Bikepark in Bönen wird überaus gut angenommen

Besser als die Playstation: Der neue Bikepark ist bei jungen Bönenern total beliebt

Hoch hinaus geht es im neuen Bikepark. Der Bönener Finn Lo Re ist in den Ferien oft schon am Vormittag vor Ort, um seine Sprünge zu perfektionieren.
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Hoch hinaus geht es im neuen Bikepark. Der Bönener Finn Lo Re ist in den Ferien oft schon am Vormittag vor Ort, um seine Sprünge zu perfektionieren.

Schwüle Temperaturen und warmer Regen sind offenbar kein Hinderungsgrund, wenn es darum geht, die beiden Strecken im erst vor wenigen Wochen neu eingeweihten Bikepark am Zechenturm zu nutzen.

Bönen – „Die Kinder wollen gar nicht mehr anderswo hin. Auch nicht mehr zu einem Spielplatz“, sagt Oma Nadia Enns, während der sechsjährige Kiano und der zwei Jahre ältere Emilio mit ihrem Roller auf der asphaltierten Fläche eine Runde nach der anderen drehen. In den Vormittagsstunden haben die beiden Kinder aus Hamm-Werries genügend Platz, manchmal schauen die Kleinen auch mit ihrer Großmutter am Abend vorbei.

„Die Anlage ist auch für kleine Kinder richtig toll gemacht“, kommentiert Nadia Enns aus Bönen mit Blick auf das Treiben ihrer Enkelsöhne, die auf modernen Versionen eines Tretrollers unterwegs sind. Nicht nur die Scooter, auch der Schutz für Kopf und Knie sind eigens für die Nutzung der Anlage neu angeschafft worden.

Fast täglich besucht Nadja Enns mit ihren beiden Enkelsöhne Kiano und Emilio den Bikepark auf dem Zechengelände. Andere Spielplätze interessiert die Kinder nicht mehr.

Ein paar Meter weiter sind Oskar, der in einem halben Jahr seinen vierten Geburtstag feiert, und Schwester Maja (5 Jahre) mit ihren Fahrrädern unterwegs. Maja hat die Pumptrack, also die künstlich angelegte Mountainbikestrecke, als ihren Favoriten ausgemacht, ihren kleinen Bruder zieht es im Wechsel auch auf den angrenzenden Dirtpark. Dort kommt dann zwischendurch Karolina Madejski ins Spiel. Da es teils recht steil hinab geht, erfüllt die Mutter bei Bedarf die Funktion eines menschlichen „Auffängers“, wenn es Oskar bei der Abfahrt doch zu schnell wird. Das ist aber bisher nicht vorgekommen, geben beide zu Protokoll.

Lieblingsort für junge Bönener

„Die beiden haben auf der einfacheren Runde angefangen und sind jetzt eigentlich immer auf der anspruchsvolleren unterwegs“, nimmt Karolina Madejski erfreut zur Kenntnis, dass ihre Kinder mit immer mehr Selbstbewusstsein unterwegs sind. Kleinere Unfälle habe es zwar schon gegeben, diese blieben aber glücklicherweise ohne Folgen, weil die Kinder jeweils rechtzeitig von ihren kleinen Rädern abgesprungen seien. „Außerdem sind sie wirklich vorsichtig und machen keine verrückten Sachen“, sagt die Mutter durchaus erleichtert.

Das Trio nutzt ganz bewusst die Stunden am Vormittag, damit die Kinder nicht den Großen bei ihren Kunststücken ins Gehege kommen. Andere Freizeitaktionen spielen dank der neuen Anlage für die Geschwister derzeit keine Rolle. „Wenn die beiden morgens aufwachen, sagen sie sehr schnell, dass sie wieder hier hin möchten“, erzählt Karolina Madejski.

Oskar und Maja sind von der neuen Anlage begeistert. Manchmal fährt auch Mutter Karolina Madejski mit.

In den Nachmittagsstunden sind es dann in erster Linie Jugendliche und Erwachsene, die das für rund 300 000 Euro umgebaute Areal nutzen und dabei gern mal per Sprung abheben. Vereinzelt sind zudem Skateboarder dabei. Geeignet ist der asphaltierte Bereich ebenso für Rollschuh-Fans.

Finn Lo Re und einige seiner Freunde sind etwa regelmäßig vor Ort. „Ich war gerade drei Wochen im Urlaub, da hat mir das Ganze hier schon gefehlt“, sagt der 13-Jährige. Tatsächlich hat der Schüler des Marie-Curie-Gymnasiums den Sport erst vor kurzer Zeit so richtig für sich entdeckt: „Einige Freunde und ich haben seit der Einweihung der Anlage unser Hobby gewechselt. Bis vor wenigen Wochen war das noch die Playstation – jetzt ist es das hier.“

Stundenlanges Training im Schatten des Förderturmes

Zwar kannte Finn die alte Dirtbike-Anlage auch schon durch eigenes Erfahren, doch das erweiterte Angebot sei nun deutlich besser und viel interessanter. In der Konsequenz steht das Mountainbike zumeist in der Garage, die neuen Pisten befährt der Schüler mit einem neuen, auf den Sport zugeschnittenen Aluminiumrad und professionellem Helm. Beides gab's jüngst zum Geburtstag.

Die Investition der Eltern scheint sich zu lohnen. Finn gibt an, täglich bis zu sechs Stunden im Bikepark zu verbringen. „Es macht einfach riesigen Spaß, weil man hier richtig schnell werden kann“, sagt er, bevor er die nächste Runde dreht.

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