Krank im Job
Belastet, leer, erschöpft: Kann ich wegen Stress krankgeschrieben werden?
Stress spürt jeder einmal. Wenn der die Überhand gewinnt, kann es gesundheitliche Folgen haben. Wann es ein Grund für die Krankschreibung sein kann.
Der Rechner wird heruntergefahren, Sie packen Ihre Sachen zusammen und verlassen das Büro. Die Gedanken kreisen allerdings noch um das neue Projekt und die nächste Deadline. Selbst daheim können Sie nicht richtig abschalten und denken an den Job. Das kann ein Zeichen von Stress sein.
Krankgeschrieben durch Stress: Geht das überhaupt?
Grundsätzlich entscheidet ein Arzt oder eine Ärztin darüber, ob Sie krankgeschrieben werden oder nicht. Bei dem Besuch in der Praxis werden Sie dann beurteilt. Dies erfolgt auf der Basis einer bundeseinheitlichen Richtlinie. Die Richtlinie besagt:
- „Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn Versicherte auf Grund von Krankheit ihre zuletzt vor der Arbeitsunfähigkeit ausgeübte Tätigkeit nicht mehr oder nur unter der Gefahr der Verschlimmerung der Erkrankung ausführen können. (...) Arbeitsunfähigkeit liegt auch vor, wenn auf Grund eines bestimmten Krankheitszustandes, der für sich allein noch keine Arbeitsunfähigkeit bedingt, absehbar ist, dass aus der Ausübung der Tätigkeit für die Gesundheit oder die Gesundung abträgliche Folgen erwachsen, die Arbeitsunfähigkeit unmittelbar hervorrufen.“ (§ 2, Absatz 1)
Dies bedeutet, dass Sie auch krankgeschrieben werden können, wenn die Möglichkeit besteht, dass der Job eine Arbeitsunfähigkeit herbeiführen könnte. Hier kann ein Arzt oder eine Ärztin also vorbeugen. Demzufolge kann – je nach Ausprägung – auch Stress ein Grund sein, krankgeschrieben zu werden. Übrigens müssen Sie sich keine Sorgen machen, dass Ihr Chef den Grund für Ihre Krankheit erfährt – das wird nicht an den Arbeitgeber übermittelt.
Stress und seine Folgen
Stressige Zeiten sind nicht immer negativ – Stress kann durchaus auch positive Aspekte haben. Beispielsweise hilft er dabei, Herausforderungen zu meistern. Wenn Stress allerdings Überhand nimmt, erhöht sich das Risiko, krank zu werden. Das kann beispielsweise passieren:
- Schlafstörungen
- Muskuloskelettale Verspannungen
- Schweißausbrüche
- Herzklopfen
- Kreislaufstörungen
- Erschöpfung
- Beschwerden im Magen-Darm-Trakt
- Kopfschmerzen
- Bauchschmerzen
- Gefühllosigkeit
Quelle: BAuA, Patientenberatung
Im Krankheitsfall: Zehn Dinge, die Sie über die Krankschreibung wissen müssen




Aber auch Ängste, wie Angst um den Job oder Versagensangst, Selbstzweifel oder depressive Gedanken können den Körper beeinflussen, wenn diese Überhand nehmen. Beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen können die Folge sein, schreibt Professor Dr. Norbert K. Semmer (Universität Bern) in ‚Psychische Gesundheit: Arbeitspsychologische Perspektive‘. Sowohl die physische als auch die psychische Gesundheit können durch Stress beeinflusst werden. Beispielsweise können Depressionen oder Burn-out entstehen – dies kann unter Umständen langwierige Folgen haben.
Wenn Sie diese oder ähnliche Symptome an sich beobachten, lohnt es sich einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen. Dort werden Sie beraten und können gezielt behandelt werden.
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