Fallen von Personalern

Bewerbungsgespräch: Sieben typische Fangfragen – und wie Sie damit umgehen

Im Bewerbungsgespräch können Personaler Arbeitnehmer mit unangenehmen Fragen löchern. Wichtig ist es, sich dadurch nicht verunsichern zu lassen.

Wenn Sie nach Ihrer Bewerbung eine Einladung zum Vorstellungsgespräch – egal ob virtuell oder in Präsenz – erhalten, haben Sie die erste Hürde bereits genommen und stehen im engeren Favoritenkreis. So weit, so gut. Allerdings ist ein solches Gespräch nicht zu unterschätzen. Häufig nämlich wollen Personaler von Ihnen nicht nur die üblichen 08/15-Floskeln hören, sondern Sie mit geschickten Fangfragen auf Ihre Interessen und Ihre Schlagfertigkeit überprüfen. Darauf die passenden Antworten zu finden, ist häufig gar nicht so einfach, Sie müssen einige Punkte beachten.

Bewerbungsgespräch: kurz und ehrlich auf Fragen antworten

Im Bewerbungsgespräch können jede Menge unangenehme Fragen auf Sie zukommen – Schlagfertigkeit ist dabei gefragt. (Symbolbild)

Kommt eine Frage auf Sie zu, mit der Sie nicht zwingend gerechnet haben, müssen Sie die Ruhe bewahren. Überlegen Sie einen Moment und antworten Sie dann ehrlich und kurz. „Je weiter Sie für Ihre Erklärungen ausholen, desto größer ist auch die Chance, dass Sie sich verplappern oder abschweifen“, erklärt Karrierebibel.de. Im Folgenden können Sie sich auf sieben typische Fangfragen vorbereiten, die Personaler gerne stellen.

1. Wie geht es Ihnen heute?

Was im ersten Moment wie die Standardfrage schlechthin klingt, kann dem Personaler allerdings bereits Aufschlüsse über Sie geben. Eine zu knappe Antwort kann Sie arrogant herüberkommen lassen und sorgt zudem für unangenehme Stille. Das Job-Portal Indeed.com, das zuletzt mit einer Umfrage zur Gleichberechtigung von Frauen und Männern für Aufsehen sorgte, warnt jedoch auch davor, dem Gegenüber beispielsweise von einer vor Aufregung schlaflosen Nacht zu berichten und empfiehlt stattdessen: „Dass Sie in Anbetracht des wichtigen Gesprächs ein bisschen nervös sind, dürfen Sie selbstverständlich gerne zugeben. Das bricht das Eis und wirkt sympathisch.“

2. Haben Sie vor, sich eines Tages selbstständig zu machen?

Natürlich möchten Arbeitgeber wissen, ob sie langfristig mit Ihnen planen können oder Sie möglicherweise in absehbarer Zeit einen Wechsel in die Selbstständigkeit anstreben. Diese Frage kann unangenehm für Sie werden. Sie müssen den Spagat hinbekommen, dass nicht der Eindruck entsteht, dass Sie zeitnah den Absprung planen. Zugleich soll Ihr Gegenüber allerdings auch nicht denken, dass Sie keinerlei berufliche Ziele und Träume mehr hätten.

3. Wie ist Ihr Familienstand?

Gerade bei weiblichen Bewerbern möchten Unternehmen oftmals wissen, wie es um den aktuellen Familienstand bestellt ist. Damit will die Firma natürlich wissen, ob die Bewerberin in naher Zukunft schwanger werden könnte und dadurch für längere Zeit ausfällt. Doch auch Männer sind von dieser Frage betroffen. Das Gute: Sie müssen darauf nicht antworten. Diese Art von Fragen sind nämlich unzulässig und dürfen überhaupt nicht gestellt werden, was viele Personaler allerdings nicht daran hindert, es dennoch zu tun. „Die Frage nach dem Familienstand ist generell unzulässig. Derartige Fragen können dementsprechend auch falsch beantwortet werden“, klärt die Kanzlei Hasselbach auf.

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4. Was hat Sie an Ihren früheren Vorgesetzten am meisten gestört?

Negativ über frühere Arbeitgeber zu sprechen, ist ein No-Go im Bewerbungsgespräch – das gilt auch für einzelne Personen aus Ihrer Vergangenheit. Daher empfiehlt Indeed.de: „Entweder erklären Sie, dass ihr Jobwechsel keinerlei persönliche Gründe hatte oder Sie drehen die Frage um und erläutern, welche Eigenschaften von Führungskräften Sie besonders schätzen.“ Tappen Sie unter keinen Umständen in die Lästerfalle.

5. Woher wissen Sie, dass Sie einen guten Job gemacht haben?

Bei dieser Frage prüft Sie der Personaler auf Ihre persönlichen Eigenschaften. Wenn Sie Ihre Erfolge mit sich selbst und eigenen Kriterien begründen, gelten Sie als intrinsische Person. Extrinsisch kommen Sie hingegen rüber, wenn Sie die Qualität Ihrer Ergebnisse an den Beurteilungen durch Kollegen, Kunden und Vorgesetzten messen, erklärt Karrierebibel.de

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Sind Sie in Sachen Styling unsicher, was beim Bewerbungsgespräch angebracht ist? Wichtig ist natürlich, dass Bewerber ordentlich und gepflegt wirken.
Also lieber noch einmal duschen, Haare waschen und ein Deo benutzen, bevor Sie sich auf den Weg machen.
Sie bewerben sich für einen Job in der Bank, erscheinen aber in Jeans und T-Shirt? Zu lässige Kleidung könnte Sie bei so manchem Personalchef disqualifizieren. Kleiden Sie sich also lieber etwas zu schick als zu bequem – damit macht man nichts falsch.
Wer mit einem Coffee-to-go in der Hand beim Vorstellungsgespräch erscheint, könnte bei Recruitern durchaus für Stirnrunzeln sorgen.
Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

6. Was würden Sie tun, wenn Sie morgen im Lotto gewinnen würden?

Mit dieser Fangfrage wollen Personaler Ihre Beweggründe für die Stelle ausmachen. Die entscheidende Frage, die sich die Firma durch Ihre Antwort geklärt wünscht, lautet: Arbeiten Sie lediglich aus finanziellen Gründen für das Unternehmen oder interessieren Sie sich tatsächlich für die Stelle?

7. Was ist Ihre größte Sorge – diesen Job betreffend?

Das Unternehmen kann mit dieser Frage zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen sieht es dadurch, wie intensiv Sie sich mit der Firma und Ihrer potenziellen Tätigkeit im Vorfeld beschäftigt haben. Doch damit nicht genug, erklärt Karrierebibel.de: „Es zeigt sich, welche Herausforderungen der Bewerber erwartet und wie er gedenkt, damit umzugehen. Nebenbei findet man natürlich auch heraus, wie offen der Bewerber tatsächlich ist.“

Rubriklistenbild: © Westend61/IMAGO

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