Jubiläum beim Sozialverbund

VdK kämpft seit 75 Jahren für soziale Belange der Drensteinfurter

An der Alten Post gibt es eine barrierefreie Toilette. Manfred Kraft ist der Überzeugung, dass auch auf dem Sportgelände im Erlfeld eine Behinderten-Toilette oder barrierefreie Toilette zwingend erforderlich ist. Noch hatte sein Antrag keinen Erfolg, jetzt hofft er, dass die Umsetzung im nächsten Haushaltsplan berücksichtigt wird.
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An der Alten Post gibt es eine barrierefreie Toilette. Manfred Kraft ist der Überzeugung, dass auch auf dem Sportgelände im Erlfeld eine Behinderten-Toilette oder barrierefreie Toilette zwingend erforderlich ist. Noch hatte sein Antrag keinen Erfolg, jetzt hofft er, dass die Umsetzung im nächsten Haushaltsplan berücksichtigt wird.

Der Sozialverband (VdK) Ortsverband Drensteinfurt feiert in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag. Bis heute kümmert sich der Verein um die sozialen Belange der Drensteinfurter Bevölkerung. 75 Jahre nach Kriegsende ist die Arbeit des VdK nicht weniger geworden, sie hat lediglich ihre Prioritäten verändert.

Drensteinfurt – Als im Jahr 1948 sechs Personen den VdK-Ortsverband Drensteinfurt gründeten und Horst Salzwedel den Vorsitz übernahm, stand die Hilfe für Kriegsopfer und deren Hinterbliebenen im Vordergrund. Mit den Jahren hat sich der Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner – so der ursprüngliche Name - zu einem modernen Sozialverband mit klar definierten Zielen, wie soziale Gerechtigkeit und Gleichstellung, entwickelt.

Dass der VdK in Drensteinfurt weiterhin seine Berechtigung hat, zeigen die Mitgliedzahlen eindrucksvoll. War die Zahl der Mitglieder 50 Jahre nach der Gründung von sechs auf 37 gestiegen, ging die Zahl 2012 mit der Fusion der drei Ortsteile auf 120 in die Höhe, stieg 2018 weiter auf 171 und zählt aktuell sogar 223 Mitglieder.

Soziale Belange der Bevölkerung vervielfacht

Vorsitzender Manfred Kraft, seit 2008 Nachfolger von Horst Salzwedel, wird nicht müde, sich für die Drensteinfurter einzusetzen. „Seit 1948 haben sich die sozialen Belange der Bevölkerung in zahlreichen Bereichen vervielfacht“, so seine Überzeugung. Auch sei der Bedarf an Informationen stetig gewachsen.

Heute geht es nicht mehr um Kriegsrente, sondern um eine gezielte Rentenberatung. Dafür konnte er mit Stephan Göbel einen Versichertenberater der Deutschen Rentenversicherung gewinnen, der vierteljährlich Beratungstermine anbietet.

Der VdK Deutschland vertritt seine 2,2 Millionen Mitglieder (davon 400 000 in NRW) ebenso vor Behörden und Sozialgerichten, wenn es um Renten-, Pflege-, Kranken- und Unfallversicherung oder um die Grundsicherung, das Schwerbehindertenrecht oder das Opferentschädigungsrecht geht. Um alle Beratungen durchführen zu können, stehen allein im Landesverband NRW, zu dem 785 Ortsverbände gehören, 8600 ehrenamtliche und 330 hauptamtliche Mitarbeiter zur Verfügung.

2009 wurde der langjährige Vorsitzende des VDK, Horst Salzwedel (Mitte), zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Martin Behnke (Kreisvorsitzender) und Manfred Kraft (rechts) überreichten Salzwedel einen Präsentkorb.

Dem Verband ist die soziale Gerechtigkeit wichtig, das bedeutet, niemand soll ins finanzielle Abseits gedrängt werden. Als gemeinnütziger Verband, der seine Arbeit über Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert und an keine Konfession und Partei gebunden ist, braucht er bei der Interessenvertretung seiner Mitglieder keinerlei politische Rücksichten nehmen.

Einsatz für Ältere, Behinderte und viele mehr

In Drensteinfurt versucht Manfred Kraft, diese Ziele umzusetzen, die Zahl der Anträge, die er gestellt hat, ist lang. So forderte er einen gesicherten Fußweg im Bereich des Bauvorhabens Landsbergstraße 10, eine behindertengerechte Querung am Markt 1 und Einfahrt Hohnekamp, Leinenzwang für Hunde im Innen- und Außenbereich, einen behindertengerechten Zugang zu den Zügen in Stewwert durch Bahnsteigerhöhung (mehrfach), eine Behinderten-Toilette im Sportgelände Erlfeld und die Beibehaltung der Postfiliale und Postbank.

Für die VdK-Petition „Große Pflegereform – Jetzt“ führte er eine Unterschriftenaktion durch.

Bei der Sparkasse bat er um eine Verbesserung der Bedienung des Terminals, damit auch ältere Menschen ihn nutzen können, und um die Erlassung der Gebühren bei Barauszahlung bei älteren Mitbürgern. Im Malteserstift beantragte Kraft, der 2017 auch zum ehrenamtlichen Richter am Sozialgericht in Münster berufen wurde, die Bildung eines Beirates für ältere und behinderte Menschen.

Nicht alle Anliegen Krafts konnten erfüllt werden, für den Vorsitzenden bedeutet das aber nicht, den Kopf in den Sand zu stecken, sondern stattdessen mit doppelter Kraft sein Ziel doch noch zu erreichen.

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