Studie erklärt Hintergründe

Hund hebt die Augenbraue: Warum wir solchen Blicken nicht widerstehen können

Oft genügt ein kleines Detail, das unser Herz beim Anblick der Vierbeiner erweichen lässt. Eine Studie erklärt, warum Hunde die Augenmuskeln spielen lassen, wenn sie uns sehen.

Hundefans fühlen sich schnell dabei ertappt, dass sie manchen Blicken der Vierbeiner einfach nicht widerstehen können. Besonders, wenn Hunde ihre Augenbraue anheben – und dazu am besten noch den Kopf schief legen –, werden wir schnell wachsweich und würden in diesem Moment einfach alles für die Hunde tun. Diese typische Geste des Vierbeiners kommt nicht von ungefähr.

Hund hebt die Augenbraue und erweckt damit Sympathie

Für die Fähigkeit des Augenbrauenhebens ist bei Hunden ein besonderer Muskel verantwortlich. Das ergab BR.de zufolge eine Studie der Wissenschaftler um Juliane Kaminski von der University of Portsmouth aus dem Jahr 2019, die unter anderem die Gesichtsmuskulatur von vier Wölfen mit der von sechs Hunden verglichen. 

Jetzt kommt die Kommunikation zwischen Hund und Mensch ins Spiel: Brachten die Forscher für ihre Untersuchungen einen Menschen mit Hunden oder Wölfen zusammen, konnten sie feststellen, dass nur die Hunde ihren Augenmuskel derart spielen ließen. Wölfe taten das dagegen kaum und hatten anstelle des speziellen Muskels nur spärliche Muskelfasern und Bindegewebe.

Hunde können die Augenbraue anheben und dadurch ganz besonders schauen.

Hundeblick: Anheben der Augenbraue löst Emotionen aus

Das ließ die Forscher zu dem Schluss kommen, dass sich Hunde die spezielle Fähigkeit des Anhebens der inneren Augenbraue im Lauf ihrer Domestizierung angeeignet haben müssen. Und zwar vermutlich aus dem einfachen Grund, dass diese Geste der Hunde beim Menschen Emotionen auslöst. Wie werden solche Emotionen beim Menschen durch den Hundeblick hervorgerufen? Die Studie liefert dazu einige spannende Erkenntnisse.

Im Fachjournal Proceedings der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften („PNAS“) schrieben die Wissenschaftler zu der Studie, dass das Anheben der inneren Augenbraue die Augen des Hundes größer erscheinen lasse. Auch wirke das Gesicht der Hunde dadurch kindlicher. Der Blick ähnele zudem dem eines traurigen Menschen, heißt es weiter im Bericht des BR über die Studie.

Diese Art der Anpassung des Hundes an den Menschen ist bemerkenswert. Derweil habe sich die übrige Gesichtsmuskulatur seit der Trennung von Hund und Wolf vor rund 33. 000 Jahren kaum verändert, heiße es in der 2019 durchgeführten Studie.

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Hundesprache verstehen: So signalisieren Hunde ihre Liebe – Schlafplatz und Ablecken

Rastet ihr Hund vor lauter Freude sprichwörtlich aus, wenn er Sie sieht? Dann ist das ein Zeichen dafür, dass er sich unglaublich freut Sie wiederzusehen. Auch Hochspringen, Schwanzwedeln, Fiepen, Bellen und Lecken spricht für wahre Liebe und Freude darüber, dass Sie wieder da sind. (Symbolbild)
Nicht nur bei der Begrüßung ist Ablecken ein Liebesbeweis. Meist will er auch zwischendurch damit seine Zuneigung zum Ausdruck bringen. Doch nicht nur seine Liebe zeigt er damit, Ihr Vierbeiner möchte Sie so auch pflegen. Das Ablecken erfahren Hunde bereits im Welpenalter von ihrer Mutter aus genau denselben Gründen. (Symbolbild)
Nahen Körperkontakt möchten Hunde nur mit denen, die sie wirklich mögen. Kuschelt sich ihr Hund also gerne an Sie, ist das ein Liebesbeweis. (Symbolbild)
Hunde, die sich an ihre Besitzer lehnen, lieben ihren Menschen. Die Geste zeugt von Vertrauen. Macht er dies auch in beängstigenden Situationen, fühlt sich ihr Vierbeiner bei ihnen sicher. (Symbolbild)
Hundesprache verstehen: So signalisieren Hunde ihre Liebe – Schlafplatz und Ablecken

Hunde lösen durch Geste beim Menschen Emotionen aus

Bereits 2013 habe eine andere Studie des nahezu gleichen Forscherteams gezeigt, „dass Hunde in Tierheimen, die die Augenbraue öfter heben, schneller wieder ein Zuhause finden“, berichtet der BR. Andere Wissenschaftler kamen in einer jüngeren Studie außerdem zu dem Ergebnis, dass Hunde vor Freude sogar weinen können.

Rubriklistenbild: © Shotshop/Imago

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