Gründer Aktionskreis Wohnen und Leben Bergkamen
Ein Rünther Kämpferherz schlägt nicht mehr: Karlheinz Röcher plötzlich gestorben
Trauer beim Aktionskreis, Familie, Freunden und Nachbarn in Rünthe: Karlheinz Röcher ist im Alter von 69 Jahren plötzlich gestorben.
Rünthe – Der „Aktionskreis Wohnen und Leben Bergkamen“ hat seinen Vorsitzenden, Motor und Gründer, der Ortsteil Rünthe einen streitbaren wie engagierten Menschen verloren: Karlheinz Röcher ist am Sonntag im Alter von 69 Jahren gestorben. Er befand sich auf einer Radtour im Oderbruch, als ihn der Tod plötzlich ereilte.
Seit 1997 in der Kolonie zuhause
Der gebürtige Siegerländer war Realschullehrer von Beruf und vor der Rente zuletzt für den DGB in der Fortbildung tätig. 1997 wurde Röcher zum Bergkamener Bürger, als er von Werne zur Westfalenstraße in die Rünther Zechenkolonie zog. Die Liebe hatte ihn zunächst ans Nordufer der Lippe und dann auf die Südseite geführt. Mit Partnerin Elke Schönberger an der Seite wurde Rünthe zur zweiten Heimat, für die sich „Charly“, wie Röcher von den meisten genannt wurde, bald ins Zeug legte.
Stimme der Bergbaubetroffenen
In den Auseinandersetzungen um Bergschäden machte Röcher von sich reden, brachte Betroffene zusammen, forcierte die gemeinsame Interessenvertretung. Daraus entstand 2006 der Aktionskreis. Röcher war Sprecher der NRW-Bergbaubetroffenen und wurde 2021 von der Stadt Bergkamen mit der Ehrennadel ausgezeichnet.
Für die Energiewende aktiv
Der Aktionskreis hat zwar mit dem „Arbeitskreis Grubenwasser“ einen neuen Schwerpunkt beim Bergbau gesetzt, seine Arbeit aber längst auf andere Felder erweitert. Aktuell mit der Gründung einer Energiegenossenschaft und dem Ruf nach dem Windrad auf der Halde.
Mitinitiator der Stolperstein-Verlegung
Gegen eine Gewerbegebietsplanung am Romberg und für eine am Gemeinwohl orientierte Nutzung des Rünther Marktplatzes hat sich Röcher, meist mit Rainer Schmidt im Bunde, zu Wort gemeldet. Seine häufigen Auftritte zur Einwohnerfragestunde im Rat stehen für die Beharrlichkeit. Dass Bergkamen nun mit Stolpersteinen der NS-Opfer gedenkt, geht auch auf das Engagement des Vereins zurück.
„Außerparlamentarische Opposition“
Der öffentliche Diskurs war sein Ideal von Demokratie. „Wir sind ein bisschen die APO“, räumte er mal im WA-Gespräch ein. Und: „Wir machen überparteiliche Gesprächsangebote über Inhalte, sonst nichts. Es geht uns um die Sache, und ich erwarte als Bürger, dass die Politik das erkennt.“