Nach Infektionswelle

Impfung gegen RS-Virus: Wer geimpft wird und was Eltern wissen müssen

Überfüllte Kinderkliniken, nicht genug freie Betten: Eine erneute Infektionswelle will man mit der Impfung gegen das RS-Virus vermeiden.

Hamm - Im vergangenen Winter sorgte es für überfüllte Kinderkliniken in Nordrhein-Westfalen. Familien übernachteten teilweise im Krankenhaus auf Pritschen, Infektionsstationen waren völlig überlastet und befanden sich in einem Teufelskreis. Immer mehr Kinder steckten sich mit dem RS-Virus an. Nun hat die EU-Kommission den RVS-Impfstoff Abrysvo zugelassen. Was Eltern wissen sollten.

Impfung gegen das RS-Virus: Wer geimpft wird und was Eltern wissen müssen

Der Anstieg im vergangen Herbst und Winter war enorm. Kleine und junge Patienten infizierten sich mit dem RS-Virus. Genügend Platz für die Behandlung der Atemwegserkrankung gab es nur selten, und Überweisungen in andere Krankenhäuser wurden vergebens gesucht. Damit im Herbst und Winter 2023 eine mögliche erneute Infektionswelle für Chaos sorgt, soll nun vorsorglich gehandelt werden.

Der RVS-Impfstoff Abrysvo gegen das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) kann ab sofort in allen EU-Mitgliedsstaaten eingesetzt werden. Das besondere an dem Vakzin: Laut Hersteller Pfizer, vielen Menschen während der Corona-Pandemie ein Begriff geworden, wird der werdenden Mutter während der Schwangerschaft verabreicht. „Dadurch erhält der Säugling von Geburt an für bestimmte Zeit den Nestschutz, ist also gegen bestimmte Erreger eine Zeit lang geschützt“, erklärte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides der Tagesschau.

EU-Kommission gibt Impfung gegen das RS-Virus frei

Über die Plazenta werden die neutralisierenden Antikörper an das Baby weitergegeben. Der Schutz soll bis zu sechs Monate nach der Geburt anhalten. Laut EU-Arzneimittelbehörde EMA kam es in Tests zu üblichen Impfreaktionen bei Probanden. Dazu gehören Muskel- und Kopfschmerzen sowie Schmerzen an der Einstichstelle. Zu schwerwiegenden Nebenwirkungen machte die EMA keine Angabe.

Am vergangenen Jahresende erkrankten außergewöhnlich viele Neugeborene am RS-Virus. Die Zahl der Infizierten im letzten Quartal war sechsmal Höher als noch im gleichen Zeitraum 2018. Bekannt sind rund 5200 Babys, die allein in NRW-Krankenhäusern behandelt wurden.

RS-Virus: Symptome der Krankheit

Wie das RKI erklärt, ist das RSV ist ein weltweit verbreiteter Erreger von akuten Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege. In der Regel verlaufe die Erkrankung jedoch eher harmlos. „In etwa einem Prozent der Fälle trifft RSV die Kinder aber so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen“, wird Tobias Tenenbaum, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Sana-Klinikum in Berlin-Lichtenberg, vom ZDF zitiert.

Die EU-Kommission hat einen ersten Impfstoff für ältere Menschen gegen das RS-Virus genehmigt.

Betroffene leiden bei einer Infektion mit dem RS-Virus häufig unter Husten, Schnupfen, Halsschmerzen und/oder Fieber. „Wenn ein kleines Kind offensichtlich Schwierigkeiten beim Atmen hat, schnell atmet und insbesondere beim Ausatmen giemende Atemgeräusche hat, sind das Alarmsignale“, sagte Kinderarzt Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) der Deutschen Presse-Agentur.

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

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