Nach Milliarden-Investitionen

GM kapituliert beim Robotaxi: Tochter Cruise zieht sich aus dem Geschäft zurück

Massiver Dämpfer für das vollautonome Fahren: Cruise beendet das Geschäft mit Robotaxis. Die Muttergesellschaft GM hatte Milliarden in das Projekt gesteckt.

Es sind vor allem zwei Trends, die die Automobilbranche seit mehr als einem Jahrzehnt durchrütteln: Elektromobilität und das autonome Fahren. Während Elektroautos in den vergangenen Jahren große Schritte nach vorn gemacht haben, sieht es beim autonomen Fahren gänzlich anders aus. Zwar haben viele Hersteller inzwischen Systeme verbaut, die in begrenztem Rahmen kurzzeitig das Steuer übernehmen können. Aber wirklich vollautonome Fahrzeuge für Privatleute sind noch lange nicht in Sicht – selbst Tesla musste mit seinen Versprechungen zu den eigenen Systemen zurückrudern. Nun wirft auch die GM-Tochter Cruise das Handtuch: Mit hohen Investitionen hatte man versucht, im Robotaxi-Geschäft durchzustarten.

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Robotaxis im Einsatz: Immer wieder kommt es zu Zwischenfällen

Seit einigen Jahren sind unter anderem in San Francisco Robotaxis von Cruise und der Alphabet-Tochter Waymo unterwegs. Immer wieder kam es dabei zu Zwischenfällen – manchmal eher kurioser Art, wie beispielsweise nächtliche Hupkonzerte von parkenden Robotaxis oder Robo-Fahrzeuge, die im frischen Beton steckenblieben. Doch es gab auch hochgefährliche Ereignisse, wie den Unfall eines Robotaxis mit einem Feuerwehrauto.

Schwerer Unfall mit Robotaxi in San Francisco

Im Herbst 2023 fand die Expansion von Cruise ein abruptes Ende nach einem schweren Unfall: In San Francisco wurde eine Frau an einer Kreuzung von einem Auto mit einem Menschen am Steuer angefahren und vor einen fahrerlosen Cruise-Wagen geschleudert. Das Robotaxi konnte nicht mehr bremsen und die Frau wurde darunter eingeklemmt. Die Software bekam das jedoch nicht mit – und ließ den Wagen an den Straßenrand fahren. Die Frau wurde rund sechs Meter unter dem Fahrzeug mitgeschleift.

Der Unfall hatte schwerwiegende Konsequenzen für Cruise, auch weil das Management ihn zunächst harmloser wirken ließ. Cruise verlor die Lizenz für Beförderungs-Dienste in San Francisco, die Fahrzeuge wurden stillgelegt, die Führung der Firma ausgetauscht. Erst vor wenigen Monaten nahm die GM-Tochter wieder Testfahrten auf.

Viel Geld wurde in die Entwicklung der Cruise-Robotaxis investiert – jetzt zog der Mutterkonzern GM dem Projekt den Stecker. (Symbolbild)

GM zieht den Cruise-Autos den Stecker

Doch jetzt ist endgültig Schluss: Der US-Autoriese General Motors gibt nach Milliarden-Ausgaben den Traum von selbstfahrenden Robotaxis auf. Stattdessen will der Konzern auf Assistenzsysteme setzen, die irgendwann autonomes Fahren in privaten Autos ermöglichen sollen. Die Kehrtwende soll eine Milliarde US-Dollar jährlich einsparen, wie GM mitteilte. Der Konzern verwies nun darauf, dass ein Ausbau des Robotaxi-Geschäfts Zeit brauchen und erhebliche Ressourcen verschlingen würde – und der Markt zunehmend umkämpft sei. Auch Apple stoppte sein Programm zur Entwicklung selbstfahrender Autos bereits vor einiger Zeit nach jahrelanger Entwicklung und Milliarden-Kosten.

Google-Schwesterfirma Waymo befördert mit Robotaxis Fahrgäste in mehreren US-Städten

Aktuell ist die Google-Schwesterfirma Waymo der erfolgreichste Robotaxi-Entwickler und befördert Fahrgäste in mehreren US-Städten. Die Waymo-Wagen machen inzwischen mehr als 150.000 Fahrten mit Passagieren pro Woche. Ein weiterer Konkurrent, die zu Amazon gehörende Firma Zoox, will bald Fahrdienste unter anderem in Las Vegas und San Francisco anbieten.

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Über den heutigen Anbietern liegt der Schatten von Elon Musk: Der Tesla-Chef will bei dem Elektroauto-Hersteller 2026 die Produktion eines Robotaxis ohne Lenkrad und Pedale starten. Das im Oktober vorgestellte Cybercab soll zudem nur mit Kameras auskommen, während Waymo und Zoox zusätzlich auf deutlich teurere Laser-Radare setzen, die die Umgebung abtasten. Das würde Tesla einen erheblichen Kostenvorteil verschaffen.

Viele Experten bezweifeln, dass sicheres autonomes Fahren in allen Situationen nur mit Kameras möglich ist. Doch Musk sammelte durch seine Unterstützung für den künftigen US-Präsidenten Donald Trump viel politisches Kapital. Als Folge können sich Branchenbeobachter in den USA eine lockerere Regulierung vorstellen, von der Tesla profitieren würde. Musk kündigte an, bis zu zwei Millionen Robotaxis pro Jahr bauen zu wollen. (Mit Material der dpa)

Rubriklistenbild: © ZUMA Press Wire/Imago

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