Wie Elternsein wirklich ist

Mental Load, Stress, Schlafmangel, Einsamkeit: Dinge, die sich Eltern mit Kind anders vorgestellt haben

Mutter liegt mit Baby in der Wiese
1 von 10
Die Elternzeit wird schön, endlich Freizeit, wie Urlaub, abschalten und die Zeit mit dem Baby genießen, viel spazieren gehen, die angefangenen Bücher fertig lesen, neue Kochrezepte ausprobieren. Was sich gerade Mütter während der ersten Schwangerschaft ausmalen, entspricht in vielen Fällen nicht dem, wie es dann wird. Manche Mütter und Väter fühlen sich vom neuen Lebensabschnitt überrollt und trotz aller Vorbereitungen doch nicht genug vorbereitet. (Symbolbild)
Frau enttäuscht am Telefon
2 von 10
So sehr sich viele Mütter über den positiven Schwangerschaftstest und den Nachwuchs freuen, umso herausfordernder kann dann die Organisation rund um die Geburt werden. Je nachdem, in welcher Stadt sie leben, wird Eltern geraten, sich frühzeitig um einen Platz zur Entbindung in einer Klinik zu bemühen. 24vita.de sprach mit einer Mutter, die bereits in der 6. Woche der Frühschwangerschaft von Kliniken am Telefon abgewiesen wurde, weil sie zum errechneten Entbindungstermin keinen Platz ermöglichen konnten. „Das habe ich wirklich nicht erwartet“, berichtete die Mutter. (Symbolbild)
Zwei Frauen mit Baby am Wickeltisch.
3 von 10
Ein für viele Mütter besonders frustrierender Umstand ist der Mangel an Hebammen in Deutschland, insbesondere zur Nachsorge. Ein Umstand, den sich so manche Eltern wohl anders vorgestellt haben. Die Hebamme kommt nach der Geburt zu den Müttern nach Hause – anfangs täglich, später wöchentlich – sieht nach dem Baby und ist auch wertvolle Ansprechpartnerin für die Mutter. Eltern brauchen speziell am Anfang Unterstützung und Kraft, um ihre nötige Kompetenz entwickeln zu können. Gerade nach der Geburt fühlen sich viele Mütter körperlich und mental erschöpft. Die Hebamme kontrolliert in der Nachsorge zudem die Rückbildung der Gebärmutter bei der betreffenden Mutter, den Wochenfluss sowie die Wundheilung von Riss- oder Operationswunden bei Dammriss oder -schnitt sowie Kaiserschnitt. Außerdem zeigt die Hebamme ihnen erste Übungen der Rückbildungsgymnastik. (Symbolbild)
Mutter sitzt erschöpft vor Babybett
4 von 10
Ein Baby bedeutet das pure Glück – so denken und hoffen es die meisten Eltern. Doch nicht immer stellt sich nach der Geburt das Gefühl von Glück und unendlicher Liebe ein. Bei etwa 710.000 Geburten pro Jahr in Deutschland zeigen über 70.000 Frauen und mit ihnen auch Männer pro Jahr Symptome einer postpartalen Depression. (Symbolbild)
Vater und Sohn schlafen im Sitzen
5 von 10
„Schlaf immer dann, wenn das Baby schläft.“ Ein gut gemeinter Rat von anderen Eltern, der nach der Geburt eine besondere Bedeutung einnehmen wird. Denn den schwierigen Umstand der veränderten Schlafqualität mit Schlafmangel haben sich viele Eltern definitiv anders vorgestellt. Nicht selten fühlen sich die übermüdeten Mütter und Väter dann über den ganzen Tag schläfrig-benommen, leiden unter Konzentrationsschwierigkeiten, Stimmungsschwankungen und sind stark reizbar. (Symbolbild)
Mutter mit Baby erinnert sich
6 von 10
Zu dem neuen Leben mit Baby kommen auch jede Menge Aufgaben auf Mütter und Vater zu, angefangen vom neuen Tagesablauf, den oftmals kurzen Nächten, über das Stillen des Babys und Fläschchen geben bis hin zu Nachsorge- und Vorsorgeterminen. Gerade Mütter berichten, das Gefühl zu haben, an vieles denken zu müssen und machen dabei häufig die Erfahrung – auch wenn das Kind schon älter ist sowie, wenn Geschwister dazu kommen – Termine, Verabredungen oder Aufgaben zu vergessen. (Symbolbild)
Frau sortiert Wäsche in Waschmaschine
7 von 10
Mit dem Nachwuchs wird die Arbeit im Haushalt nicht weniger, ganz im Gegenteil. „Ich hätte es nie für möglich gehalten, so viel Wäsche pro Woche zu waschen“, erzählt eine Mutter 24vita.de im Gespräch. Mit dem Baby in der Familie fehlt es dann schlicht und ergreifend häufig an Zeit und vielen Eltern auch an Energie, Aufgaben zu erledigen, selbst wenn Eltern das Kind einbinden oder sich zur Erholung zum schlafenden Baby dazu legen. (Symbolbild)
Frau in der Dusche
8 von 10
Eine ausgiebige Dusche oder ein schönes, warmes Bad. Was für Menschen ohne Kinder meist selbstverständlich ist, muss von Eltern mit Baby nicht selten zeitlich eingeplant werden. „Ich habe anfangs immer nur ganz schnell duschen können, weil unser Kleiner nicht gerne abgelegt werden wollte und dann viel weinte“, beschreibt eine Mutter im Gespräch mit 24vita.de. Zwar mag es für die einen absurd klingen, doch ist dieser Umstand für so manche Mutter oder manchen Vater nach der Geburt des Babys blanke Realität, die vorher nicht in ihrer Vorstellung vorkam. (Symbolbild)
Mutter wiegt Baby im Arm
9 von 10
Über neun Monate warten Eltern darauf, ihr Baby in den Armen halten zu können. „Jeden Tag war das für mich ein besonderer Moment, wenn ich unser kleines Baby im Arm hielt, sie wiegte, an ihr roch“, so die Mutter einer jetzt 4-Jährigen. Die meisten Eltern freuen sich auf ihre Elternzeit mit Kind, doch es gibt auch die Mütter und Väter, die sich in dieser ersten Zeit mit Kind dennoch alleine fühlen, da ihnen beispielsweise die Ansprache mit anderen fehlt. (Symbolbild)
Eltern mit kleinem Baby
10 von 10
Mit der Geburt des Babys werden aus zwei Menschen eine Familie. Wo sich vorher die Frau und der Mann voll auf ihre Partnerschaft konzentrieren konnten, stehen nun in der Regel vorrangig die Bedürfnisse des Nachwuchses im Zentrum der Aufmerksamkeit. Ein Baby verändert zwar eine Partnerschaft, kann sie aber auch bereichern. Mutter und Vater ist eine Rolle im Leben, in die Eltern zunächst hineinwachsen müssen, die auch mit Tücken, Hindernissen und verschiedenen Gefühlen verbunden ist, auch wenn es in der eigenen Vorstellung einfacher schien. (Symbolbild)
  • Natalie Hull-Deichsel
    VonNatalie Hull-Deichsel
    schließen

Mit einem Baby und dem Elternwerden beginnt ein komplett neuer Lebensabschnitt. Zwar informieren sich viele Mütter und Väter darüber, was auf sie zukommt, doch die Realität verläuft meist anders.

„Alltag mit Kindern ist immer eine Frage der Organisation“, „Ich werde mein Baby nur stillen, wenn es Hunger hat, nicht nur zur Beruhigung“, „Ich möchte rechtzeitig abstillen“, „Jedes Mal hinlaufen, wenn das Baby einen Ton von sich gibt, das werde ich eher nicht“ – Was sich werdende Mütter und Väter überlegen, bevor das Baby auf der Welt ist, unterscheidet sich nicht selten komplett von dem, was dann tatsächlich eintritt. 24vita.de ist im Austausch mit verschiedenen Müttern und Vätern immer wieder auf die gleichen Themen und Herausforderungen gestoßen, die der Nachwuchs für Eltern mit sich bringt. Letztlich betonen alle Eltern, mit denen 24vita.de sprach, wie sehr sie ihr Kind lieben und dass sie es nicht missen möchten, doch sie betonen auch, wie schwierig und anstrengend Elternsein ist – trotz aller Liebe zum eigenen Kind.

Kindheit im Wandel der Zeit: Was der Nachwuchs heute kaum mehr kennt und frühere Generationen feiern

Weißbrot in Eiermilch
Frau schmiert ein Butterbrot
Junge liegt auf Sofa und liest ein Buch
Mädchen auf dem Schulweg
Kindheit im Wandel der Zeit: Was der Nachwuchs heute kaum mehr kennt und frühere Generationen feiern

Erziehung: 10 Dinge, die sich Eltern mit der Geburt des Babys anders vorgestellt haben

Letztlich ist es schwer, sicher zu sein, was auf einen selbst als Mutter oder Vater zukommt, da dies nicht nur vom Wesen des Kindes und seinem Verhalten abhängt, auch von dem Befinden und Empfinden der Eltern. Da können vermeintlich kleine Dinge zum echten Problem werden, wie:

Für viele Eltern ist die erste Zeit nach der Geburt mit Baby sehr schön, doch für manche auch ein Realitätsschock, wie sich anhand des Feedbacks der Mütter und Väter abzeichnet, mit denen die 24vita-Redaktion sprach. Und es gibt auch die Beispiele, denen es besonders schwerfällt. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich zu den Müttern gehöre, die nach der Geburt depressiv sind. Es hat mich echt Zeit gekostet, bis ich mein Kind annehmen konnte, bis ich Gefühle für mein Kind spürte. Bis dahin habe ich mich nur wie eine Hülle gefühlt.“

Ein Unterschied zwischen den Müttern aus früheren Generation und heute: Es scheint kein absolutes Tabu mehr zu sein, über die Herausforderungen des Elternseins offen sprechen zu können. Dabei war es gerade für Mütter früher in vielerlei Hinsicht noch schwieriger, das Familienleben zu bewältigen, im Zeitalter fehlender Gleichberechtigung zu Vätern.

Rubriklistenbild: © Kzenon/Imago

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Kommentare