Achtung bei der Therapie

Auf richtige Therapie bei Schilddrüsenunterfunktion achten: Nehmen Sie Ihre Hormone nicht mit Kaffee ein

Viele Menschen mit einer Schilddrüsenerkrankung müssen permanent Medikamente einnehmen. Vorsicht ist bei bestimmten Getränken wie Kaffee geboten.

Stellt ein Endokrinologe aufgrund von Symptomen fest, dass eine Schilddrüsenerkrankung vorliegt, wird der Patient gegen die Schilddrüsenunterfunktion oder chronische Entzündung der Schilddrüse (Hashimoto) medikamentös eingestellt. Die Therapie sollte im besten Fall langfristig fortgeführt werden, da Betroffene durch beispielsweise Absetzen der Medikamente erneut mit bekannten oder gar neuen Symptomen konfrontiert werden.

Dabei kann es auch schon ausreichen, dass die Schilddrüsenmedikamente aufgrund anderer Präparate oder gar Lebensmittel weniger wirken. Beim Genuss von Kaffee sollten Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen vorsichtig sein.

Schilddrüsenbehandlung: Hormone nicht mit Kaffee einnehmen

Schilddrüsenhormone sollten nicht mit Kaffee eingenommen werden. (Symbolbild)

Um den Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen, nehmen Patienten mit einer chronischen Schilddrüsenunterfunktion in der Regel langfristig Hormone in Tablettenform ein. Wie diese eingenommen werden, erklärt Ihnen Ihr Arzt oder es kann in der Regel im Detail dem Beipackzettel entnommen werden.

Wichtig ist bei der Medikamenteneinnahme, nicht nur auf mögliche Nebenwirkungen, sondern auch stets auf sogenannte Wechselwirkungen zu achten. Der Begriff „Wechselwirkung“ steht im medizinischen und pharmakologischen Kontext für die gegenseitige Beeinflussung von zwei oder mehreren Arzneistoffen in ihrer Wirkung.

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Es wird empfohlen, Schilddrüsenhormone in Tablettenform ca. eine halbe Stunde vor dem Frühstück einzunehmen. Beim morgendlichen Kaffee vor dem Essen bietet sich die Einnahme ja entspannt an – doch Vorsicht, wie das Medikament zugeführt wird!

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Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI) und praktizierender Internist erklärt gegenüber dem Portal Internisten im Netz: „Kaffee verzögert die Resorption des Hormons und verringert seine Bioverfügbarkeit. Demzufolge weisen z. B. Frauen, die T4 jeden Morgen mit Kaffee anstatt Wasser einnehmen, niedrigere T4-Werte im Blut auf. Aus diesem Grund sollten Patienten sich unbedingt an die Empfehlung halten, als Einnahmeflüssigkeit Wasser – und keinen Kaffee – zu verwenden.“

Selbst Kaffee, der sofort nach der Medikamenteneinnahme getrunken würde, behindere die Aufnahme der Schilddrüsenhormone in die Blutbahn, laut Dr. Wesiack. Deshalb sei Patienten mit einer Schilddrüsenerkrankung unbedingt dazu geraten, nach Einnahme des Hormons auf nüchternen Magen mindestens eine halbe Stunde mit dem Kaffeetrinken abzuwarten.

Zwar ist Kaffee zur Einnahme der Schilddrüsentabletten weniger empfohlen, doch wirkt ansonsten das beliebte Getränk im Alltag nahezu wahre Wunder, als Wachmacher oder sogar zum Abnehmen – Diät-Trend Kaffee-Zitrone gefällig?

Patienten mit einer Schilddrüsenerkrankung sollten ihre Hormontabletten auch nicht mit Milch oder Mineralwasser einnehmen, da die enthaltenen Mengen an Calcium die Aufnahme von Thyroxin im Körper stören kann. Thyroxin kann tatsächlich mit verschiedenen Nahrungsmitteln und auch Medikamenten wechselwirken, beispielsweise der Pille als Schwangerschaftsverhütung, Cholesterin-Senker und Betablocker gegen hohen Blutdruck.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Science Photo Library/Imago

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