Er schreit und weint einfach nicht

Dieser Junge spürt keinen Schmerz - und kämpft um sein Leben

Egal, ob beim Spielen oder bei Hitze: Klein-Dexter spürt keine Schmerzen - und weiß daher nicht, was für ihn gefährlich ist oder nicht. (Symbolbild)
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Egal, ob beim Spielen oder bei Hitze: Klein-Dexter spürt keine Schmerzen - und weiß daher nicht, was für ihn gefährlich ist oder nicht. (Symbolbild)

Traurig, aber wahr: Der dreijährige Dexter aus England hat kein Schmerzempfinden. Warum seine Eltern ständig auf ihn aufpassen müssen, erfahren Sie hier.

Wenn sich der kleine Dexter Cahill etwas bricht, dann gibt es kein Weinen, kein Jammern – und keinen Schmerz. Der Dreijährige spürt nämlich nicht, wenn er sich wehtut. Der kleine Mann hat einen extrem seltenen Gendefekt, der sein Schmerzempfinden massiv beeinträchtigt.

Der Junge, der keinen Schmerz spürt - und dadurch in Lebensgefahr schwebt

Sehr zum Leidwesen seiner Eltern Lindsey und Tom. Diese müssen Schritt und Tritt auf ihren Sohnemann aufpassen, damit ihm ja nichts zustößt. Ansonsten kann es sogar lebensgefährlich enden, wenn Klein-Dexter sich ernsthaft verletzt – und es einfach nicht merkt. Die Eltern müssen es dagegen schon - bevor es zu spät ist, erzählen sie im Interview mit der Daily Mail.

Das Unglaubliche daran: Der Dreijährige hat sich bereits das Bein, den Daumen und seine Hand gebrochen. Doch anstatt Tränen zu vergießen oder zu schreien, kommt kein Ton aus ihm heraus.

So soll sich Dexter einmal im Kindergarten sein Schienbein beim Springen verletzt haben, doch seine Betreuer hatten es erst bemerkt, als er nicht mehr aufstehen konnte. Der kleine Junge hatte zuvor weder gejammert noch sich beklagt. Sofort kam Dexter ins Krankenhaus, wo sein Bein eingegipst wurde. Dabei schien er allerdings vergnügt – und wünschte sich nach der Behandlung nur einen Lolli zur Belohnung fürs Stillhalten. Schmerzmittel brauchte er nicht.

Auch wenn dies im ersten Moment für viele Eltern wie Musik in den Ohren klingt, wenn das Kind so brav bleibt, bedeutet Dexters ungewöhnliches Verhalten für seine Eltern viel Stress. Schließlich müssen sie ständig auf ihn aufpassen – denn Dexter soll sich sogar selbst bereits drei Milchzähne einfach so gezogen haben – ohne nur mit der Wimper zu zucken.

Seltener Gen-Defekt: Dexter hat von Geburt an kein Schmerzempfinden

Doch wie geht das? Bei diesem angeborenen Gendefekt namens HSAN Typ IV, unter dem Dexter leidet, handelt es sich um eine Erkrankung der Sinnesnerven. Letztere sind zwar ausgebildet, aber gestört. Das heißt konkret: Sie funktionieren nicht richtig bis gar nicht – egal, ob bei Hitze, Kälte oder diversen Schmerzreizen.

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Angeblich können Dexters Sinnesnerven ein bestimmtes Protein nicht bilden, dass für das Schmerzempfinden so wichtig ist. Was das Ganze noch schwieriger macht: Klein-Dexter leidet zudem auch an Anhydriden – das bedeutet, dass er weder schwitzen noch seine Körpertemperatur selber regulieren kann. Daher mussten seine Eltern in ihrer Wohnung sogar eine Klimaanlage einbauen lassen.

Typische Symptome für HSAN-Betroffene laut der Nationalen Organisation für seltene Erkrankungen sind:

  • Beeinträchtigtes oder mangelndes Schmerzempfinden Anhidrose - die Unfähigkeit, die Körpertemperatur durch Schwitzen zu regulieren
  • Unbeabsichtigte Selbstverletzung
  • Wiederholte Brüche, Gelenkschäden und mögliche Osteomyelitis (Knocheninfektion)
  • Verschiedene Hauterkrankungen durch Anhidrose
  • Mögliche geistige Behinderung

Die Krankheit gilt bis jetzt als unheilbar. Daher bleibt den Angehörigen oftmals nichts weiter übrig, als den Betroffenen zu helfen, ihren Alltag so unbeschadet wie möglich zu meistern.

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jp

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