Auswirkung der Corona-Pandemie

Extremes Übergewicht bei Kindern: Zahl der Betroffenen steigt

Eine neue Studie der Kaufmännischen Krankenkasse in Hannover zeigt einen erschreckenden Anstieg der Adipositas Erkrankungen bei Kindern.

Die durch das Coronavirus bedingte Lockdownzeit war für viele Menschen eine mentale und physische Herausforderung. Besonders die Gesundheit von Kindern litt in dieser Zeit enorm. Das bestätigt nun eine weitere Studie. Aus Daten der Kaufmännischen Krankenkasse in Hannover geht hervor, dass der Anteil von Kindern mit extremem und lebensgefährlichem Übergewicht in den vergangenen drei Jahren stark gestiegen ist.

Extremes Übergewicht bei Kindern: Zahl der Betroffenen steigt

Immer mehr Kinder leiden unter Übergewicht. (Symbolbild)

Es sind längst nicht nur psychische Krankheiten, die sich während der Coronapandemie unter Kindern und Jugendlichen stärker als sonst üblich verbreitet haben. Auch körperlich haben viele Kinder und Jugendliche seit der Lockdownzeit zu kämpfen. Besonders deutlich zeigt das eine neue Studie, die auf Zahlen der Kaufmännischen Krankenkasse in Hannover beruhen: Zwischen 2019 und 2021 ist bei den 6- bis 18-Jährigen ein Anstieg von Adipositas-Fällen um 10,7 Prozent zu verzeichnen. Bei den 15- bis 18-jährigen Jungen ist der Anstieg mit 18,7 Prozent sogar noch drastischer. Unter Mädchen in derselben Altersklasse ist ein Anstieg von zwölf Prozent zu verzeichnen.

Extremes Übergewicht bei Kindern: Zahlen dramatisch

Die vorliegenden Zahlen sind aus verschiedenen Gründen als sehr drastisch einzustufen, sagt Aileen Könitz, Ärztin und Expertin für psychiatrische Fragen bei der Krankenkasse, gegenüber der Deutsche Presseagentur (dpa). Zum einen sind die Gesundheit und das Essverhalten in der Kindheit entscheidend für ein gesundes Leben im Erwachsenenalter. Übergewicht in jungen Jahren geht häufig mit Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder stärkerem Gelenkverschleiß einher.

Zum anderen gehen mit körperlichen Einschränkungen wie Übergewicht häufig auch psychische Probleme einher. Das fängt unter anderem beim Mobbing in der Schule an, endet dort aber nicht. Denn wenn Kinder aus körperlichen Gründen bestimmte Aktivitäten nicht mitmachen können, schließt sie das aus der Gemeinschaft zumindest in Teilen aus. Auch das kann Depressionen und ähnliche Krankheiten fördern.

Extremes Übergewicht bei Kindern: Lebensmittelindustrie in Kritik

Mit Schuld an dem oben aufgezeigten Trend sei aber auch die Lebensmittelindustrie, wie Foodwatch gegenüber der dpa erklärte. Denn das Angebot an ungesunden, überzuckerten und fettigen Süßigkeiten und anderem Fast Food sei riesig. Das Problem dabei sei, dass die Lebensmittelindustrie ihre Produkte unter anderem über Social-Media-Kanäle vermarkte und so vor allem stark beeinflussbare Gruppen wie Kinder erreiche. Foodwatch empfiehlt deswegen Schranken für Süßigkeiten-Werbung, eine Nährwert-Ampel und Steuern auf überzuckerte Getränke.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: ©  YAY Images/Imago

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