Umzug einer Bibliothek
Wohin mit 100.000 Metern Büchern? Berliner Zentralbibliothek zieht möglicherweise in ein Kaufhaus ein
In Berlin könnten sich zwei Teilbibliotheken unter einem Dach versammeln und mehr aus dem Ort machen. Die Gespräche dazu haben begonnen.
Wer schon einmal umgezogen ist, weiß, dass man Bücherkartons nicht bis zum Rand füllt. Denn Papier ist schwer. Man stelle sich jetzt also vor, die Berliner Zentralbibliothek zöge um. Wohin also mit 100.000 Metern Büchern? Es muss Platz da sein und nicht so eng, wie diese Privatbibliothek mit 70.000 Büchern. Schließlich möchte man sie ja auch der Öffentlichkeit zugänglich machen. In Berlin entscheidet sich nun, ob die Zentralbibliothek in ein Kaufhaus einzieht. Schaden könnte es ganz sicher nicht.
Kürzlich gab es die Forderung des Deutschen Bibliotheksverbands, die Bibliotheken auch am Sonntag öffnen zu lassen. Mag dies vielleicht für einige Stadtteilbibliotheken schon gelten, sollte hier flächendeckend eine Einigung her, forderte der Verband. Schließlich hätten viele Menschen am Wochenende mehr Zeit, die Bibliotheken zu nutzen, da mehr Zeit für solche Unternehmungen sei. In Berlin ist seit Jahren die Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) zu klein. Ein Umzug in die Galeries Lafayette könnte Abhilfe schaffen und der Friedrichstraße einen erwünschten Aufschwung geben.
Umzug der Berliner Zentralbibliothek: Aufwertung der Friedrichstraße
Am 3. September bekommt die viel zu kleine Amerika-Gedenkbibliothek einen Ergänzungsbau, wie die Berliner Zeitung berichtet. Groß wird das Ereignis gefeiert werden, doch Kultursenator Joe Chialo übertrumpfte mit der Meldung, dass die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) in die Liegenschaften der Galeries Lafayette in der Berliner Friedrichstraße ziehen könnten. Die positiven Stimmen, so die Zeitung, lobten es als „Jahrhundertchance“.
So würden dann die beiden Bibliotheksteile, die Amerika-Gedenkbibliothek am Blücherplatz (West) und die eingeweihte Stadtbibliothek an der Breiten Straße (Ost) unter einem Dach zusammengeführt. Zudem seien beide einzelnen Gebäude für die Menge an Büchern viel zu klein. Reparaturen würden nur ein Flickwerk hinterlassen und die Kosten zum Explodieren bringen. Bei den Kosten wird man genau hinschauen müssen, denn auch die Sanierung der Kölner Zentralbibliothek war um ein Vielfaches teurer.
ZLB unter einem Dach: Vorbild Helsinki
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Der Mietvertrag mit dem französischen Unternehmen Galeries Lafayette läuft im Q207 in der Friedrichstraße 2024 aus. Eine Erweiterung der Amerika-Gedenkbibliothek, so die taz, wäre damit hinfällig. Angedachte Bausumme: rund eine halbe Milliarde Euro und eine geplante Fertigstellung bis 2035. Mit dem Plan von Kultursenator Joe Chialo ist die Zentralbibliothek wieder im Gespräch. So böte eine zentrale Bibliothek einen Anlaufpunkt mitten in der Stadt. Die Räumlichkeiten ließen sich auf verschiedene Art und Weise nutzen. Als Vorbild gelten hier die Bibliotheken Oodi in Helsinki oder die Deichmann-Bibliothek in Oslo. Bibliotheken sind weit mehr, als Regale voller verstaubter Bücher, die nach Genre oder Farbe sortiert sind.
Ob der Umzug der beiden Teilbibliotheken unter ein Dach erfolgen kann, hängt von den Gesprächen mit dem Eigentümer des Q270 in der Friedrichstraße ab. Laut Medienberichten haben die Gespräche dazu gerade erst begonnen. Solange dies noch unklar ist, kann man zu Hause die eigene Bibliothek etwas aufstocken. Diese sechs Bücher dürfen im Regal auf keinen Fall fehlen. Die Kosten für einen möglichen Umzug belaufen sich laut Tagesspiegel auf rund eine Milliarde Euro.
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