Demonstration

Bauernproteste in Bergkamen: Landwirte beteiligen sich an Sternfahrt

Landwirte aus Bergkamen nehmen an der Sternfahrt am Montag, 8. Januar, teil. Sie wollen gegen die Planungen der Bundesregierung protestieren.

Bergkamen – Der Deutsche Bauernverband ruft gemeinsam mit den Landesbauernverbänden zu einer Aktionswoche ab Montag, 8. Januar, auf, an der sich viele heimische Landwirte beteiligen werden. Zum Auftakt soll es eine regionale Sternfahrt auf der Bundesstraße 1 geben. Auch Landwirte aus Bergkamen werden teilnehmen.

Das Vorhaben der Ampel-Koalition, den Agrardiesel für die Land- und Forstwirtschaft zu streichen und landwirtschaftliche Zugmaschinen zu besteuern, hat kurz vor Weihnachten bei vielen Landwirten das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen gebracht. Bereits Mitte Dezember waren Landwirte aus ganz Deutschland mit ihren Traktoren zu einer Demo nach Berlin gekommen, um gegen die Sparpläne der Bundesregierung zu protestieren. „Es waren auch einige Landwirte aus Bergkamen dabei. Die sind aber mit dem Zug angereist. Mit dem Trecker hätte das wohl drei Tage gedauert“, so der Bergkamener Landwirt Heinz-Dieter Kortenbruck.

Proteste der Landwirte: Auch Bauern aus Bergkamen sind dabei

Bei der Veranstaltung in Berlin hatte Bauernpräsident Joachim Rukwied für den Januar größere Proteste angedroht, wenn die „unzumutbaren Vorschläge“ nicht komplett zurückgenommen würden. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Die Grünen) kündigte mittlerweile an, dass die Pläne teilweise zurückgenommen werden. Lediglich der Agrardiesel soll nun schrittweise bis 2026 teurer werden. Die bundesweite Aktionswoche der Landwirtschaft findet dennoch statt, ebenso die Sternfahrt am 8. Januar. Der Grund: Die Entscheidung soll erst am 18. Januar im Bundestag getroffen werden. Zum Abschluss der Woche ist am 15. Januar in Berlin eine Großdemo geplant. Der Landwirtschaftliche Kreisverband Ruhr-Lippe (WLV) plant eine Tour mit mehreren Bussen in die Hauptstadt.

Nach den jüngsten Lichterfahrten – hier ein Bild aus Bergkamen – wollen die Landwirte mit einer regionalen Sternfahrt auf der B1 auf ihre Probleme aufmerksam machen. Schon im Dezember hatten die Teilnehmenden sich unter anderem „Politik mit Sachverstand“ gewünscht.

Der Start der Aktionswoche erfolgt am Montag in Form einer Sternfahrt aus allen umliegenden Orten auf der B1 von Geseke bis Dortmund – gemeinsam mit dem Kreisverband Soest. Kreisverbandsvorsitzender Hans-Heinrich Wortmann informierte am Mittwoch über den aktuellen Stand der Planungen: „Die Sternfahrt ist genehmigt worden. Das heißt, dass aus den umliegenden Regionen unseres Kreisverbandsgebietes – von Dortmund über Holzwickede, Hamm, Schwerte bis Fröndenberg – Trecker auf die B1 fahren werden. Ein Großteil davon trifft sich um kurz vor 11 Uhr an der Geschäftsstelle des WLV an der Marie-Curie-Straße in Unna, um dann gemeinsam in Richtung Werl und Soest zu starten.“

Sternfahrt findet in zwei Richtungen statt

Geplant ist die Tour in beide Richtungen. Landwirte aus dem Bereich Soest werden sich daher in Richtung Werl oder nach Paderborn begeben. „Wir haben im vergangenen Jahr als Branche so viele Auflagen bekommen, das ist schon unvorstellbar. Jetzt noch den Agrardiesel zu streichen ist für uns Landwirte inakzeptabel. Da ist es klar, dass die Landwirte aufgebracht sind“, so Wortmann, der seinen Betreib in Kamen-Methler hat.

Nachdem der Bauernpräsident im Dezember in Berlin für den 8. Januar Aktionen angekündigt hatte, „wie es das Land noch nicht erlebt hat“, distanzierte sich der Verband Ende 2023 in einem Statement von „Schwachköpfen mit Umsturzfantasien, Radikalen sowie anderen extremen Randgruppen und Spinnern, die unsere Aktionswoche kapern und unseren Protest für ihre Anliegen vereinnahmen wollen.“

Landwirte distanzieren sich von „Schwachköpfen mit Umsturzfantasien“ und verurteilen Habeck-Vorfall

Das sehen die heimischen Landwirte ebenso. „Diese Veranstaltungen sind öffentlich. So ist es möglich, dass sich da Leute dranhängen, die man eigentlich gar nicht dabei haben will“, sagt Heinz-Dieter Kortenbruck. Ebenso distanzieren sich die Landwirte von den Vorfällen in Schleswig-Holstein am Mittwochabend, als dutzende Bauern versuchten eine Fähre zu stürmen, auf der Vizekanzler Robert Habeck mit seiner Familie unterwegs war. „So was geht gar nicht und ist nicht unser Stil“, sagt Wortmann. „Ich bin entsetzt über diese Aktion.“

Am kommenden Montag werden der Bergkamener Landwirt und sein Sohn Carlo sich auf den Weg nach Unna begeben. Da die Demonstration erst dort offiziell ihren Anfang nimmt, dürfen die Teilnehmenden aus Bergkamen nicht zusammen anrollen. „Die Zufahrt gehört nicht dazu, also fährt jeder für sich selbst dahin“, erklärt Kortenbruck.

Dauer der Sternfahrt steht noch nicht fest

Bis Mittwochnachmittag hatte Kortenbruck die Zusage von gut 15 weiteren Landwirten aus Bergkamen. Wie lange die Sternfahrt am Montag dauern wird, steht aufgrund der noch unbekannten Gesamtteilnehmerzahl noch nicht fest.

Auch Landwirte aus Bönen nehmen an der Sternfahrt am 8. Januar teil.

Rubriklistenbild: © Volkmer

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