Preisverleihung

Daniel Kehlmann hält Laudatio auf Salman Rushdie bei Verleihung des Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Autor Daniel Kehlmann wird die Laudatio bei der Verleihung des Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an Salman Rushdie halten. Der Preis wird im Rahmen der Buchmesse überreicht.

Im Herbst wird der Schriftsteller Daniel Kehlmann („Die Vermessung der Welt“) die Laudatio für den diesjährigen Empfänger des Friedenspreises, Salman Rushdie, halten. Dies teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels kürzlich mit. Salman Rushdie hatte seinen neuen Roman „Victory City“ sechs Monate nach einem Messerangriff auf ihn veröffentlicht.

Der Schriftsteller Daniel Kehlmann hält die Laudatio auf Salman Rushdie bei der Verleihung des Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Seit etlichen Jahren gelten die beiden Autoren als enge Freunde. Salman Rushdie, der im letzten Sommer Opfer eines Anschlags wurde, wird die Ehrung am 22. Oktober in der Paulskirche in Frankfurt im Rahmen der Frankfuter Buchmesse entgegennehmen.

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Am Tag der Bekanntgabe, dass der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an ihn gehen sollte, feierte Salman Rushdie seinen 76. Geburtstag und empfand große Freude über diese Anerkennung. Sein internationaler Durchbruch gelang ihm mit seinem Roman „Mitternachtskinder“, das im Jahr 1981 den angesehenen Booker Prize erhielt. In diesem Buch erzählt er die Geschichte von Indiens Unabhängigkeit vom Britischen Empire.

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Der Autor werde „für seine Unbeugsamkeit, seine Lebensbejahung und dafür, dass er mit seiner Erzählfreude die Welt bereichert“ geehrt. Mit diesen Worten erläuterte der Stiftungsrat im Juni seine getroffene Entscheidung. Weiter hieß es, er verbinde in seinen Romanen erzählerische Weitsicht mit steter literarischer Innovation, Humor und Weisheit. „Dabei beschreibt er die Wucht, mit der Gewaltregime ganze Gesellschaften zerstören, aber auch die Unzerstörbarkeit des Widerstandsgeistes Einzelner.“

Im Verlauf des letzten Sommers wurde Rushdie während eines Vortrags in den USA mit einem Messer angegriffen und erlitt ernsthafte Verletzungen, die zu seiner Erblindung auf einem Auge führten. Dieser Angriff ereignete sich über drei Jahrzehnte, nachdem Ayatollah Chomeini im Jahr 1989 eine Fatwa erlassen hatte, die zur Ermordung des Autors aufrief. Diese Fatwa wurde aufgrund von Rushdies Werk „Die satanischen Verse“ ausgesprochen.

Daniel Kehlmann bezeichnet Preisverleihung als „Zeichen der Solidarität“

Kürzlich begrüßte Daniel Kehlmann in der 3sat-Sendung „Kulturzeit“ die Verleihung an Salman Rushdie: „Wenn man so lebt, dass das Leben bedroht ist, dann ist das keine leere Geste, dann heißt das etwas. Alles, was den Umstand hervorhebt, dass er ein großer Schriftsteller ist. Ein richtungsweisender Schriftsteller seiner Generation und unserer Zeit, das ist auch ganz wichtig.“

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ist mit 25.000 Euro dotiert und wird seit 1950 verliehen. Gewürdigt werden damit Persönlichkeiten, die in Literatur, Wissenschaft oder Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen haben. Die Überreichung findet traditionell zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse statt. 2022 ging der Preis an den ukrainischen Autor Serhij Zhadan („Anarchy in the UKR“).

Rubriklistenbild: © Metodi Popow/Imago

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