Höchste Auszeichnung
„Ich bin überwältigt und etwas verängstigt“: Literatur-Nobelpreis geht 2023 an Jon Fosse
Der norwegische Autor Jon Fosse erhält den Literatur-Nobelpreis 2023, wie die Schwedische Akadmie mitteilte.
Der Literatur-Nobelpreis 2023 geht an den norwegischen Autor Jon Fosse. In der Begründung heißt es, er bekomme die Auszeichnung „für seine innovativen Theaterstücke und Prosa, die dem Unsagbaren eine Stimme geben“. 2015 wurde er für sein Prosawerk „Trilogie“ mit dem Literaturpreis des Nordischen Rates ausgezeichnet, dem renommiertesten Literaturpreis Skandinaviens.
Sein umfangreiches Werk, bestehend aus sieben Bänden, begann mit „Der andere Name“ und brachte ihm im Jahr 2020 eine Nominierung für den Booker International Prize ein. Der abschließende Band „Ein neuer Name“ wurde 2022 in die engere Auswahl für denselben Preis aufgenommen und brachte ihm außerdem renommierte norwegische Literaturauszeichnungen wie den Brageprisen und den Kritikerprisen ein, berichtet das Branchenmagazin buchreport.
Romane von Jon Fosse
- Rot, schwarz
- Melancholie
- Morgen und Abend
- Das ist Alise
- Trilogie. Schlaflos, Olavs Träume, Abendmattigkeit
- Der andere Name. Heptalogie I–II
- Ich ist ein anderer. Heptalogie III–V
Jon Fosse verfasste bisher über 30 Theaterstücke, die weltweit aufgeführt werden und zahlreiche Auszeichnungen erhielten. Das norwegische Königshaus stellt ihm seit 2011 eine Ehrenwohnung, die „Grotte“ im Osloer Schlosspark zur Verfügung, wo der Autor lebenslanges Wohnrecht genießt. Zwischendurch verbringt er auch viel Zeit in Hainburg an der Donau und in Frekhaug in Norwegen. Seit 2022 ist er Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, wie buchreport schreibt.
Die 20 nominierten Romane des Deutschen Buchpreises 2023 in der Übersicht




Jon Fosse: Vierter norwegischer Literatur-Nobelpreisträger
Jon Fosse freut sich über die Auszeichnung, obwohl er auch etwas verängstigt sei, heißt es im Nachrichtenmagazin Spiegel. Er sähe den Preis als Auszeichnung für die Literatur, „die in erster Linie Literatur sein will, ohne andere Erwägungen“.
Jon Fosse wurde 1959 in Haugesund geboren und verbrachte seine Kindheit in einem kleinen Dorf an der Westküste Norwegens. Die Medien beschreiben ihn als wortkarg. Zur Literatur kam er über die Musik. Er schrieb Rocktexte und begann im Teenageralter mit dem Verfassen von ersten Erzählungen. Gedichte folgten. Nach dem Studium der Literaturwissenschaften, Soziologie und Psychologie arbeitete er als Dozent an der Akademie für kreatives Schreiben in Hordaland.
Fosse ist der vierte norwegische Literatur-Nobelpreisträger. Vor ihm erhielten Sigrid Undset, Knut Hamsun und Bjørnstjerne Bjørnson den Preis. 2022 ging der Nobelpreis für Literatur an Annie Ernaux. Der Literatur-Nobelpreis ist mit 10 Millionen Schwedischen Kronen (ca. 985.000 Euro) dotiert.
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