Öffentlichkeitsfahndung
Seit Tagen vermisst: Familie sorgt sich um 57-Jährigen – Wo ist sein Auto?
Die Polizei hat noch keine Anhaltspunkte für den Verbleib des 57-jährigen Bergkameners, der seit Samstag vermisst wird und der sich in einer psychischen Ausnahmesituation befinden soll. In der Familie des Mannes herrscht große Sorge. Sie bittet die Bevölkerung mit zweisprachigen Aushängen etwa an Tankstellen und Fast-Food-Restaurants um Mithilfe bei der Suche.
Bergkamen – Der 57-Jährige wurde zuletzt am Samstag (11. Juni 2022) gesehen. Er hatte das eigene Zuhause mit der Ankündigung verlassen, spazieren gehen zu wollen. Offenbar setzte er sich dann aber in sein Auto, einen schwarzen Opel, und fuhr mit unbekanntem Ziel davon.
Selbstgefährdung
Weil eine Selbstgefährdung aufgrund einer Depression nicht ausgeschlossen werden kann, sucht die Polizei seit Sonntag mit einer Öffentlichkeitsfahndung nach dem 57-Jährigen und hat – über das LKA-Fahndungsportal – auch ein Foto des Mannes veröffentlicht. Laut Behördensprecherin Vera Howanietz wurde routinegemäß das Umfeld des Vermissten in Augenschein genommen – dabei hätten sich keine Hinweise ergeben, wo dieser sich aufhalten könnte.
Handy-Ortung sinnlos
Auch intern sei der 57-Jährige zur Fahndung ausgeschrieben worden, berichtet Howanietz. So hätten Polizeibeamte im ganzen Land elektronisch Zugriff auf den Fall. Die Krankenhäuser in der Umgebung habe man abtelefoniert, ohne dass sich eine Spur ergeben habe. Eine Handy-Ortung bringe die Polizei nicht weiter, weil der 57-Jährige sein Mobiltelefon gar nicht dabei habe.
Ohne Papiere
„Wir wissen aber, dass der Mann ohne sein Portemonnaie und seine Papiere unterwegs ist und nur über einen geringen Bargeldbetrag verfügt“, sagt Howanietz. Das schließe etwa eine Flugreise oder einen Grenzübertritt aus. Auch der Radius, in dem sich das Fahrzeug des Mannes befinde, dürfte begrenzt sein. Würde es gefunden, könnte der Einsatz eines Personenspürhundes weiterhelfen. „Mit einem Helikopter nach dem Auto zu suchen, wäre ohne konkrete Anhaltspunkte aber sinnlos. Dafür ist das Gebiet viel zu groß.“
Hoffen auf Hilfe
Aus der Familie heißt es, dass die Sorgen um den Familienvater und Ehemann mit jeder Stunde seines Fernbleibens größer werden. Die Schwester des Vermissten berichtet, dass der Fahndungsaufruf in den sozialen Netzwerken verbreitet werde und auch durch Aushänge in der Umgebung. „Wir hoffen, dass jeder mit vier Augen Ausschau nach dem Vermissten und nach dem Auto hält“, sagt ein Freund der Familie.
Unterwegs im Auto
Viele Angehörige und Bekannte des 57-Jährigen setzen sich dem Vernehmen nach selbst ans Steuer, um ihn zu finden oder auf einen Hinweis zu seinem Verbleib zu stoßen – bislang erfolglos. Auf den in deutscher und türkischer Sprache verfassten Suchaufrufen sind Fotos des Mannes und seines Autos zu sehen. Hinweise in dem Fall nimmt die Polizeiwache Kamen unter Telefon 02303/921-3220 oder unter der Nummer 921-0 entgegen.
Da im vorliegenden Fall ein Suizid nicht ausgeschlossen werden kann, folgender Hinweis der Redaktion: Wir berichten in der Regel nicht über Selbsttötungen, weil leider durch die Berichterstattung die Nachahmerquote erhöht wird. Wir machen eine Ausnahme, wenn es besondere Umstände wie etwa eine öffentliche Vermisstensuche gibt. Wenn Sie sich selbst in einer Krisensituation befinden, suchen Sie sich bitte Hilfe, beispielsweise bei der Telefonseelsorge (Tel. 0800-1110111).
Rubriklistenbild: © dpa / Sebastian Kahnert