In Hagen

Diphtherie-Symptome: Zwei Menschen in NRW angesteckt

Zwei Menschen haben sich in Nordrhein-Westfalen mit Diphtherie angesteckt. Wir blicken auf Krankheitsverlauf, Symptome und Ansteckung.

Hamm - Diphtherie galt eigentlich als besiegt in Deutschland - eigentlich. In Nordrhein-Westfalen wurden jedoch die vermeintlich ausgerottete Krankheit bei zwei Menschen diagnostiziert. Wie die Stadtverwaltung der Stadt Hagen berichtet, wurden Erreger bei Flüchtlingen aus Syrien und Afghanistan nachgewiesen.

Diphtherie in NRW aufgetaucht: Ansteckung und Symptome der Krankheit

Anders als das Coronavirus, das erneut eine neue Variante (XBB.1.5) gebildet hat, schwirrt Diphtherie in den Köpfen der Deutschen kaum noch herum. Dank Standardimpfung für Kinder und Säuglinge, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen wird, treten Krankheitsfälle seit den 1980er Jahren kaum bis überhaupt nicht mehr auf.

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) fand die letzte Ansteckungswelle mit Diphtherie in Deutschland während des 2. Weltkriegs im Jahr 1943 statt. Damals wurden rund 245.000 Fälle registriert. In der ehemaligen Sowjetunion kam es in den 90er Jahren zu einem heftigen Diphtherie-Ausbruch. Aufgrund zu weniger Impfungen starben tausende Menschen.

Diphtherie in NRW aufgetaucht: Symptome der fast ausgerotteten Krankheit

Eine Ansteckung mit Diphtherie erfolgt laut Angaben der Bundesbehörde zumeist als Tröpfcheninfektion. Über Husten oder Niesen gelangen die Bakterien in den menschlichen Körper. Durchaus seltener, aber dennoch möglich ist eine Schmierinfektion über die Haut und Gegenstände, die eine infizierte Person zuvor berührte. Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zur Erkrankung, beträgt zwischen zwei und fünf Tagen.

Dabei kann es zu mehreren Formen der Diphtherie kommen. Die Häufigste ist die Rachendiphtherie, bei der sich auf den Mandeln und im Nasen-Rachen-Raum grauweißliche Beläge namens Pseudomembranen bilden. Mögliche Symptome sind:

  • süßlicher Mundgeruch
  • blutiger Ausfluss aus der Nase
  • Fieber
  • starke Halsschmerzen
  • Schluckbeschwerden
  • Heiserkeit und Husten bei Befall des Kehlkopfs
  • Luftnot bei Schwellungen im Bereich des Halses

Eher selten hingegen führt eine Infektion zu einer Haut- oder Wunddiphtherie. Diese Form der Diphtherie kommt überwiegend in den Tropen vor. Die Hautdiphtherie entsteht meist bei bereits bestehenden Hautwunden. Mögliche Symptome sind:

  • Hautrötungen
  • Schmerzen
  • Schwellungen
  • oberflächliche, schlecht heilende Geschwüre
  • Vereiterungen

Bei einer Infektion mit Diphtherie kann es zu schweren Komplikationen kommen. Der sogenannte Cäsarenhals, eine Verengung der Atemwege, kann zu Luftnot und Erstickungsanfällen führen. Bei besonders schwerem Verlauf kann es zu einer Herzmuskelentzündung kommen. Diphtherie kann in rund fünf bis zehn Prozent der Fälle tödlich enden.

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Eine mit Coronaviren befallene Zelle
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Im Fall der beiden mit Diphtherie infizierten Personen in Hagen ordnete das Gesundheitsamt Hagen eine Kontaktnachverfolgung an, um eine Ausbreitung zu verhindern. Nach Isolierung, Impfung und Einnahme von Antibiotika sind die Fälle mittlerweile abgeschlossen.

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

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