Thrillerreihe

Blutig und nichts für schwache Nerven: „Der Follower“ von Chris Meyer

Ein Serienkiller hat es auf weibliche Influencer abgesehen. Der dritte Teil der Tom-Bachmann-Reihe ist nichts für schwache Nerven.

Gleich vorweg: Es ist ein Thriller, der nur so von blutigen Details strotzt. Auch das Thema Nekrophilie wird hier behandelt, so dass es sich nicht um einen Cosy-Krimi handelt. Ganz im Gegenteil. Chris Meyer versteht es, im dritten Teil seiner Tom-Bachmann-Reihe noch einen draufzusetzen. Die immer wieder eingeschobenen Rückblenden um Toms Vergangenheit, lösen Wut, Beklemmung und Spannung aus, die bis zum Ende anhalten.

Chris Meyer „Der Follower“: Darum gehrt es im Buch

Tom Bachmann jagt in „Der Follower“ von Chris Meyer einen Serienkiller, der es auf Influencerinnen abgesehen hat.

Tom Bachman erhält einen Anruf von einer langjährigen Freundin aus seiner Jugend, die besorgt ist, da sie ihre Freundin vermisst und den Verdacht hegt, dass ihr ein Verbrechen widerfahren ist. Sie ist der Meinung, auf dem neuesten veröffentlichten Foto Hinweise darauf zu erkennen, dass die Freundin möglicherweise tot ist. Tom entschließt sich, der Spur nachzugehen. Es stellt sich schnell heraus, dass es noch weitere vermisste Frauen gibt, die alle als Influencerinnen tätig sind.

Eine Frau in Todesangst. Sie kann nicht schreien, ein Knebel verstopft ihren Mund. Sie ist auf einer Pritsche fixiert und kann sich keinen Zentimeter bewegen. Ihr Peiniger kennt keine Gnade. Er holt die Säge – und nimmt sich, was er am meisten begehrt: ihre Beine ...

Klappentext/Ullstein

In den sozialen Netzwerken wird viel verraten, auch wenn wir es gar nicht wollen. Das hat Hubertus Borck mit „Das Profil“ schon bewiesen. Auch hier ist ein Serienkiller am Werk, der sich seine Opfer über Social Media aussucht. Ein Thema, das immer wieder auftaucht und den heutigen Zeitgeist perfekt einfängt. Wo es bei Borck das unbedachte Posten von zu vielen Details auf Social Media ist, ist es bei Meyer die gezielte Suche des Serienkillers nach bestimmten Influencerinnen, die in sein Beuteschema fallen. Ihm geht es einzig und allein um die Beine der Frauen.

Die Tom-Bachmann-Reihe

Der Blutkünstler, 2021

Der Zoom-Killer, 2022

Der Follower, 2023

Einer Jugendfreundin von Tom, die das Verschwinden ihrer Freundin auffällt, wird zuerst kein Glauben geschenkt. Die befreundete Influencerin hatte sich mit einem Abschiedspost auf Instagram gemeldet, nach Dubai auszuwandern und die erste Zeit eine kleine Social-Media-Pause einzulegen. Da es sich bei der Hinweisgeberin um eine alte Freundin von Tom handelt, nimmt er sich der Sache an. Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass die Frau auf dem Bild bereits tot ist. Die Suche nach dem Täter beginnt. Und ein Wettlauf gegen die Zeit, denn es sieht so aus, als würde es nicht bei diesem einen Opfer bleiben.

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Chris Meyer „Der Follower“: Serienkiller auf Social Media

Wer weitere Thriller mit Socia-Media-Bezug sucht, sollte sich „Poppy“ von Kristine Getz näher ansehen. Leser, die auf ausführlich geschilderte blutige Szenen stehen, kommen hier auf ihre Kosten. Ich fühlte mich ein wenig an Bücher von Sebastian Fitzek erinnert. Wer lieber beschauliche Krimis mag, greift zu „Der Donnerstagsmordclub“ von Richard Osman oder zu „Die Revanche des Monsieur Lipaire“ von Volker Klüpefl und Michael Kobr.

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Chris Meyer „Der Follower“: Fazit

Ein spannungsgeladener Thriller mit interessanter Figurenkonstellation und Wendungen, die den Leser bei der Stange halten. Um den Hintergrund um Tom Bachmann etwas besser zu verstehen, sollte man die ersten beiden Bände vorher gelesen haben. Dieser Band mit seinen detailreichen Schilderungen ist nichts für schwache Nerven. Spannende Unterhaltung mit weniger Blut verspricht auch „Die Guten und die Toten“ von Kim Koplin.

Chris Meyer „Der Follower“ – Tom-Bachmann-Serie 3

2023 Ullstein, ISBN-13 978-3-548-06638-7

Preis: Taschenbuch 11,99 €, E-Book 10,99 €, 384 Seiten (abweichend vom Format)

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Chris Meyer

Chris Meyer hat in seiner beruflichen Tätigkeit häufig darüber nachgedacht, was Menschen dazu bringt, Serienmörder zu werden. Bisher konnte er jedoch keine befriedigende Antwort finden. Aus diesem Grund nähert sich Chris Meyer dem Phänomen des Bösen weiterhin auf literarische Weise an und erschafft fiktive Mörder, die der Realität näher sind, als man denkt. In Köln lebt er mit seiner Familie und seinem Hund.

Rubriklistenbild: © Phantermedia/Imago/Ullstein (Montage)

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