Erziehungsstil

Von Abschlepper bis Helikopter: Elf Elterntypen – und ihr Erziehungsstil

Auto wird abgeschleppt
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Abschlepper-Eltern: Diese Elterntypen verhalten sich ähnlich wie die bekannten Helikopter-Eltern. Denn wie ein Abschleppwagen – der sofort zur Stelle ist, wenn man Hilfe braucht – eilen auch die sogenannten Abschlepper-Eltern geschwind herbei, um das Chaos ihrer Kinder zu beseitigen und sie aus dem Schlamassel zu ziehen. Experten zufolge handelt es sich dabei jedoch meist um eine unverhältnismässige Unterstützung vonseiten der Eltern. Stattdessen bräuchten Kinder Freiräume, um eigene Erfahrungen machen zu können. Dazu zählen jedoch auch Misserfolge, vor denen dieser Elterntypus seinen Nachwuchs häufig beschützen möchte.
Zwei Personen beim Curling
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Curling-Eltern: Auch sie zählen zur Gattung der Helikopter-Eltern, gehen jedoch noch einen Schritt weiter, indem sie ihr Kind nicht nur permanent „überwachen“, sondern auch aktiv in ihr Leben eingreifen. Wie beim Curling-Spiel wird der Weg auf dem Glatteis geebnet. Zudem werden mögliche Hindernisse bereits im Vorhinein beseitigt. Durch dieses Verhalten wird den Kindern ebenfalls die Chance genommen, eigene Erfahrungen zu machen, sich weiterzuentwickeln und echtes Selbstvertrauen aufzubauen. Curling-Eltern werden dabei häufig mit Rasenmäher- und Schneepflug-Eltern (siehe weiter unten) gleichgesetzt.
Zwei Delfine im Meer
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Delfin-Eltern: Liebevoll und fürsorglich – genau wie die Tiere selbst – geht dieser Elterntypus mit seinem Nachwuchs auf. Dabei schafft er eine gesunde Balance zwischen Schutz bieten und Freiraum lassen. Gleichzeitig werden diese Eltern von ihren Kindern als Autoritätspersonen anerkannt. Delfin-Eltern legen zwar die Regeln fest, sie gehen jedoch auch auf die Bedürfnisse der Kleinen ein und diskutieren die Regeln gemeinsam aus.
Flugzeug
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Flugzeug-Eltern: Sie sind das Gegenteil von Helikopter-Eltern und verfolgen dabei einen kollaborativen Ansatz bei der Erziehung. Während sich Helikopter-Eltern stark auf ihren Nachwuchs konzentrieren und ihre eigenen Interessen vernachlässigen, suchen Flugzeugeltern gemeinsame Erfahrungen für die ganze Familie. Dabei sollen alle Familienmitglieder davon profitieren können – ähnlich einem Passagierflugzeug, indem alle mitfliegen dürfen. (Symbolbild)
Helikopter
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Helikopter-Eltern: Sie sind wohl die bekannteste Gattung von Elterntypen und zeichnen sich dadurch aus, dass sie überfürsorglich sind und wie Helikopter ständig über ihrem Kind kreisen. Dabei lassen sie es so gut wie nie aus den Augen. Dies liegt in einer Angst begründet, ihrem Schützling könnte etwas zustoßen oder er könnte in der harten Gesellschaft nicht bestehen. Auch dieser Erziehungsstil soll laut der Meinung von Experten negative Folgen für die Kinder und deren späteres Erwachsenenleben haben.
Mann mäht Rasen
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Rasenmäher-Eltern: Sie stellen ebenfalls eine Unterart von Helikopter-Eltern dar. Genauso wie Curling-Eltern räumen sie ihren Kindern potentielle Gefahren aus dem Weg, bevor diese – bildlich gesehen – überhaupt darüber stolpern könnten und sich mit der Herausforderung auseinandersetzen müssten. So verhindern Rasenmäher, dass ihr Kind mit Misserfolgen, Widrigkeiten oder Kämpfen konfrontiert wird. Laut Experten sollten Eltern ihre Kinder jedoch vielmehr auf diese Herausforderungen, die nun mal zum Leben dazu gehören, vorbereiten – anstatt sie von ihnen fernzuhalten und diese wie ein Rasenmäher niederzumähen.
Schneepflug
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Schneepflug-Eltern: Sie agieren wie Curling- und Rasenmäher-Eltern. Allerdings unterscheiden sie sich von ihnen, indem sie noch aggressiver den Weg für den Erfolg ihres Kindes räumen. Stellt sich jemand oder etwas ihrem Nachwuchs in den Weg, wird wie mit einem Schneepflug alles weggeräumt.
Taxi
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Taxi-Eltern: Wie es der Name wohl bereits erahnen lässt, fungiert dieser Elterntypus als Taxi-Fahrer für seine Sprösslinge. Pünktlich zum Unterrichtsstart und -ende stehen sie mit der Familienkutsche vor der Schule, weil sie ihren Kindern den Weg dorthin nicht zumuten möchten, und blockieren meist Parkplätze und Gehwege. Anstatt den Schulweg mit ihnen zu trainieren, kutschieren Taxi-Eltern ihre Kinder lieber direkt vor die Türe – aus Angst vor einem Unfall oder weil sie die Kleinen vor Wind und Wetter bewahren möchten. Aufgrund ihrer Überfürsorglichkeit zählen diese Eltern ebenfalls zur Gruppe der Helikopter-Eltern.
Sibirischer Tiger
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Tiger-Eltern: Sie möchten ihre Kinder zu Ausnahmetalenten erziehen und deshalb mit autoritären Methoden hohe Leistungen und Erfolge beim Nachwuchs erzielen. Die Amerikanerin Amy Chua, die ursprünglich aus China stammt, machte den Begriff „Tigermom“ durch ihr Buch „Die Mutter des Erfolgs. Wie ich meinen Kindern das Siegen beibrachte“ bekannt. Zum Alltag ihrer Töchter gehörten fragwürdige Methoden wie Nahrungs- und Schlafentzug.
Zeppelin
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Zeppelin-Eltern: Sie schweben im Gegensatz zu Helikopter-Eltern eher ruhig und langsam und immer weit weg über ihren Kindern. Dennoch herrscht wegen des Gases im Zeppelin eine permanente Explosionsgefahr. Denn wenn in ihren Augen etwas schief läuft, können sie vor Wut durchaus mal platzen.
  • Judith Braun
    VonJudith Braun
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Wie Eltern ihre Kinder erziehen, bleibt ihnen überlassen. Dabei kristallieren sich immer neue Elterntypen heraus, deren Methoden Folgen haben können.

Helikopter-Eltern ist den meisten Menschen inzwischen vermutlich ein Begriff. Dieser Erziehungsstil zeichnet sich durch Überfürsorglichkeit aus und wird von vielen Experten kritisiert. So entwickeln sich die Sprößlinge von Helikopter-Eltern meist zu „schwachen Persönlichkeiten“, wie es der Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsforscher Prof. Klaus Hurrelmann formuliert. Denn Kinder wachsen normalerweise an Herausforderungen und die Aufgabe der Eltern sollte es sein, ihren Nachwuchs auf das Leben vorzubereiten – und sie nicht vor jeglichen Misserfolgen oder Widrigkeiten zu bewahren. Nur dadurch können sie schließlich Erfahrungen machen und für das Leben lernen. Helikopter-Eltern wirken zwar wie die fürsorglichsten und liebevollsten Eltern, sind es jedoch nicht. Stattdessen ist dieser Elterntypus meist überfordert mit der Erziehung des Nachwuchses.

Nun gibt es neben dieser bekannten Elterngattung inzwischen allerdings noch viele weitere Typen von Eltern. Eine Erweiterung der Helikopter-Eltern stellen beispielsweise sogenannte Rasenmäher-Eltern dar. Sie wachen nicht nur ständig über ihre Kinder, sondern greifen auch aktiv in deren Leben ein, indem sie jegliche Hindernisse aus dem Weg räumen, bevor das Kind überhaupt darüber stolpern könnte. Durch diese Form der Rasenmäher-Erziehung entwickeln sich junge Menschen laut Familientherapeutin Anette Frankenberger zu „unselbständigen Tyrannen“. Auch Kinder sogenannter Tiger-Eltern haben es nicht leicht, da sie zu Ausnahmetalenten erzogen werden sollen. Panda-Eltern hingegen sollen wohl vieles richtig machen, was die Erziehung ihrer Kinder angeht.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Nejron/IMAGO

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