Neuer Urlaubskrimi
„Mörderischer Sanddorn“ verbindet Klimaaktivismus, Urlaub und Mord
Eine malerische Nordseekulisse, Urlaubsstimmung, Umweltaktivisten und ein Mordfall – all das bringt der Krimi „Mörderischer Sanddorn“ zusammen.
Hinweis an unsere Leserinnen und Leser: Bei einem Kauf über die enthaltenen Links erhalten wir von Partnern eine Provision. Für Sie ändert sich dadurch nichts.
Sich mit Büchern in die Ferne träumen, das geht für einige Menschen besonders gut. Beliebt sind beispielsweise durch die Bank weg skandinavische Krimis. Können Sie gerade nicht selbst salzige Meeresluft schmecken, dann greifen Sie doch zu dem Buch „Mörderischer Sanddorn“. Neben lebendigen Ortsbeschreibungen rund um die dänische Nordseeküste um Hvide Sande, werden politisch angehauchte Streitigkeiten zwischen Tourismus und Klimaschutz angesprochen, angekratzt werden allerdings auch familiäre Herausforderungen.
Sven Trautwein „Mörderischer Sanddorn“
Mitten im Ferienparadies an der dänischen Nordseeküste wird eine Leiche entdeckt, schnell ist klar, dass es sich um Mord handelt. Stine Søgård ermittelt in ihrem ersten Fall – darum geht es:
Klimaaktivist Anders Lund wird an einer Windkraftanlage im idyllischen Urlaubsort Hvide Sande tot aufgefunden, mit sechs Messerstichen in der Brust. In den vergangenen Monaten war es zu Auseinandersetzungen zwischen dem Toten und der Bürgerbewegung vor Ort gekommen, die sich gegen den Ausbau der Windkraftanlagen einsetzt. Kam es in diesem Streit zur Eskalation? Polizeidirektor Henrik Vestergaard schickt die junge Kommissarin Stine Søgård nach Hvide Sande, um im Mordfall Lund zu ermitteln. Stine ist hier aufgewachsen und hat seit Jahren keinen Fuß mehr in ihre Heimatstadt gesetzt. Zwischen leuchtenden Sandstränden und frischem Nordseewind muss Stine sich nicht nur den Ermittlungen, sondern auch ihrer eigenen Vergangenheit stellen.
Protagonisten in „Möderischer Sanddorn“
Die junge Kommissarin Stine Søgård ist die Hauptprotagonistin in dem Buch. Sie ist vielschichtig gezeichnet. Man merkt, dass sie mit sich selbst, ihrer Rolle als Kommissarin und ihrer beruflichen sowie persönlichen Vergangenheit kämpft. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen kann man sich an vielen Stellen des Buchs in sie hineinfühlen. Der Polizeidirektor Henrik Vestergaard nimmt dazu den Gegenpart als klassischen, harten Vorgesetzten ein, zu dem Leserinnen und Leser nur schwer eine Sympathie aufbauen können.
Mit Kollege Niels Krogh ist Stine oft unterwegs, dieser ist allerdings blasser gezeichnet als andere Figuren des Kriminalromans.
Hervorheben möchte ich die ältere Dame Airin Skov, die am Rand der Gesellschaft lebt, nicht ernst genommen wird und dennoch eine zentrale Rolle einnimmt. Sie kommt durchweg im Buch und am Handlungsort vor – auch, wenn sie wenig spricht, so verkörpert sie meiner Ansicht nach eine zentrale Funktion, welche ebenso als unterschwellige Gesellschaftskritik gewertet werden kann.
Sven Trautwein „Mörderischer Sanddorn“
2024, Ullstein eBooks, ISBN: 9783843730020
Preis: 6,99 Euro eBook, 300 Seiten
Transparenzhinweis: Der Autor Sven Trautwein ist Online-Redakteur bei IPPEN.MEDIA und schreibt federführend für das Portal 24books.de.
Sven Trautwein „Mörderischer Sanddorn“: Fazit
Besonders die Ortsbeschreibungen zeigen eine Liebe zum Detail, als Leserin oder Leser kann man sich fallen lassen und auf das Kino im Kopf vertrauen. Einige Stellen sind emotional angehaucht, andere sind faktenbehaftet wie beispielsweise Wegbeschreibungen von Straßen oder Autobahnen.
Nicht alle Schilderungen erschließen sich beim Lesen. Einige Stellen im Buch weisen Fehler im Handlungsverlauf und der Logik auf, die verwirren können und mit Fragezeichen zurücklassen. Beispielsweise im Zusammenhang mit dem ersten Leichenfund. Dennoch ist „Mörderischer Sanddorn“ ein kurzweiliger Krimi, der zum Miträtseln einlädt und eine überraschende Wendung nimmt.
Elf Krimis aus Dänemark, die Sie vor Spannung verschlingen werden




Autor Sven Trautwein
Sven Trautwein wurde 1972 in Husum geboren, von dort ist Dänemark nur einen Katzensprung entfernt. Zum ersten Mal war er in einem Familienurlaub dort – als es darum ging, „Mörderischer Sanddorn“ zu schreiben, kam ihm der Ort direkt in den Kopf. Trautwein studierte Anglistik und Germanistik in Erlangen und Würzburg, nebenbei baute er in den frühen Jahren des Internets ein Literaturportal auf. Derzeit schreibt er federführend für 24books.de.
Rubriklistenbild: © Imagebroker/Imago/Ullstein (Montage)
