Rotering bleibt Bönens Bürgermeister, die SPD stärkste Ratsfraktion
Bönen – Lange war es still am Sonntagabend im Bönener Rathaus. Die Wahlparty war coronabedingt ausgefallen, jede Ratspartei und die Bürgergemeinschaft durften nur zwei Mitglieder in den Sitzungssaal schicken. Die trudelten nach und nach ein, blieben dann ruhig auf ihren Stühlen sitzen und verfolgten die Auszählung der Wahlbezirke auf der großen Leinwand und nebenbei auf ihren Smartphones die Ergebnisse im Kreis. Erst kurz nach 22 Uhr wurde es lauter. Es gab Applaus.
Beklatscht wurden beide Bürgermeisterkandidaten, als Wahlleiter Dirk Carbow gratulierte und Blumen überreichte. Das Lächeln war naturgemäß bei Stephan Rotering etwas breiter. „Ich freue mich über das tolle Ergebnis, das im Vergleich zur vorherigen Wahl sogar noch besser ausgefallen ist. Die Höhe des Ergebnisses hat mich überrascht“, bewertete er die 69,88 Prozent, die seine Amtszeit nun um mindestens fünf Jahre verlängern. „Und ich freue mich, dass ich die starke Unterstützung der Bevölkerung habe. Die Bönener haben offenbar gesehen, dass sich hier in den vergangenen Jahren einiges verbessert hat. Die harte Arbeit hat sich ausgezahlt.“
Trotz der Freude war Rotering die Anspannung bis zum Schluss anzumerken. „Es war eine harte Zeit. Man weiß im Wahlkampf auch nie, wo man steht“, schilderte er. „Ich brauche jetzt wohl eine Nacht, um alles zu realisieren.“ Einen Dank schickte er aber gleich an seinen Kontrahenten Thomas Semmelmann, nämlich den für einen „sehr, sehr fairen Wahlkampf.“
Auch sein klar unterlegener Herausforderer bedankte sich – bei seinen Genossen für den engagierten Wahlkampf, aber genauso beim alten-neuen Bürgermeister für dessen Fairness. „Man fragt sich natürlich, was hab ich falsch gemacht?“, so Semmelmann, der die klare Niederlage erst mal verdauen musste. „Das ist echt bitter, ich hätte gedacht, dass das Ergebnis enger wird. Das Feedback bei der Bevölkerung war ein anderes. Die Gründe für das schlechte Abschneiden müssen wir jetzt analysieren.“
Bürgermeister steht früh fest
Das Ergebnis der Bürgermeisterwahl zeichnete sich früh ab. Als ab 20 Uhr nach und nach die Ergebnisse aus den einzelnen Wahllokalen auf der großen Leinwand im Sitzungssaal angezeigt wurden, war schnell klar, wer die Nase vorne hatte. Stephan Rotering musste um keinen Wahlbezirk bangen, überall hatte er die absolute Mehrheit. Die Ergebnisse lagen zwischen 60,25 im Wahlbezirk 2060 (Forum der Goetheschule) und 78,35 Prozent im Stimmbezirk 2150 (Forum der Hellwegschule).
Andere mussten an diesem Abend länger zittern. Senay Oturak, neuer Vorsitzender der Partei Die Linke konnte erst seinen Einzug in den Gemeinderat feiern, als die Ergebnisse aus allen Wahllokalen ausgezählt waren. Mit den Stimmen aus dem letzten Bezirk 2021, dem Forum der Pestalozzischule, ergatterte sich Die Linke schließlich noch einen Sitz im Rat.
Stärkste Fraktion bleibt dort nach wie vor die SPD mit 35,51 Prozent. Allerdings hat die CDU die Verfolgung aufgenommen und erneut zugelegt. So kamen die Christdemokraten auf 31,96 Prozent – das beste Ergebnis, das die Partei jemals in der Gemeinde geholt hat. Gemeinsam mit den drei anderen Wahlbündnispartner können die Christdemokratten im Rat somit einiges bewegen.
Zufrieden damit waren die Mitglieder der anderen Fraktionen und der BgB. Teils haben sie zudem seit 2014 dazugewonnen, auf jeden Fall aber sitzt der Bürgermeister weiter im Rathaus, den sie unterstützen.
Der versprach schließlich, alles geben zu wollen, um die Gemeinde in den kommenden fünf Jahren weiter nach vorne zu bringen. „Daran werden wir gemeinsam im Rat arbeiten“, so Stephan Rotering.