Bewerbung mal anders

Kein Bewerbungsschreiben, kein CV: Firma fragt nur 5 Dinge

In Deutschland sind ein Bewerbungsschreiben und ein Lebenslauf für eine Bewerbung immer noch unerlässlich. Nicht so bei einem dänischen Unternehmen – es setzt bereits auf KI.

Gute Referenzen, Auslandserfahrung und die richtige Arbeitseinstellung: Mithilfe eines Lebenslaufs und eines dazu passenden Anschreibens hoffen Unternehmen, den richtigen Bewerber für eine offene Stelle zu finden. Beides soll Personalern dabei helfen, eine erste Vorauswahl im Bewerbungsprozess zu treffen und sich ein Bild über den Kandidaten zu machen. Ein wichtiger Grund, warum es auch heute noch so beliebt ist, diese bei Bewerbungen vorauszusetzen. Doch ist das noch zeitgemäß?

Zumal die Gen Z ganz andere Vorstellungen hat, wie es auf dem Arbeitsmarkt zugehen sollte. Das hat auch ein dänisches Unternehmen namens „Joe & the Juice“ erkannt. Oder vielmehr, dass sich die jungen Arbeitnehmer immer mehr auf Künstliche Intelligenz stützen.

Dänisches Unternehmen fordert weder Anschreiben noch Lebenslauf

Beim Vorstellungsgespräch hilft es, ehrlich zu sein.

Demnach habe Sebastian Jeppesen, globaler Personalchef der dänischen Café- und Saftbarkette, immer mehr Bewerbungen auf dem Tisch liegen, die offensichtlich von einer KI verfasst worden sind, berichtet er gegenüber der dänischen Tageszeitung Berlingske. Das habe ihn zum Umdenken bewegt, erklärt er. Mit erstaunlichen Folgen: Jeppesen habe den klassischen Bewerbungsprozess mit Anschreiben und Lebenslauf gänzlich abgeschafft, Bewerber müssten hingegen zeigen, dass sie wirklich im Unternehmen arbeiten wollen.

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„Wenn man sich die meisten Bewerbungen anschaut, sagen sie alle das Gleiche. Sie bewahren unter Druck einen kühlen Kopf und sind multitaskingfähig.“ Auf diese austauschbaren Phrasen kann er verzichten: „Wofür brauchen wir das? Was sagt uns das über die Bewerber?“ Aus diesem Grund habe sich die Firma nun auch selbst dazu entschlossen, Künstliche Intelligenz anzuwenden, um neues Personal zu finden.

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Sind Sie in Sachen Styling unsicher, was beim Bewerbungsgespräch angebracht ist? Wichtig ist natürlich, dass Bewerber ordentlich und gepflegt wirken.
Also lieber noch einmal duschen, Haare waschen und ein Deo benutzen, bevor Sie sich auf den Weg machen.
Sie bewerben sich für einen Job in der Bank, erscheinen aber in Jeans und T-Shirt? Zu lässige Kleidung könnte Sie bei so manchem Personalchef disqualifizieren. Kleiden Sie sich also lieber etwas zu schick als zu bequem – damit macht man nichts falsch.
Wer mit einem Coffee-to-go in der Hand beim Vorstellungsgespräch erscheint, könnte bei Recruitern durchaus für Stirnrunzeln sorgen.
Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Neues Personal dank KI-Unterstützung

Das Einzige, was Bewerber jetzt tun müssen, sind fünf Fragen online zu beantworten. Diese bilden die Unternehmensgrundsätze und wichtige Anforderungen im Arbeitsalltag ab. Wer die Fragen zufriedenstellend beantworten kann, hat gute Chancen, dort arbeiten zu können. Dafür brauche es keine Arbeitserfahrungen in der Gastronomie, Motivation und Eigeninitiative wären viel wichtiger. Alles andere „bringen wir ihnen schon bei“, betont Jeppesen. Aber: Zwar unterstütze die KI den Bewerbungsprozess und mache Vorschläge, dennoch würde am Ende ein Personalverantwortlicher stets die Bewerbungen nochmal anschauen.

Offenbar eine Win-win-Situation für beide Seiten: Auf diese Weise hätte das Unternehmen laut Jeppesen abschließend nicht nur viele neue Leute eingestellt, sondern auch solche, „die wir normalerweise nicht eingestellt hätten.“

Rubriklistenbild: © Bartek Szewczy/Imago

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