Ursprung in China

Zecken übertragen Alongshan-Virus – erste Fälle in Deutschland

Das Alongshan-Virus wird durch Zecken übertragen und ist jetzt auch in Deutschland nachgewiesen worden. Man sollte Maßnahmen ergreifen, um sich vor Gefahren zu schützen.

Hamm - Ein Zeckenvirus ist europaweit im Umlauf. Das durch Zecken übertragbare Alongshan-Virus (ALSV) wurde in Ländern wie Frankreich, der Schweiz und Finnland nachgewiesen – und auch in Deutschland. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Laut Angabe des „Centrum für Reisemedizin“ (CRM) in Düsseldorf (NRW) ist das Virus bereits 2017 bei Patienten in der nordchinesischen Stadt Alongshan nachgewiesen worden. Daher bekam es auch den Namen. Doch wie gefährlich ist eine Infektion mit dem Virus?

Alongshan-Virus wird durch Zecken übertragen – erste Fälle auch in Deutschland

Sommerzeit bedeutet auch Zeckenzeit. Bei sommerlichen Temperaturen zieht es viele Menschen ins Grüne – und damit ins Reich der kleinen Krabbeltiere. Der Klimawandel sorgt dafür, dass sich auch nicht-heimische Zeckenarten im deutschen Raum ausbreiten. Durch den milden Winter und wärmeren Sommer konnte es sich zuletzt auch die Hyalomma-Zecke, die eigentlich aus tropischen Regionen stammt, in Deutschland gemütlich machen und sich ausbreiten.

Wie gefährlich ist das Alongshan-Zeckenvirus?

„Schwere Erkrankungen, die über grippeähnliche Beschwerden hinausgehen, werden mit einer ALSV-Infektion bislang nicht in Verbindung gebracht“, heißt es in dem Pressebericht des CRM. Dennoch ruft das „Centrum für Reisemedizin“ zum Zeckenschutz auf. „Wie stark Menschen von ALSV-Infektionen betroffen sind, ist noch weitgehend unbekannt“, erklärt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Leiter des Centrums.

In China wurden Mediziner auf das neue Virus aufmerksam, als Patienten nach einem Zeckenbiss FSME-typische Symptome wie Kopfschmerzen und Fieber entwickelten. Doch: FSME-Viren wurden bei diesen Patienten nicht nachgewiesen. „Es ist davon auszugehen, dass das Virus auch in Europa bereits länger zirkuliert und vermutlich auch schon zu Erkrankungen geführt hat“, erklärt Jelinek. Diese seien aber vermutlich mit nur leichten grippeähnlichen Symptomen verbunden gewesen.

Prävention: So schützt man sich vor Zeckenbissen und dem Alongshan-Virus

Mit dem Alongshan-Virus ist somit die Liste der Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden kann, gewachsen. „Bei einer systematischen Untersuchung von Zecken, die in den Jahren 2021 und 2022 in der Schweiz gesammelt worden waren, fand sich ALSV sogar häufiger als das FSME-Virus.“, heißt es in dem Pressebericht des CRM. Daher ist laut Jelinek davon auszugehen, dass das Virus auch eine epidemiologische Bedeutung für den Menschen hat.

Eine spezielle Behandlung gebe es bislang nicht. Auch eine Impfung gegen das ASLV liegt laut CRM nicht vor. Um nicht zu erkranken, sei es der beste Weg, sich selbst vor Zecken zu schützen - zum Beispiel durch folgende Mittel:

  • Helle und lange Kleidung tragen
  • Chemische Repellentien verwenden

Nach einem Aufenthalt im Grünen sollte der Körper sorgfältig nach Zecken abgesucht werden. Sollte man gebissen werden, empfiehlt das CRM, die Zecke schnellstmöglich zu entfernen.

 

Rubriklistenbild: © dpa

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