Krebserregender Stoff

Einheimische fordern Sperrung: Beliebter Strand in Kroatien offenbar mit Asbest belastet

Die kroatische Stadt Split ist ein beliebter Touristenmagnet – dazu gehört auch ein naheliegender Strand. Allerdings klagen Einheimische über eine Asbestbelastung.

Malerische Städte, atemberaubende Nationalparks sowie idyllische Buchten und Strände: Dafür ist Kroatien als Urlaubsland bekannt und auch unter Deutschen sehr beliebt. Gerade die Kulturmetropole Split mit dem Diokletianspalast lockt jedes Jahr eine Vielzahl von Touristen an. (Eskapaden sind jedoch nicht gerne gesehen.) Den Nachmittag lassen viele Besucher dann gerne an einem nahegelegenen Strand ausklingen – darunter auch der Plaža Kozica nördlich von Split in der Nähe des Dorfes Vranij. Doch offenbar ist Vorsicht angesagt: Eine lokale Bürgerinitiative prangert an, dass der Küstenabschnitt mit Asbest kontaminiert sei. Davon berichtet das kroatische Portal Morski.

Asbest-verseuchter Strand in der Nähe von Split

Der Asbest stammt der Bürgerinitiative zufolge von einer Fabrik, die einen direkten Zugang zum Meer hatte und dort den krebserregenden Stoff jahrelang eingeleitet habe. Mittlerweile existiert diese nicht mehr, wie es in dem Bericht heißt. Die Bürgerinitiative spricht von Kozica als eine „Asbestdeponie“, in der im Sommer viele ahnungslose Badegäste schwimmen, sich sonnen und kleine Kinder spielen. Es werde nämlich nirgendwo an dem Strand auf das Asbest-Problem hingewiesen, Warnschilder würden gänzlich fehlen gänzlich, kritisiert Marijana Grubić, die Leiterin der Bürgerinitiative. Sie fordert eine Sanierung des Strandes oder zumindest die Einzäunung des Gebiets sowie eine Kennzeichnung als Asbestgebiet.

In der Nähe des Dorfes Vranij nördlich von Split befindet sich der Kozica-Strand.

Der Bürgermeister von Solina, Dalibor Ninčević, hält indes dagegen, dass an dem Strand kein Asbest nachgewiesen werden konnte, wie das kroatische Portal Morski berichtet. Die Wasserqualität sei gut. Zudem sei die Stadt nicht für Kozica zuständig und könne daher weder den Küstenabschnitt einzäunen noch die Bürger vom Schwimmen abhalten. Eine Sanierung des Strandes sei jedoch geplant und dann würden auch die geforderten Zäune kommen.

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Für die Vertreter der Bürgerinitiative ist das ein Unding: „Wir fordern ständig die Einzäunung der kontaminierten Asbestdeponie mit einer Warnung vor der Gefahr, sofort und ohne Verzögerung“, so Grubić. Außerdem sei bereits 2016 versprochen worden, dass die Sanierung im Sommer 2017 beginnen sollte, wie Marin Mandić von der Bürgerinitiative anmerkt – seither sei aber nichts dergleichen passiert. Grubić ist sich stattdessen sicher, dass etliche Inspektionen, Ministerien, die staatliche Aufsichtsbehörde und der Umweltschutzfonds weiterhin dafür sorgen werden, dass die Lösung des Problems noch die nächsten 15 Jahre hinausgezögert wird. Somit müssen sich Einheimische und Touristen wohl weiterhin selbst entscheiden, ob sie sich derzeit mit einem Besuch des Strandes wohlfühlen.

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Warum ist Asbest so gefährlich?

Asbest ist ein eindeutig krebserregender Stoff, wie das Umweltbundesamt schreibt. Seine feinen Fasern könnten leicht eingeatmet werden und langfristig in der Lunge verbleiben. Dabei entsteht Narbengewebe, welches zu einer Lungenverhärtung führt. Auch Lungenkrebs oder ein Tumor des Lungen- oder Bauchfells können die Folge von Asbestfasern sein, die eine Reizwirkung in der Lunge bewirkt haben oder bis ins Brust- oder Bauchfell gewandert sind.

Rubriklistenbild: © Pond5 Images/Imago

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