland, hat am 3. Juni Insolvenz gemeldet. Laut FTI werden Reisen, die noch nicht begonnen haben, „nicht mehr oder nur teilweise durchgeführt“. Bei Pauschalreisen, also Reisen, die Flug und Übernachtung kombinieren, müssten laut FTI alle gebuchten Leistungen storniert werden.

Wie bei vielen ruft die FTI-Insolvenz Erinnerungen an die Pleite von Thomas Cook im Jahr 2019 hervor.

Rubriklistenbild: © dpa

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