Wenn das Gas knapp wird

Heizdecke, Radiator oder Infrarot – welche Heizalternative verbraucht am wenigsten Strom?

Elektrische Heizgeräte erleben derzeit einen echten Boom. Stiftung Warentest hat die Kosten der gängigsten Heiz-Alternativen unter die Lupe genommen.

Kurz vor dem Winter sind die Gasspeicher in Deutschland fast vollständig gefüllt. Aktuell besteht also keine akute Gefahr, dass den deutschen Haushalten der Gashahn zugedreht wird. Dennoch steigt bei vielen Verbrauchern die Sorge, in der kalten Jahreszeit ohne Gas auskommen zu müssen. Neben Schweden- und Kachelofen kommen als Alternative vor allem elektrische Heizungen infrage. Doch die können ganz schön ins Geld gehen. Stiftung Warentest hat in seiner Ausgabe 10/2022 einige Stromheizungen unter die Lupe genommen und auf ihren Stromverbrauch getestet. Die kostengünstigste Alternative dürfte viele überraschen.

Eine Heizdecke wärmt, wenn das Gas nicht mehr reicht – und das sogar verhältnismäßig günstig. (Symbolbild)

Alternative zur Gasheizung: Stiftung Warentest prüft elektrische Heizgeräte

Für ihren Kosten-Check hat Stiftung Warentest fünf gängige Stromheizungen auf ihren Verbrauch und die damit verbundenen Stromkosten getestet. Im Test mit dabei:

  • Infrarotheizung
  • Radiator
  • Klimaanlage
  • Heizdecke
  • Heizlüfter

Exemplarisch dafür rechneten die Tester den Verbrauch für einen gemütlichen Fernsehabend aus: vier Stunden mit maximal 2.000 Watt Heiz­leistung. Die Tester gingen dabei von einem 16 Grad kalten Wohnzimmer aus, das auf 20 Grad erwärmt werden sollte, in einem durchschnittlich gedämmten Haus. Als Strompreis wurden 34 Cent pro Kilowatt­stunde veranschlagt.

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Strom verbraucht am meisten Energie im Haushalt? Falsch! Nur sechs Prozent beträgt der Stromverbrauch am Gesamtenergieverbrauch. Die Heizung dagegen macht stolze 75 Prozent aus.
Der Backofen muss in der Regel nicht vorgeheizt werden, da er sich ohnehin schnell erwärmt. Lediglich bei empfindlichen Teigen, wie Pizza oder Soufflé, ist ein Vorheizen sinnvoll.
Bei der Mikrowelle kommt es laut GEO darauf an: Bei Gerichten bis zu einem halben Kilogramm lohnt es sich, diese in der Mikrowelle zu erhitzen. Bei größeren Speisen verbraucht die Erwärmung auf dem Herd weniger Energie.
Um das dreckige Geschirr nach dem Essen wieder sauber zu bekommen, ist der Geschirrspüler in der Regel die sparsamste Methode. Nur bei Single-Haushalten lohnt es sich, sein Geschirr per Hand zu spülen.
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Heizdecke mit bestem Preis-Leistungs-Verhältnis

Das Ergebnis: Am besten schnitt die Heizdecke im Kosten-Check ab. Für einen Zwei-Personen-Haushalt rechneten die Tester Stromkosten in Höhe von 50 Euro für die gesamte kalte Jahreszeit aus (bei Stiftung Warentest ein Zeitraum von sechs Monaten). „Das liegt daran, dass die Heiz­decken eben nicht einen ganzen Raum mit bis zu 2 000 Watt heizen, sondern nur die damit gewärmten Personen.“, so die Tester. Und dafür reichen 50 bis 100 Watt pro Person vollkommen aus. Die Betriebsstunde kostet lediglich 3,4 Cent Strom.

Merklich teurer, aber dafür besonders effizient, heizen vorinstallierte Klimaanlagen. Sie heizen Räume relativ günstig und eignen sich hervorragend zum Dauerbetrieb. Splitgeräte können jedoch ganz schön teuer werden, wenn sie erst installiert werden müssen.

HeizungsartStrompreis / StundeVerbrauchKaufpreis
Heizdecke0,03 Euro100 Wattab 50 Euro
Klimagerät0,20 Euroetwa 600 Watt1.000-2.000 Euro (plus Installation)
Inrarotheizung*0,34 Euro*1.000 Watt*ab 100 Euro*
Radiator0,70 Euro 2.000 Wattab 80 Euro
Heizlüfter0,70 Euro 2.000 Wattab 50 Euro

Quelle: Stiftung Warentest / * für zwei Personen können zwei Geräte nötig sein.

Heizlüfter, Radiator und Infrarotheizung verbrauchen sehr viel Strom und kommen deshalb im Vergleich deutlich teurer (siehe Tabelle). Zudem sind Heizlüfter im Dauerbetrieb nicht empfehlenswert, da sie schnell überhitzen. Im Alltag sollten sie deshalb nur kurz eingesetzt werden.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Jochen Tack

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