Fitness
Wer regelmäßig diesen Sport ausübt, hat laut Studie später weniger Knieprobleme
Die Angst vor Knieschmerzen und Arthrose im Alter ist verbreitet. Eine neue Studie hat eine Sportart identifiziert, die diesen Beschwerden und Erkrankungen offenbar effektiv vorbeugen kann.
Arthrose ist eine der häufigsten Gelenkerkrankungen und aufgrund der oftmals schmerzhaften Symptome gefürchtet. Rund sieben Millionen Menschen leiden laut der „Deutschen Arthrose-Hilfe“ hierzulande daran. Arthrose entsteht durch eine Schädigung des Gelenkknorpels, bspw. aufgrund altersbedingten Verschleißes oder durch Unfälle. Je nachdem, welche und wie viele Gelenke betroffen sind, verlieren Betroffene an Bewegungsfreiheit und teils deutlich an Lebensqualität.
Zu den effektivsten Möglichkeiten der Vorbeugung von Arthrose zählt die regelmäßige körperliche Betätigung. Allerdings sind nicht alle Sportarten gleich wirksam. In einer neuen Studie lag der Fokus darauf, den Einfluss von regelmäßigem Radfahren auf die Symptome und strukturellen Auswirkungen von Kniearthrose zu ermitteln. Die Ergebnisse ebnen den Weg für effektive Präventionsmaßnahmen.
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Rund 2600 Menschen wurden für Studie befragt
Die im Fachblatt „Medicine & Science in Sports & Exercise“ veröffentlichte Studie zeigt, dass Personen, die ihr Leben lang regelmäßig Fahrrad gefahren sind, seltener an häufigen Knieschmerzen und Arthrose leiden.
Dr. Grace Lo von der Baylor University im US-Bundesstaat Texas und ihr Team analysierten für die retrospektive Querschnittsstudie die Daten von Teilnehmern der „Osteoarthritis Initiative“, einer Beobachtungsstudie zu Kniearthrose bei Personen im Alter von 45 bis 79 Jahren.
Die insgesamt 2607 Probanden (44 Prozent Männer, Durchschnittsalter 63 Jahre) wurden gebeten, einen Fragebogen auszufüllen, in dem sie ihre körperlichen Freizeitaktivitäten über ihr gesamtes Leben hinweg dokumentierten. Dies beinhaltete auch Fahrradaktivitäten (im Freien oder auf dem Ergometer) oder Spinning in vier verschiedenen Lebensphasen:
- 12–18 Jahre
- 19–34 Jahre
- 35–49 Jahre
- 50 Jahre und älter
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gaben an, wie viele Jahre, Monate pro Jahr und Zeiten pro Monat sie ihre drei Hauptfahrradaktivitäten ausgeübt hatten. Mehr als die Hälfte der Probanden hatte eine durchgehende Geschichte des Radfahrens.
Die Ergebnisse der Studie
Die Analyse der Daten zeigte, dass Personen, bei denen Radfahren zu irgendeinem Zeitpunkt Teil ihres Lebens war, weniger über häufige Knieschmerzen und Arthrose – sowohl in radiologischer (ROA) als auch in symptomatisch radiologischer (SOA) Ausprägung – berichteten als diejenigen, die nie Rad gefahren sind. Darüber hinaus berichteten diejenigen, die im Laufe ihres gesamten Lebens Rad gefahren sind, sogar noch seltener über diese drei Beschwerden.
„Im Vergleich zu Nichtradfahrern hatten Radfahrer eine um 17 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, häufige Knieschmerzen zu haben, eine um 9 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, an ROA zu leiden, und eine um 21 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, an SOA zu leiden“, sagte Dr. Grace Lo in einer Universitätsmitteilung.
Bei der kritischen Einordnung der Studie muss erwähnt werden, dass sie sich auf im Nachhinein gesammelte Informationen über Fahrradgewohnheiten stützte. Jedoch seien sich die Befragten bei der Aufzeichnung ihrer Fahrradhistorie der Hypothese nicht bewusst gewesen. Die Gefahr potenzieller Verzerrungen sei daher gering.
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Fazit: Schwingen Sie sich in den Sattel!
Die Studie zeigt, dass Radfahren sich positiv auf die Kniegesundheit auswirken kann und sich als Aktivität in allen Altersgruppen anbietet. Menschen, die Knieschmerzen und Arthrose im späteren Leben fürchten, steht damit eine effektive Maßnahme zur Vorbeugung zur Verfügung.
Der große Vorteil: Radfahren lässt sich nahezu überall ausüben und ist relativ kostengünstig. Natürlich sind beim Anschaffungspreis nach oben keine Grenzen gesetzt – für Carbon-Bikes oder E-Bikes muss man locker mehrere Tausend Euro hinblättern. Doch für das Maß an Bewegung, das gesundheitsorientierte Sportler anstreben sollten, tut es ein günstiges Fahrrad genauso. Sie müssen nicht gleich eine Alpenüberquerung starten. Zwei, drei moderate Touren pro Woche und ein Umfang von insgesamt 2,5 Stunden sind ein guter Anfang. Damit haben Sie die Bewegungsempfehlung der WHO abgedeckt. Oder Sie nutzen das Fahrrad regelmäßig im Alltag – fürs Pendeln, zum Einkaufen, etc.
Und wenn Biken so überhaupt nicht zu Ihren Lieblingsaktivitäten zählt, bringen Sie anderweitig Bewegung in Ihren Alltag und versuchen Sie regelmäßig Sport zu treiben. Denn nichts ist schlimmer für die Gelenke (und die Gesundheit im Allgemeinen) als Inaktivität. Wie wäre es mit Wandern, Krafttraining, Trailrunning oder Seilspringen? Trainingspläne und Workouts zur Inspiration finden Sie in unserer PDF-Bibliothek zum kostenlosen Download.
Die Autorin ist ehemalige Leistungssportlerin (Ski Alpin und Skicross), geprüfte Fitnesstrainerin (B-Lizenz) und Skilehrerin.
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