Rückruf von Käse & Schnitzel
Listerien im Supermarkt: Wie Schwangere sich schützen können
Aktuell werden mehrere Supermarkt-Produkte wegen Listerien zurückgerufen. Die Bakterien können für ungeborene Babys gefährlich werden. So können Schwangere vorbeugen.
Käse-Rückruf wegen Listerien: Schwangere sollten aufpassen
Anfang der Woche hat es einen großen bundesweiten Rückruf für verschiedene Käse gegeben. Die Hofkäserei Belrieth GmbH hat in freiwilligen Selbstkontrollen Listerien-Bakterien in einigen ihrer Produkte gefunden und ruft daher vorsorglich insgesamt 16 Käsesorten zurück.
Betroffen sind die folgenden Käsesorten mit der Chargennummer 26032024:
- Belriether Salsa Brie: ca. 120g MHD 14.05.2024
- Belriether Biodorfkäse: ca. 120g MHD 03.05.2024
- Biodorfkäse Schnittlauch: ca. 120g MHD 03.05.2024
- Bio Ringelblumenkäse: ca. 1,5 kg MHD 21.05.2024
- Bio Calendulabrie: ca. 1,2kg MHD 22.05.2024
- Belriether Blumenbrie: ca. 1,5 kg MHD 21.05.2024
- Biodorfkäse Wiesenblumen: ca. 800 g MHD 14.05.2024, 26.05.2025 u. 02.06.2024
- Bio Ringelblumenkäse: ca. 800 g MHD 14.05.2024 u. 26.05.2024
- Biodorfkäse Schwarzkümmel: ca. 800 g MHD 26.05.2024
- Bio Weichkäse mit Edelschimmel und buntem Pfeffer: ca. 350 g MHD 16.05.2024
- Bio Weichkäse mit Edelschimmel und Wiesenblumen: ca. 350 g MHD 16.05.2024
- Belriether Dorfkäse Pfeffer: ca. 120 g MHD 03.05.2024 u. 05.05.2024
- Biodorfkäse Pistazien: ca. 120 g MHD 05.05.2024
- Belriether Dorfkäse Schwarzkümmel: ca. 120 g MHD 05.05.2024 u. 14.05.2024
- Bio Ringelblumenkäse: ca. 120 g MHD 03.05.2024 u. 14.05.2024
- Biodorfkäse Wiesenblumen: ca. 120 g MHD 05.05.2024 u. 14.05.2024
Auch bei REWE gibt es einen aktuellen Produktrückruf wegen einer Verunreinigung mit Listerien. Betroffen sind die 300-Gramm-Packungen vom „ja! Hähnchenschnitzel“, mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 23. Mai 2024.
Was sind Listerien?
Listerien sind kleine, stäbchenförmige Bakterien. Sie sind sehr widerstandsfähig und haben nur geringe Ansprüche an ihre Umwelt. Daher sind Listerien weit verbreitet. Bei der Lebensmittelgewinnung, etwa beim Melken oder Schlachten, können die Bakterien in die Milch oder das Fleisch gelangen. Generell werden Listerien häufig in rohen bzw. unbehandelten tierischen Lebensmitteln gefunden. Weil sie auch niedrige Temperaturen gut vertragen, vermehren sie sich selbst bei Kühlschranktemperaturen schnell. So kann es passieren, dass bereits haltbar gemachte Ware noch beim Verpacken verunreinigt wird. Das Tückische ist, dass Listerien die Lebensmittel nicht verderben. Weshalb es nicht möglich ist, einen Befall am Aussehen oder am Geruch der Lebensmittel zu erkennen.
Symptome bei einer Infektion mit Listerien
Für erwachsene Menschen mit einem intakten Immunsystem ist eine Infektion mit Listerien nicht gefährlich. Eine Listeriose verläuft oft unbemerkt, ohne Symptome. Für Schwangere besteht jedoch ein besonderes Risiko. Denn die Listeriose-Bakterien können auf das Ungeborene übergehen und im schlimmsten Fall eine Früh- oder Fehlgeburt auslösen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das passiert, ist aber wirklich gering. Laut den Angaben des Robert Koch-Instituts haben sich in den Jahren 2010 bis 2022 insgesamt nur fünf Schwangere überhaupt mit Listerien infiziert!
Wie können sich Schwangere vorn Listerien schützen?
Doch auch wenn das Risiko einer Infektion mit Listerien sehr gering ist, sollten Frauen ein paar Handlungsempfehlungen zur Ernährung in der Schwangerschaft beherzigen. Sie sollten keine rohen und unzureichend erhitzten Lebensmittel essen. Das gilt übrigens besonders für Räucherlachs. Die meisten der gemeldeten Listeriose-Fälle der letzten Jahre stehen im Zusammenhang mit dem Verzehr von kalt geräuchertem Lachs.
Aber auch Rohwürste wie Salami oder Weich- und Schmierkäsesorten wie Harzer Käse oder Camembert sollten Schwangere nicht essen. Rohes Fleisch sollte zügig weiterverarbeitet werden, ohne dass es lange im Kühlschrank lagert. Und beim Kochen oder Braten sollte es für mindestens zwei Minuten auf mindestens 70 °C erhitzt werden. Das tötet Listerien zuverlässig ab.
Vorsicht geboten ist ebenfalls bei allen Lebensmitteln, die offen gelagert werden: zum Beispiel bei Frischkäse von der Frischetheke oder an der Salatbar im Supermarkt. Darauf sollten Schwangere möglichst verzichten.
Generell sollte im Umgang mit Lebensmitteln noch ein bisschen mehr auf Hygiene geachtet werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung betont unter anderen diese fünf Punkte.
- Obst, Gemüse, Salate vor dem Verzehr sorgfältig waschen, am besten unter fließendem Wasser.
- Oberflächen, Messer und Utensilien nach jedem Kontakt mit rohem Fleisch (vor allem Geflügel und Fisch) oder Gemüse mit möglichst heißem Wasser und Spülmittel gründlich reinigen und sorgfältig abtrocknen.
- Gekochte Speisen nicht auf Brettern schneiden, wenn diese zuvor mit rohen Lebensmittel in Kontakt gekommen sind.
- Lebensmittelrückständen lieber mit Einmal-Küchenpapier wegwischen.
- Geschirr, Arbeitsflächen und Fußböden immer mit getrennten Tüchern reinigen.