Vorsicht geboten
Bedrohung durch gepantschten Alkohol: Auswärtiges Amt alarmiert Urlauber in der Türkei
Das Auswärtige Amt mahnt zur Wachsamkeit hinsichtlich Methanolvergiftungen in der Türkei. Vor allem in Istanbul und Ankara ist erhöhte Vorsicht angebracht.
Wer seinen Urlaub in der Türkei plant, sollte beim Genuss von Alkohol besonders vorsichtig sein. Das Auswärtige Amt hat eine Warnung herausgegeben, da es in verschiedenen Regionen, insbesondere in den Metropolen Istanbul und Ankara, zu Methanolvergiftungen durch gepanschten Alkohol gekommen ist. Methanol, eine farblose Flüssigkeit, kann in selbst gebranntem Alkohol gefährliche Konzentrationen erreichen.
So schützen sich Urlauber vor gepanschtem Alkohol
Um sich vor den Gefahren von gepanschtem Alkohol zu schützen, sollten Reisende einige Vorsichtsmaßnahmen beachten. Das Auswärtige Amt rät Reisenden:
- Trinken Sie nie Alkohol, der außerhalb von Geschäften, z.B. am Straßenrand, zum Verkauf angeboten wird.
- Kaufen Sie Alkohol nur in lizenzierten Fachgeschäften. Achten Sie auf ungeöffnete Originalverpackungen und offizielle Lizenzierung (Steuerbanderole); schlechte Druckqualität (auf der Banderole) bzw. falsche Schreibweisen können auf Fälschungen hindeuten.
Allein zwischen Anfang November 2024 und Januar 2025 sind in Istanbul 37 Menschen aufgrund von gepanschtem Alkohol verstorben, wie der Spiegel berichtet. Grund für die steigenden Zahlen sind womöglich die explodierenden Preisen für Alkohol, die für einen florierenden Schwarzmarkt gesorgt haben. Die Türkei steht mit diesem Problem aber nicht alleine da: Im Dezember 2024 ging ein Fall aus Laos durch die Medien, bei dem sechs Urlauber an vergiftetem Alkohol gestorben waren. Auch in Indonesien, Indien und auf den Fidschi-Inseln ist es schon zu solchen Methanolvergiftungen gekommen.
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Wie kommt Methanol in den Alkohol?
Das Gefährliche an Methanol ist, dass es sich in Geruch und Geschmack nicht vom herkömmlichen Alkohol, Ethanol, unterscheidet. Es entsteht als Nebenprodukt bei der Herstellung von Trinkalkohol und verdampft während der Destillation früher als Ethanol. Daher muss das erste Destillat unbedingt verworfen werden, um eine Verunreinigung des Endprodukts mit Methanol zu vermeiden. Bei illegal hergestelltem Alkohol geschieht dies jedoch nicht immer. Zudem wird Methanol oft absichtlich zum Strecken eingesetzt, da er kostengünstiger ist als Ethanol.
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Die Symptome einer Methanolvergiftung erkennen
Wer Anzeichen einer Methanolvergiftung zeigt, sollte sich laut Auswärtigem Amt unmittelbar in ärztliche Behandlung begeben. Zu den Symptomen zählen Sehstörungen, Übelkeit und Benommenheit. Auch Schwindel, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen und Erbrechen können darauf hinweisen, wie es im Spiegel-Bericht heißt. Im schlimmsten Fall führt eine Methanolvergiftung zum Tod.
Wird eine Vergiftung rechtzeitig erkannt, sollte schnell der Krankenwagen gerufen werden. „Im Krankenhaus wird der Magen ausgepumpt und man bekommt das Medikament Fomezipol, das die Alkoholdehydrogenase hemmt und somit den Abbau in Ameisensäure blockiert“, sagte der Toxikologe, Dr. Carsten Schleh, vor ein paar Jahren gegenüber der Deutschen Welle. Nicht von Methanol selbst, sondern von seinen Abbauprodukten geht nämlich die größte Gefahr aus. Darum ist eine weitere Behandlungsmethode auch die Gabe von Ethanol – Grund ist, dass dadurch der Abbau von Methanol in die hochgiftige Ameisensäure gestoppt wird. Das sollte jedoch nicht in Eigenregie versucht werden.
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